Church Of Misery / Bongzilla / Dopethrone / Sons Of Otis am 04.07.2018 im Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden

„Church Of Misery / Bongzilla / Dopethrone / Sons Of Otis am 04.07.2018 im Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden“

Headliner: Church Of Misery

Vorband(s): Bongzilla, Dopethrone, Sons Of Otis

Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 04.07.2018

Kosten: 22,00 € VK, 26 € AK

Genre: Stoner Rock, Stoner Metal, Doom Metal, Sludge

Besucher: ca. 250 Besucher

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://www.schlachthof-wiesbaden.de/programmdetails/items/church-of-misery-bongzilla.html

Setlisten:


1. Guilt
2. Blood Doom
3. G G
4. Untitled


1. Host
2. Tap Runner
3. Tweak Jabber
4. Wrong Sabbath
5. Killdozer
6. Dark Foil
7. Scum Fuck Blues


1. Gestation
2. Green Humb
3. Weedy Woman
4. Free The Weed
5. Space Rock
6. Salvation
7. Grim Reefer
8. H. P. Keefmaker


1. Killfornia
2. Make Them Die Slowly
3. River Demon
4. Born The Raise Hell
5. Red Ripper Blues
6. Taste The Pain
7. Blood Sucking Freak
8. Brother Bishop
9. Shotgun Boogie
10. Murderfreak Blues

Immer noch Church Of Misery vom genialen DesertFest 2018 Berlin (hier geht es zum Bericht) Anfang Mai im Nacken, freue ich mich, die Japaner in Wiesbaden im Kesselhaus zu sehen. Zudem stimmt heute der komplette Support mit Sons Of Otis, Dopethrone und Bongzilla. Alles Doomer, die ich schon immer mal sehen wollte, es aber bisher nicht geschafft habe.
Also auf nach Wiesbaden ins Kesselhaus, einer meiner Lieblingsclubs seit geraumer Zeit! Konzertbeginn ist um 19:30 Uhr. Vier Bands während der Woche ist schon eine Menge. Da ja Open Air Saison ist, rechne ich nicht mit allzu viel Zuspruch heute Abend. Da habe ich mich aber gewaltig geirrt. Denke mal, dass es mindestens 250 Leute sind (wenn nicht mehr), die sich im Kesselhaus zu einem Doomerabend eingefunden haben.

Pünktlich geht es mit den Sons Of Otis los. Bei den Sons Of Otis merke ich schon sofort, dass es heute nicht viel mit Licht wird. Die Beleuchtung bleibt, entsprechend der Mucke, sehr düster. Da ist es schwierig, überhaupt ein paar brauchbare Fotos zu machen. Beim nächsten Doom Konzert (am 10.07.2018 sind Eyehategod im Kesselhaus) werde ich mir mal ein lichtstärkeres Objektiv ausleihen und schauen, ob das was bringt. Das nützt mir heute Abend jedoch auf jeden Fall nicht. Aber zurück zu den Kanadiern Sons Of Otis. Die spielen einen mächtigen Heavy Psychedelic Doom Blues und das schon seit 25 Jahren. Im spärlichen, rot eingetünchten Nachtlicht, lassen Sons Of Otis uns an ihrer Vorstellung von Doom teilhaben. Die Gründungsmitglieder Ken Baluke (Gitarre / Gesang) und Frank Sargeant am Bass machen zusammen mit ihrem derzeitigen Drummer Ryab Aubin einen tollen Auftakt des heutigen Abends. Die Position des Drummers ist bisher die Problemzone von Sons Of Otis. Bereits elf Drummer spielten in der Band bei Livekonzerten und Studioaufnahmen. Alternativ wurden bereits Drum Machines bei Livekonzerten eingesetzt. Heute aber Gott sei Dank mit Drummer. Stoonig düster nicht nur das Licht, auch der Sound ist so abgemischt. Wie bei allen Bands am heutigen Abend hätte die Stimme etwas klarer abgemischt werden können. Sons Of Otis sind bekannt für ihren psychedelischen Sound, der bereits früh zu unmittelbaren Assoziationen mit der Stoner Rock und Doom Szene führte. Kurzer Gig heute, aber es warten ja noch drei weitere Bands.

Es folgen Dopethrone, ebenfalls aus Kanada, die einen wilden Doom / Sludge Mix bieten. Das Licht wird nur ein paar Partikel heller. Bei der Band tut sich besonders Sänger / Gitarrist Vincent Houde hervor. Ellenlange Rastalocken sind sein Markenzeichen. Er ist eine Menge mehr auf der Bühne in Bewegung als sein Vorgänger eben. Dopethrone machen gewaltig Laune. Entsprechend ihres Namens ist auch viel Zeug unterwegs. Benannt nach dem 2000er-Album der Band Electric Wizard bringen Dopethrone am heutigen Abend zwei Songs ihres neuen Albums Transcanadian Anger auf die Bühne. Der Rest sind ältere Songs vorangegangener Scheiben. Transcanadian Anger haben sie als limitierte Testpressung auf schwarzem Vinyl dabei. Die muss ich mir natürlich mitnehmen. Bekomme sie sogar noch von der Band signiert. Vincent Houde wird sich später noch als größter Fan von Church Of Misery outen.

