Bullet For My Valentine auf Incarnate Tour am 16.11.16 im Schlachthof, Wiesbaden

Ihre gewohnt düsteren Tracks gehen durch Mark und Bein!“

Eventname: Incarnate Tour

Headliner: Bullet For My Valentine

Vorbands: Killswitch Engage, Cane Hill

Ort:
Schlachthof, Wiesbaden

Datum: 16.11.2016

Kosten: AK 48,00 € / VVK 37,50 €

Genre: Metalcore, Alternative Metal

Besucher: ca. 2.200 Besucher

Veranstalter: Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V.

Link: http://www.schlachthof-wiesbaden.de/programmdetails/items/bullet-for-my-valentine.html

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Eine gute Band kann schon genügen, um einen Abend perfekt zu machen. Wenn dann noch mehrere große Namen dabei sind, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Dies gilt wohl auch für die aktuelle Tour von den Metalcore Giganten Bullet For My Valentine, welche sich von Killswitch Engage und Cane Hill unterstützen lassen. Was können die Zuschauer bei diesem Line Up wohl erwarten?

Das Erste: Eine lange Warteschlange. Denn natürlich sind fast alle Daten der Tour ausverkauft, niemand möchte sich diese Band-Kombi entgehen lassen. Und so heißt es für fleißige Fans, die eine Stunde vorher am Gelände sind, erst einmal: Warten. Ein paar einzelne Tickets konnten in Wiesbaden noch an der Abendkasse direkt ergattert werden. Und auch das Warten geht irgendwann vorbei und das eigentliche Konzert kann losgehen.

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Als die Überraschung des Abends kann auch sogleich der Opener selbst gekürt werden: Cane Hill. Die Band aus New Orleans, welche erst dieses Jahr ihr erstes Album veröffentlicht hat, bewegt sich während ihrer Songs im Alternative Metal und Nu Metal. Doch leider kommt dieses Genre nicht völlig beim Publikum an bzw. schafft es nicht, dieses mitzureißen. Es wird zwar fleißig geklatscht und auch gejubelt, jedoch muss Frontmann Elijah Witt mehrmals aufrufen bis sich das Publikum schließlich zu einem kleinem Mosh Pit bewegen kann.

Es mag vielleicht einfach an dem typischen Opener-Fluch liegen, dass das Publikum noch etwas zurückhaltend ist oder es ist der musikalischen Ausrichtung zuzuschreiben, da diese wohl nicht bei jedem Anklang findet. Dennoch liefern Cane Hill eine grandiose Show ab und schleudern ihre Musik knallhart und ohne Rücksicht auf Verluste durch die Halle. Ebenso zögern sie auch nicht ihre Meinung zu sagen und fordern sogleich das Publikum auf: „Fuck Trump!“. Ein Statement, welches gut ankommt und sogleich für noch bessere Stimmung als sowieso schon sorgt. Und auch wenn das Publikum etwas zurückhaltend bleibt, so lassen sich Cane Hill nicht entmutigen. Als Newcomer beweisen sie, dass hier Potential für mehr ist. Definitiv eine Band, die man wohl nicht das letzte Mal zu sehen bzw. zu hören bekommt.

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Nach Cane Hill folgt die zweite Vorband, welche wohl für viele eher als Co-Headliner gesehen wird: Killswitch Engage. Man bemerkt sofort den atmosphärischen Unterschied: Kaum angefangen, gibt es für das Publikum kein Halten mehr. Mosh Pits und laute Sing alongs sind in jedem Song vertreten und schaffen wahrliche Headliner-Atmosphäre. Harte Riffs und eine Prise Hardcore gehören zum Rezept und bringen die Menge in Bewegung. Dass viele Fans von Killswitch Engage vor Ort sind, ist wohl klar, die Band selber spielt auch ein Set, welches durchaus der Länge eines Headliners entsprechen könnte. Live auf jeden Fall mehr als eine gute Show und jede Minute wert.

Und dennoch muss man auch hier den Spruch verwenden: Das Beste kommt zum Schluss! Nur wenig später betreten Bullet For My Valentine die Bühne. Die Band gehört zu den bedeutendsten Vertretern des Metalcores, verbindet in ihren Songs melodische als auch brachiale Passagen perfekt und schafft es, die Hütte noch stärker zum Beben zu bringen als Killswitch Engage diese schon aufgewühlt hatte. Der Pit wird größer, verrückter und dreht bei den schnellen instrumentalen Gitarrenparts noch stärker durch. Man bemerkt, wie sehr die Musik ankommt und auch von jedem einzelnen Fan mitgetragen wird.

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Viele Worte von Sänger Matt Tuck sind gar nicht notwendig, um die Menge anzuspornen. Bullet For My Valentine beweisen, dass sie an die Spitze des Metalcores gehören und liefern ihre gewohnt düsteren Tracks, die durch Mark und Bein gehen – da bleibt kein Mensch stehen oder unberührt. Die Waliser sind souverän und zeigen, mitunter auch durch ihre sehr schicke Kleidung, wie moderner Metal sich im perfekten Maße präsentiert. Im Verlauf scheint die Intensitivität immer stärker zu werden, spätestens beim letzten Song Tears Don’t Fall gibt jeder Fan noch einmal alles und viele lassen sich auch zum Crowdsurfing hinreißen. Ein wahrlich unvergessliches Erlebnis.

Den einzigen Wermutstropfen liefert wohl Tuck durch die Ankündigung, dass Deutschland Bullet For My Valentine so schnell nicht wiedersehen wird. Die Band tourt schon eine ganze Weile und hat sich definitiv eine Auszeit verdient. Die mehr als gute Nachricht wird aber sogleich mitgeliefert: Die Band plant schon sehr bald an neuem Material zu arbeiten! Somit ist auch diese Pause von Konzerten in Deutschland zu verschmerzen.

Insgesamt geht damit ein fulminanter, intensiver und sehr bewegter Abend zu Ende. Bullet For My Valentine haben hier bewiesen, was sie auch schon auf der großen Bühne auf dem Festival Wacken unter Beweis stellen konnten: Sie gehören zu den Großen und liefern ein Brett ab, welches die Messlatte im Genre hoch setzt. Bullet For My Valentine ist eine Band, die wohl noch lange in der musikalischen Geschichte des Metalcores zu finden sein wird. Mit der Unterstützung von Killswitch Engage und Cane Hill kann somit wirklich kein Konzert dieser Tour schiefgehen.

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