Childrain – The Silver Ghost

„Rotzfrecher Modern Metal“

Artist: Childrain

Herkunft: Vitoria-Gasteiz, Alava Baskenland / Spanien

Album: The Silver Ghost

Genre: Modern Metal, Groove Metal

Spiellänge: 40:56 Minuten

Release: 29.03.2019

Label: Graviton Music Services

Link: http://www.childrainband.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Iñi
Gitarre – Iker
Gitarre – Álvaro
Bass – Julen
Schlagzeug – Mikel

Tracklist:

01. Wake The Ghost
02. Saviors Of The Earth
03. The Valley Of Hope
04. Saturnia
05. The Silver Walker
06. Interstellar
07. EON
08. Ten Thousand Moons
09. Omega

Das Baskenland ist ja nicht unbedingt so bekannt für Metal Bands. Nach bereits drei veröffentlichten Alben in Spanien gehen Childrain jetzt zusammen mit Graviton Music Services einen Schritt weiter und wollen mit ihrem vierten Album The Silver Ghost international weitere Territorien erschließen. Der Silberling wird ab dem 29.03.2019 verfügbar sein.

Grundsätzlich finde ich es schwierig, bei dieser Art und Weise, wie Childrain Musik machen, sie irgendwie / irgendwo einzunorden. Childrain machen auf ihrem neuen Album The Silver Ghost eine rotzfreche Mucke, die zwar irgendwie mit Modern Metal und Groove Metal zu umschreiben ist, wir finden jedoch auch progressive Elemente in den Songs vor. Melodeath und poppige Eindrücke bleiben in ihren Stilelementen auch nicht verborgen.

Bereits mit dem ersten Song Wake The Ghost zeigt uns das Quintett, dass neben der Grundidee einen Groove Metal zu servieren, auch noch wesentlich mehr andere Stilelemente vorhanden sind. Gesanglich werden alle Ebenen zwischen Clean und Harsh bedient.

Bei Saviors Of The Earth geht es dann wesentlich harmonischer und ich würde sagen fast poppiger zu. Irgendwie eine Mitsingnummer. Das versuchen ja mittlerweile sehr viele Bands, so einen Song mit Hitparadencharakter auf eine Scheibe mit drauf zu packen. Ich denke mal, das kann man mal machen, muss man aber nicht. Auf jeden Fall spricht man mit solchen Songs eine etwas breitere Masse an. Wenn das mit diesem Song gewollt war, dann haben Childrain alles richtig gemacht.

Für mich persönlich, der es hart liebt, kommt dann wieder Hoffnung auf. The Valley Of Hope geht da wieder ganz anders zur Sache – auch wenn melodische Parts geblieben sind, bleibt der Song insgesamt sehr druckvoll.

Schwer stampfend entwickelt sich Saturnia zu einer tollen groovigen Nummer. Nicht zu schnell. Saturnia ist in seiner gesamten Struktur, also auch von den teilweise progressiven Gesangs- und Instrumenten her, nicht zu verachten. Da wird im mittleren instrumentalen Teil des Songs das Tempo mal ganz raus geholt, bevor es sich wieder aufschwingt.

The Silver Walker geht sogar noch ein Stückchen weiter. Böses Geschredder und tolle Gitarrenläufe scheinen zunächst nicht zum Gesang zu passen. Aber gerade dieser Widerspruch in diesem Song ist das Besondere, der ihn wieder sehr progressiv macht.

Gleich darauf wird es Interstellar. Der Widerspruch zwischen clean und harsh Voices gibt diesem Song den notwendigen Auftrieb. Irgendwie versuchen Childrain hier Interstellar, nach den Sternen zu greifen. Erneut eine ganz tolle, harmonische Gitarrenarbeit, die den Song nochmals untermauert. Die Drums müssen hier wieder, wie in den vorangegangenen Songs auch oftmals, hin und wieder ausbrechen und ein paar Salven herausschleudern.

EON setzt das vorgegebene Konzept kraftvoll fort, bevor Ten Thousand Moon wie eine Walze daherkommt. Ten Thousand Moons wälzt sich regelrecht quälend ins Universum. Eine ganz starke Nummer, die zwar erneut recht melodisch gehalten ist, aber trotzdem an einigen Stellen recht düster wird.

Omega fängt mit akustischer Gitarre an und wird von einer flehenden Stimme nach vorne getrieben. Düstere Growls und schwere Gitarren geben dem Song immer wieder eine Wende. Die Drums versuchen erneut an einigen Stellen einen Ausbruch, kommen jedoch immer wieder zurück. In Omega gibt es sogar einen Chorus, der an Metalanleihen der Achtziger und Neunziger erinnert. Das wird hier und da sogar noch von der guten Gitarrenarbeit untermauert. Wer jedoch jetzt denkt, wie wären jetzt im (Heavy) Metal der Achtziger / Neunziger angekommen, kann sich getrost getäuscht fühlen, denn auch dieser Song bleib dann doch, wie das gesamte Album, sehr facettenreich.

Childrain sind übrigens ab 16.03.2019 auf Tour. Einige Termine führen Sie auch als Support von Six Feet Under nach Deutschland.

16.03.19 We Rock Madrid Spanien
06.04.19 Jimmy Jazz Vitoria Spanien
11.04.19 From Hell Erfurt Deutschland mit Six Feet Under
12.04.19 Gladhouse Cottbus Deutschland mit Six Feet Under
13.04.19 Rock Café South Jablunkov Tschechien mit Six Feet Under
14.04.19 Viper Room Wien Österreich mit Six Feet Under
15.04.19 Dürer Kert Budapest Ungarn mit Six Feet Under
16.04.19 Mochvara Zagreb Kroatien mit Six Feet Under
17.04.19 R Club Chrudim Tschechien mit Six Feet Under
18.04.19 Factory Magdeburg Deutschland mit Six Feet Under
19.04.19 Asgaard Gent Belgien mit Six Feet Under
20.04.19 Turock Essen Deutschland mit Six Feet Under
27.04.19 Upload Barcelona Spanien
25.05.19 Groove Bilbao Spanien
04-06.07.19 Resurrection Fest Viveiro Spanien
21.09.19 Doka San Sebastián Spanien

Fazit: Childrain bringen mit The Silver Ghost eine rotzfreche Modern Metal / Groove Metal Scheibe heraus. Progressive Strukturen in den Songs stechen dabei hervor. Das Konzept, über die Grenzen Spaniens damit hinauszukommen, könnte aufgehen. Sie bedienen mit den vielfältigen Elementen auf dieser Scheibe gewiss ein breiteres Publikum. Dabei sind die einzelnen Songs nicht zu schwer und glänzen durch ausgefeilte Harmonien innerhalb des Battles zwischen clean und harsh Voices.

Anspieltipps: Wake The Ghost, Saturnia, Interstellar
Juergen S.8.8
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8.8

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