Bonded – Rest In Violence

Neuer Name aber kein Newcomer

Artist: Bonded

Herkunft: Dortmund, Deutschland

Album: Rest In Violence

Spiellänge: 43:35 Minuten (ltd. Edition 52:20)

Genre: Thrash Metal

Release: 17.01.2020

Label: Century Media

Links: https://www.bondedofficial.com/
https://www.facebook.com/bondedofficial/

Produktion: Rambado Recording Studio in Essen (Cornelius Rambadt)

Bandmitglieder:

Gesang – Ingo Bajonczak
Gitarre – Bernd “Bernemann“ Kost
Gitarre – Chris Tsitsis
Bassgitarre – Marc Hauschild
Schlagzeug – Markus “Makka“ Freiwald

Tracklist:

1. Godgiven
2. Suit Murderer
3. Rest In Violence
4. Je Suis Charlie
5. The Rattle & The Snake
6. No Cure For Life
7. Where Silence Reverberates
8. Galaxy M87
9. Arrival
10. (The Beginning Of The End – nur Ltd Edition Version)
11. (To Each His Own – nur Ltd Edition Version)
12. The Outer Rim

Ein neuer Name zum neuen Jahr. Zwei Jahre nach der Beendigung der Zusammenarbeit von Tom Angelripper (Sodom) mit Bernemann und Makka gibt es nun eine eigene Band mit dem Namen Bonded. Ich hatte das Glück, die Truppe bereits live zu sehen. Das war sehr überzeugend und so ist auch meine Erwartung bezüglich des Erstlingswerks von Bonded recht hoch. Bernemann war ca. 20 Jahre bei Sodom aktiv, Makka „nur“ acht Jahre. Davor bearbeitete er die Felle aber bei diversen anderen Bands, u.a. als Livesupport für Kreator und Lacuna Coil. Die weiteren drei Bandmitglieder sind Chris Tsitsis (ehemals Suicidal Angels), Marc Hauschild und Assassin Sänger Ingo Bajonczak. Ein neuer Name, ja – aber ganz bestimmt keine Newcomer Band.

Kommen wir also zum Erstlingswerk. Innerhalb von zwei Jahren wurden eine neue Mannschaft aufgebaut, neue Songs geschrieben und abgemischt und zwischendrin auch noch ein paar Livegigs gespielt. Der erste Track ist Godgiven. Schöne schnelle Riffs, Ingos Stimme bohrt sich mit einer angenehmen Variabilität und auch mal mit ein wenig Growl in das Gedächtnis. Starkes Stück Musik – der geht schon mal ab! Weiter geht es mit Suit Murderer – der geht gleich in die Vollen und macht von der ersten Sekunde Dampf. Auch hier fällt Ingos Stimme sehr positiv auf. Ansonsten erinnert der Sound schon stark an die Decision Day von Sodom. Rest In Violence erklingt mit Bobby Blitz und Ingo als Vocals. Die beiden live als Duo wäre sehr interessant. Die Stimmen prägen natürlich den Titel und geben ihm einen sehr speziellen Touch. Auch hier macht das Zuhören Spaß. Titel Nummer vier ist Je Suis Charlie. Muss man dazu noch etwas schreiben? Sehr saubere Gitarrenarbeit, stampfender Rhythmus, cleane Vocals und eine kleine Prise Growl im Refrain. Was zum Headbangen – top. The Rattle & The Snake ist ein Track, der alles andere als schlecht ist. Nach dem Feuerwerk der ersten vier Titel fällt er etwas ab. Mit No Cure For Life wird aber umgehend das Niveau wieder auf „Top“ angehoben. Fast etwas doomig kommt der Track um die Ecke, um dann einen wunderbaren Rhythmus mitzunehmen und auch hier den Hörer voll und ganz zu begeistern. Nummer sieben auf dem Album ist der längste Track, mit über fünf Minuten. Where Silence Reverberates knüpft zunächst leicht an No Cure For Life an, dreht dann aber schnell in einen klassischen Thrash Song. Er geht klar geradeaus und bietet eigentlich auch alles, was man von einem Trash Track erwarten darf. Galaxy M87 geht in die gleiche Richtung, wie die beiden Titel davor. Nimmt aber etwas mehr Tempo auf und knüpft an den typischen Teutonen Thrash aus dem Ruhrpott an. Auch hier guter Rhythmus und angenehm zu hören. Arrival startet im leichten Metal Core Stil. Ingo shouted erst mal. Danach ein sauberer Track zum Austesten der Nackenmuskulatur. The Outer Rim schließt die normale Version ab (die limited Edition lag mir leider nicht vor – da gibt es zwei Songs mehr). Der Rausschmeißer startet balladenartig. Hier zeigt Ingo nochmals ganz andere Qualitäten am Mikrofon. Es dauert dann für mein Gefühl doch etwas zu lange, bis der Titel richtig Fahrt aufnimmt. Hier kann sich Ingo noch mal richtig austoben – mit den Shouts zum Ende hebt sich der Titel klar von den neun anderen Tracks im trashigen Stil ab. Ganz bestimmt nicht schlecht – aber für mich der zweite Song, der etwas abfällt auf dem Longplayer. Aber das ist meckern auf hohem Niveau.

Bonded präsentieren das neue Werk als Releaseshow zweimal live im Januar:
17.01.2020 Thrash Speed Burn Festival – Kulttempel in Oberhausen (Link hier)
18.01.2020 Bonded Release Party Rest In Violence, BlackEnd – die Metalkneipe in Dortmund (Link hier)

Bonded – Rest In Violence
Fazit
Was soll man sagen? Meine Erwartungen waren hoch und sie wurden übertroffen. Acht Titel, die mich als Hörer mitnehmen. Sauberer Sound und eine starke Stimme am Mikrofon. Als Erstling ein derartiges Album abzuliefern, setzt die Messlatte für zukünftige Aktivitäten weit nach oben. Da haben die fünf Herren so einiges richtig gemacht. Da kann ich nur sagen: Gratulation!

Anspieltipps: Godgiven, Rest In Violence, No Cure For Life und Arrival
Jürgen F.
9.5
Leser Bewertung5 Bewertungen
8.3
9.5
Punkte
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