Die Geschichte von Blind Guardian beginnt im Jahre 1984 mit den Herren Hansi Kürsch, Andre Olbrich, Marcus Dork und Thomen Stauch. Unter dem Namen Lucifer´s Heritage fand sich dieses Quartett bezüglich des gemeinsamen Musizierens. Zwei Kassetten wurden auf den Markt gebracht, einmal Symphonies Of Doom 1986 und ein Jahr später Battalions Of Fear. Auf dieser Kassette befanden sich u.a. Songs wie Majesty, Trial By The Archon und natürlich Battalions Of Fear selbst. Da der Name Lucifer´s Heritage wohl zu sehr mit schwarzem Metal in Verbindung gebracht wurde, änderte das Quartett nach neben der Besetzung 1987 auch den Bandnamen und es entstanden Blind Guardian. Von der letzten Besetzung als Lucifer´s Heritage blieben nur Hansi Kürsch (Gesang und Bass) und Andre Olbrich (Gitarre). Dazu kamen Thomen Stauch für die Drums zurück und Marcus Siepen für die Gitarre. 
Kein Jahr später, am 14.04.1989 brachte die Truppe aus Krefeld den Zweitling auf die Welt mit Namen Follow The Blind. Dieses Mal ging es zur Aufnahme nach Hamburg in die Karo Studios. Auf Follow The Blind befinden sich u.a. der Bandklassiker Valhalla, der nach wie vor auf keinem Konzert fehlen darf. Dazu mischt Kai Hansen bei Hall Of The King und Barbara Ann etwas mit. Für die Tour zur Scheibe wurde die amerikanische Band Iced Earth als Opener verpflichtet. Jetzt könnte man ein Buch darüber schreiben, wie Freundschaften entstehen. Jon Schaffer und Hansi Kürsch haben daraus mittlerweile drei Werke als Demons & Wizards kreiert. Nach der Tour ging es an die nächste Scheibe, welche am 02.10.1990 das Licht der Welt erblickte: Tales From The Twilight World. Die Aufnahmen fanden wieder in Hamburg statt und so verwundert es nicht, dass hier neben Kai Hansen bei The Last Candle auch Piet Sielck von Iron Savior zu hören ist. Musikalisch bewegen sich Blind Guardian weg vom schnellen Speed/Thrash Metal hin zu Tempowechsel und Chorgesängen. Der Opener ist Traveler In Time, welcher gleich mehrstimmig aus den Boxen dröhnt und in Richtung symphonischen Power Metal tendiert. Welcome To Dying muss ich nicht vorstellen, oder? Ein Song, den jeder kennt, der Blind Guardian kennt. Weird Dreams ist das speedige instrumentale Interlude für Lord Of The Rings, einen weiteren Klassiker auf dem dritten Werk. Mit Goodbye My Friend wird es recht schnell, eine Nummer, die so auch auf die ersten beiden Scheibe passen würde. Lost In The Twilight Hall ist auch nicht gerade unbekannt und zeigt den Wandel vom Quartett um Hansi Kürsch. Zum schnellen Speed Metal mischen sich auch Chöre, orchestrale Töne und das Tempo wird dann und wann variiert. Tommyknockers bietet symphonischen Powermetal und Altair 4 einen Mix zwischen Power- und Speedmetal. „Guardian, Guardian, Guardian of the Blind, Have you forgotten him The Last Candle” kennt ebenfalls jeder. The Last Candle ist ein weiterer zeitloser Track, der nach wie vor auf Konzerten gerne gehört wird. „Somebodies out there” who would like to listen the song live? 
Eine meines Erachtens nahezu geniale Scheibe wird in wenigen Wochen tatsächlich 30 Jahre alt. Wenn man die Tracks so hört, dann kann man es kaum glauben. Es ist zeitlose Musik, die wohl irgendwann als Klassiker und legendäres Werk im Rock und Metal aufgezählt wird, wenn es in 20 Jahren um die Scheiben geht, die 50 Jahre alt werden.
Was kam in den folgenden 30 Jahren? Viel, sehr viel und natürlich auch noch der Bard’S Song. Aber der Reihe nach:
Zunächst wechselte man das Label und ging zu Virgin Records. Somewhere Far Beyond war der internationale Durchbruch für die Herren aus dem Westen der Republik. 12 Wochen in den nationalen Albumcharts – Touren durch die ganze Weltgeschichte sorgten dafür, dass Blind Guardian in einem Atemzug mit Helloween oder Accept genannt wurden. Der bereits erkennbare Wandel vollzog sich auf Somewhere Far Beyond weiter. Keyboards waren nun auch zu hören und natürlich ist die Blind Guardian Hymne auf der Scheibe: The Bard’S Song, welcher bei Konzerten gerne mal nur vom Publikum intoniert wird. Von der Japan Tour 1992 entstand ein Livealbum mit dem Namen Tokyo Tales. In den 90ern wurden Blind Guardian zu einem der Aushängeschilder des deutschen Metals. 1995 folgte Imaginations From The Other Side, welches gleich mal auf Platz 33 der deutschen Albumcharts einstieg. Den Titeltrack, A Past And Future Secret, The Script For My Requiem, Bright Eyes und Mordred’s Song kennt eigentlich auch jeder, also könnte man auch noch eine Kolumne zum 25. Geburtstag von Imaginations From The Other Side schreiben. Bücher sollen es ja nicht werden, aber es zeigt auf, welche Qualität Hansi und seine Mitstreiter in den 90ern ablieferten. Blind Guardian wurden komplexer, vielschichtiger und ausgereifter. Drei Jahre dauerte es bis zur Veröffentlichung von Nightfall In Middle-Earth mit Mirror Mirror und Nightfall, den beiden wohl bekanntesten Nummern. Das Album ist eine musikalische Darstellung des Fantasy-Buches Das Silmarillion von J. R. R. Tolkien und erreichte Platz sieben der deutschen Albumcharts. Hansi konzentrierte sich fortan auf den Gesang und Oliver Holzwarth spielte den Bass. A Night At The Opera kam am 01.03.2002 auf den Markt und ist eine Anspielung auf eine Scheibe von Queen aus dem Jahre 1975. 
Es wird eigentlich mal wieder Zeit für Guardian live – das dachten sich wohl auch Holger und Thomas vom W:O:A. Es gibt natürlich keinen Auftritt auf einer realen Bühne in 2020 wegen Corona, aber auf einer virtuellen Bühne am 31.07.2020. Alles Weitere dazu hier.