Bongzilla haben zwar nicht mehr Licht, sie sind aber entgegen der vorangegangen Bands in einem schwachen grünlichen Licht auf der Bühne eingepackt. Alles in Weedgrün halt, genauso wie die Themen ihrer Songs. Stoned Doom Sludge geht jetzt durch die Gehörgänge der Fans. Das Grün in der Location nimmt überhand. Könnte mir vorstellen, dass ich mich gerade unter grünem UV Licht in einem Cannabislabor befinde. Hier versucht man die Mutation einer Cannabis Superpflanze. Die Pflanze Bongzilla entsteht. Bongzilla werden regelrecht aufgesaugt. Es folgt eine volle Dröhnung Musik ohne Nebenwirkung. Die Stimme von Sänger Muleboy ist etwas gewöhnungsbedürftig, da doch recht schrill. Das kann aber auch an der heutigen Abmischung liegen. Entsprechend ihres heutigen vierten Songs Free The Weed gibt es vielfach kein Halten mehr.

Zur vorgerückten Stunde dann endlich der Kirchgang. Die ausgelassenen Fans der vorangegangenen Band haben nun endlich die Möglichkeit zu beichten. Church Of Misery sind auf der Bühne. Noch gar nicht so lange her, dass ich sie auf der großen Bühne beim DesertFest 2018 in Berlin gesehen habe. Dort gehörten sie für mich mit zu den großen Überraschungen. Schon toll, dass ich sie heute wieder hier in Wiesbaden im Kesselhaus sehen und hören kann. Sänger Hiroyuki Takano habe ich bereits zu Beginn des heutigen Konzertabends gesehen und ein paar Worte über das DesertFest Berlin gewechselt. Er verspricht mir zwei Vinyls und noch ein paar weitere mitgebrachte Devotionalien nach der Show zusammen mit seinen Bandkollegen zu signieren.
Church Of Misery: Die Japaner bringen einen ungeheuren fantastischen Doom auf die Bühne. Doom in großer Tradition wie Saint Vitus, Cathedral oder Black Sabbath. Hinzu kommt noch eine kleine Würze psychedelischer Einschlag. Church Of Misery spielen hier einen Doom Metal, mit einem Beat, der kraftvoll schleppend ist. Letztes verbliebendes Gründungsmitglied ist Bassist Tatsu Mikami. Alle anderen Bandmitglieder gesellten sich 2017 nach einem großen Brake der Band zu ihm. Sänger Hiroyuki Takano empfinde ich als die ideale Ergänzung schlechthin. Gitarrist Yasuto Muraki ist einfach nur genial und haut die Riffs einfach nur so raus. Tolle Show der Vier aus Japan. Da kann man nur hoffen, dass die Band in diesem Line-Up zusammenbleibt. Hiroyuki Takano bedient bei einigen Songs neben dem Mikrofon noch einen kleinen analogen Synthesizer, der zusätzliche Atmosphäre in das Geschehen hineinbringt. Vincent Houde von Dopethrone tickt vor der Bühne richtig aus und geht bei den Songs von Church Of Misery ab wie ein Zäpfchen. Er ist ein richtiger Fan der Band. Er versorgt Hiroyuki Takano  auch mit dem Notwendigsten, damit der bei Stimme bleibt. Hiroyuki Takano trägt übrigens ein Bandshirt von Bongzilla, das er sich vorhin am Merchstand besorgt hat. Gibt es auch zu Beginn des Gigs von Church Of Misery einige Abstimmungsprobleme, so wird mit Verlauf des ca. achtzigminütigen Gigs der Band der Sound der Stimme immer besser und sie kommt gut rüber. Auf der Setlist steht eine Auswahl verschiedener Songs aus den Alben der Bandgeschichte wie Master of Brutality (2001) , Houses Of The Unholy (2009), The Kingdom Scum (2013) oder And There Were None …(2016). Als Zugabe gibt es den Song Murderfreak Blues. Die Songs behandeln übrigens alle thematisch Massenmörder der Zeitgeschichte.
Nach achtzig Minuten ist dieser großartige Gig dann leider zu Ende. Church Of Misery haben mich mal wieder geflasht. Die Jungs kommen direkt runter zum Merchstand und signieren mir die Sachen. Ich verabschiede mich kurz nach Mitternacht von ihnen und fahre nach Hause.

Fazit: Genialer gut besuchter Doom / Sludge Abend mit Church Of Misery, Bongzilla, Dopethrone und Sons Of Otis. Auch, wenn der Sound nicht unbedingt perfekt war, hat es reingehauen. Bei den Lichtverhältnissen muss ich in Zukunft mal schauen, wie ich trotzdem noch anständige Bilder hinbekomme. Der nächste Konzertabend im Kesselhaus mit Eyehategod kann kommen.

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