Butcher Babies – Lilith

“Verzetteln sich im grauen Wirrwarr!“

Artist: Butcher Babies

Herkunft: Los Angeles, USA

Album: Lilith

Spiellänge: 38:45 Minuten

Genre: Metal, Modern Metal, Hardcore, Metalcore

Release: 27.10.2017

Label: Century Media Records

Link: http://ButcherBabiesOfficial.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Carla Harvey
Gesang – Heidi Shepherd
Gitarre – Henry Flury
Bass – Jason Klein
Schlagzeug – Chris Warner

Tracklist:

  1. Burn The Straw Man
  2. Lilith
  3. Headspinn
  4. Korova
  5. #iwokeuplikethis
  6. The Huntsman
  7. Controller
  8. Oceana
  9. Look What We’ve Done
  10. POMONA (Shit Happens)
  11. Underground And Overrated

Die vierte Veröffentlichung der Amerikaner Butcher Babies soll den Erfolgspfeil nach oben biegen. Nach dem gelungenen Werk Goliath habe ich die Truppe um Carla Harvey, Heidi Shepherd, Henry Flury, Jason Klein und Chris Warner aus den Augen verloren. Weiterhin in der Century Media Records Familie beheimatet, krachen elf neue Stücke in unter 40 Minuten aus den Boxen. Kurze moderne Stücke schieben Lilith immer wieder mit kernigem Hardcore bzw. Metalcore Salven an. Der Bastard aus Huntress, Cripper und Nervosa bleibt noch ganz gut kleben. Im Jahr 2017 dringen Butcher Babies nur zu gerne in Scream Bereiche vor und lassen launische Riffs im Titeltrack Lilith oder Korova sprechen. Der Clean Gesang küsst die Mainstream Szene und macht den Silberling zu einem breiten aber auch schweren Stück harter Musikgeschichte. Mitleid hat der Sechser immer noch keinen. Carla Harvey und Heidi Shepherd wütend angefixt, lassen wortwörtlich die Sau raus, was man von den beiden in vielen Formen nicht anders kennt.

Angekurbelt durch Burn The Straw Man gehen die Babies in die Vollen. Das letzte Album Take It Like A Man soll deutlich schwächer als Goliath gewesen sein. Einen derart derben Leistungsabfall findet man auf Lilith nicht, ohne die von Take It Like A Man bewerten zu können. Die Eröffnung springt in eine Flügelzange, die man ganz breit von Guano Apes bis Walls Of Jericho nennen darf. Mal versucht man rotziger einzuschlagen und erwischt einen thrashigen Hardcore Anstrich, auf der anderen Seite warten fast gesprochene Lyrics, die bis in harmonische Gothic Metal Vocals fliehen. Wenn man hier die Eierlegendewollmilchsau herausholt, hat man zweifelsohne den Nagel auf den Kopf getroffen. Im Gegensatz zu Goliath finde ich persönlich nicht den hundertprozentigen Zugriff zum Langeisen. Immer wieder starke Momente, intelligent inszenierte Themenwechsel und ein offenes Songwriting, welches für Carla Harvey und Heidi Shepherd maßgeschneidert wurde. Das Schlichteste am ganzen Rahmenplan, das fast schon bodenständige Cover. Stücke wie The Huntsman oder Look What We’ve Done machen Spaß – den Leistungsabfall innerhalb der Kompositionen spürt man, ohne dass die gesamte Struktur gesprengt wird. Lilith hat Potenzial und dringt wieder in den oberen Bereich vor.

Fazit: Nach dem starken Goliath ging es vom Hörensagen mit Take It Like A Man bergab. Lilith hingegen kraxelt unter vollem Körpereinsatz die Erfolgsleiter empor. Bis zum vorletzten Album reicht es nicht, trotzdem erschaffen die Damen und Herren ein authentisch krachendes Album, welches modern- und coreversetzt den alten Heavy Metal Recken bleiche Gesichter zaubert.

Anspieltipps: Lilith und The Huntsman
Rene W.
7.9
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