Coronatus – Cantus Lucidus

“Freundschaft…Nicht!“

Artist: Coronatus

Herkunft: Stuttgart, Deutschland

Album: Cantus Lucidus

Spiellänge: 42:02 Minuten

Genre: Double Female-Fronted Gothic/Symphonic Metal

Release: 05.12.2014

Label: Massacre Records

Link: http://www.coronatus.de

Bandmitglieder:

Gesang – Carmen Lorch
Gesang – Anny Maleyes
Gitarre – Oliver
Keyboard und Orchestra – Pinu’u Remus
Schlagzeug – Mats Kurth

Tracklist:

  1. Schnee & Rosen
  2. Deborah
  3. No Holy Wars
  4. The Elvenwell (I Can Give You…)
  5. Freundschaft
  6. Cathy’s Floor
  7. Unsterblich
  8. Autumn Child (In My Dreams)
  9. Ihr Habt Die Schuld!

Coronatus - Cantus Lucidus

Mit Cantus Lucidus rückt nun das sechste Album der aus Stuttgart stammenden Formation Coronatus bei uns ins Haus. Was das jetzt heißt, wusste ich ganz ehrlich nicht als ich mir diese Platte genommen hatte. Fangen wir erstmal damit an, dass ich die Klischees aus der Welt räume, dass Frauen im Metal nichts verloren haben. Ich selbst bin großer Fan von Nightwishs Tarja- und Floor Jansen-Zeit, höre gerne Arch Enemy, finde Revamp und Epica klasse und ich liebe die neue Platte von May The Silence Fail (Review: hier) – und die haben bekanntlich sogar zwei Frauen am Mikrofon.

Ebenso wie bei den eben genannten May The Silence Fail hat man sich bei Corontus dafür entschieden, nicht nur eine, sondern sage und schreibe zwei Sängerinnen um das Mikrofon kämpfen zu lassen. Leider aber ohne Erfolg, denn das, was als Konzept zuerst noch ganz nett klang, entpuppt sich ganz schnell als disharmonischer Rückschritt (wenn man da noch von Rückschritt sprechen kann – sorry). Während melodisch zwar versucht wird, eine Atmosphäre aufzubauen wird alsbald der Gesang einsetzt, wieder alles zu nichte gemacht. So ist man musikalisch auf einem Niveau mit Bands wie Epica, jedoch ohne dabei einen Schuh daraus zu machen.

Okay, kleines Beispiel: Der Song Freundschaft startet mit einem echt packenden Synthesizer-Part und auch die Riffs sind eingängig genug, um bei der Masse mithalten zu können, doch wenn dann eine Gesangsstimme (oder eher zwei) darübergelegt werden, die das Lied zum Schlager verkommen lassen (nichts gegen Schlager) ist der Spaß bei mir einfach vorbei.

Hightlight des Albums ist für mich der Song Cathy’s Floor. Hier bringen die Stuttgarter Folkelemente zusammen mit leichten Gothic Rock-Passagen und auch will die Stimmkonstellation mal nicht anstrengend klingen.

Fazit: Coronatus ist und bleibt für mich eine Band, die nicht nochmal freiwillig in meinen Mediaplayer eingelegt wird. Sicher sind da Ansätze, die gut sind und auch die Stimmen für sich sind auch nicht krumm oder gar schlecht. Ich denke jedoch, da wäre Coronatus mit einer Sängerin besser aufgehoben. Dazu kommt noch, dass man zeitweise im Regal neben Andrea Berg und Helene Fischer besser ankommen würde als in Bereichen, wo tiefe Stimmen und Operngesang auf hohem Niveau zusammenprallen. Im Vergleich zur Platte Terra Incognita (von 2011 - und ja, ich habe sie gehört) macht man leider noch einen weiteren Schritt zurück.

Anspieltipps: Cathy’s Floor
Kai R.
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