Conan – Man Is Myth

„Urgewaltiger Doom Metal aus der Höhle“

Artist: Conan

Herkunft: Liverpool (England)

Album: Man Is Myth

Genre: Doom Metal

Spiellänge: 50:00

Release: 17.11.2017

Label: Napalm Records

Link: http://label.napalmrecords.com/blog/?entryID=1221

Bandmitglieder:

Guitars / Vocals – Jon Davis
Bass / Vocals- Chris Fielding
Drums – Johnny King

Tracklist:

01. Battle In The Swamp – Rehearsal room demo
02. Satsumo – Rehearsal room demo 2009
03. Krull – Rehearsal room demo 2009
04. Satsumo – Rehearsal room demo 2006
05. Gravity Chasm – Studio demo 2012
06. Foehammer – Studio demo 2012
07. Domed – Studio demo 2012

Conan kommen aus der Heimatstadt der Fab Four. Also können wir uns auf den typischen Beatles Sound einstellen? Mit den Beatles haben sie genauso wenig gemeinsam, wie eine Katze mit einem Hund. Bei Conan handelt es sich um Englands wohl dreckigste Doom Metal Band. Markant ist ihr ungeschliffener Stil mit schwer verzerrtem Sound.

Bei der hier vorliegenden Aufnahme Man Is Myth handelt es sich um eine Compilation von Demos der Band.
Napalm Records gibt dieses Release in einem schönen CD Digipack und verschiedenen farbigen Vinyls (schwarz, silber, gold) heraus. Napalm denkt somit wieder an die Sammler unter uns.

Die oben aufgeführte Liste der Bandmembers bezieht sich nur auf das aktuelle Lineup. Es dürfte von der aktuellen Besetzung auf den Demos nur Jon Davis (Guitars / Vocals) vorzufinden sein. Am Bass und an den Drums gab es in der Bandgeschichte doch einige Wechsel. An den Drums müssten eigentlich in diesem Zeitraum Paul O’Neill (2007 – 2008 und 2009 – 2011) und Richie Grundy (2006) zu finden sein. Während am Bass / Gesang zu diesen Schaffensperioden John McNulty (2009 – 2011) und Phil Coumbe (2011 – 2013) tätig waren. Nähere Informationen lagen mir zum Zeitpunkt des Reviews leider nicht vor. Ist letztlich auch unerheblich, da der Stil sich nie verändert hat.

Conan bezeichnen ihre Musik selbst als Caveman Battle Doom. An unending hammer blows unto the earth. Und genau das ist, was die Musik, insbesondere auf diesen Demoaufnahmen beschreibt: Schwerer Doom Metal, wie in einer Höhle aufgenommen, der unablässig auf die Erde bzw. seinen Hörer einprügelt.

Die einzelnen Songs sind von unterschiedlicher Aufnahmequalität.

Die Demoaufnahmen rumpeln nur so aus den Boxen. Es hämmert auf einen ein. Der Kopf wird gefickt, die Ohren bluten. So könnte man es mit ein wenig Prosa ausführen.

Das Ganze hört sich dann auch teilweise wie in einer Höhle bzw. in der Garage aufgenommen an. Teilweise sehr dumpf und unpoliert. Wirkliches Rohmaterial. Es dröhnt und kracht, dumpfe Verzerrung zieht die Nerven in kälteste Regionen. Den Song Satsumo gibt es gleich in zwei Demoversionen: 2006 und 2009. Die kann man dann auch toll gegeneinander vergleichen.

Ich selbst musste beim Hören die Scheibe mehrmals laufen lassen. Zuerst dachte ich: was soll das? Weil es doch arg rappelte und ruckelte und ich Sorgen um meine Boxen hatte. Bei jedem erneuten Hören gefiel mir die Scheibe aber immer besser, da die Aufnahmen wirklich authentisch sind und man mal hören kann, wie sich Conan im Proberaum und im Studio unplugged anhören. Am Schluss habe ich richtig Gefallen daran gefunden! Es fesselt einen dann doch wirklich – diese Unfertigkeit der ursprünglichen Grundideen, die dann später als fertige Songs auf den Alben von Conan zu hören sind.

Fazit: Conans Man Is Myth – Early Demos ist eine Democompilation, die den Hörer vor Herausforderungen stellt, weil sie schwer und zermürbend auf ihn einhämmert. Ich denke daher, dass diese Compilation eher für den Fan geeignet ist, der schon alles von Conan hat. Für den Einsteiger aus meiner Sicht dann vielleicht doch eine etwas zu schwere Kost. Trotzdem sollte man mal reinhören, auch auf die Gefahr hin, dass einem anschließend die Ohren bluten. Es ist recht schwer, das vorliegende Album zu bewerten. Klangtechnisch muss man sicherlich einige Abstriche machen. Die Authentizität hebt jedoch die Bewertung wieder.

Anspieltipps: Foehammer, Doomed
Juergen S.
8.4
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8.4
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