Crown Of Glory – Ad Infinitum

Schweizer legen die Messlatte im Melodic/Power Metal hoch

Artist: Crown Of Glory

Herkunft: Luzern, Schweiz

Album: Ad Infinitum

Spiellänge: 59:47 Minuten

Genre: Melodic Metal, Power Metal

Release: 11.09.2020

Label: Fastball Music

Links: https://www.crown-of-glory.ch
https://www.facebook.com/crownofglory.ch/

Bandmitglieder:

Gesang – Heinz „Hene“ Muther
Gitarre – Markus Muther
Gitarre – Hungi Berglas
Bass – Jonas Lüscher
Keyboard – Oli Schumacher
Schlagzeug – Lukas Soland

Tracklist:

01. Emergency
02. Something (feat. Seraina Telli)
03. Let`s Have A Blast
04. Emporium Of Dreams
05. Surrender
06. Infinity
07. Glorious Nights
08. Make Me Believe
09. Master Of Disguise
10. What I`m Made Of
11. Until I`m Done
12. Say My Name

Dass die Schweiz eine Menge guter Musiker zu bieten hat und in der Vergangenheit eine ganze Reihe guter hardrockender Bands hervorgebracht hat, ist allseits bekannt. Eine diese Bands ist definitiv Crown Of Glory, die zu den Urgesteinen der Schweizer Metalszene gehören. Die Band um Frontmann Heinz „Hene“ Muther aus Luzern gründete sich bereits 1998 und veröffentlichte nach einem Demo (2001) und zwei EPs (2005/2007) ihr Debütalbum Raven`s Flight im Jahr 2008. 2014 legte man mit King For A Day gewaltig nach, doch dann begann für die Fans der Melodic Metaller eine lange Wartezeit.

Nach gut sechs Jahren ist die sechsköpfige Truppe nun zurück und hat mit Ad Infinitum ein drittes Album und zwölf brandneue Melodic Metal Tracks im Gepäck. Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits im Mai 2020 in Form des Videos zu What I´m Made Of, bevor vor einigen Tagen dann der zweite Vorab-Song Something feat. Dead Venus / Ex-Burning Witches Oberhexe Seraina Telli nachgeschoben wurde. Das Album dürfte wohl eines der am meisten erwarteten Metalalben in der Schweiz dieses Jahres sein.

Der Einstieg in Ad Infinitum gelingt mit Emergency: Symphonische Keyboards und Sirenengeheul machen direkt klar, wohin die Reise im Corona-Jahr 2020 geht. Die Schweizer sind fest im Melodic Metal verankert, und so gibt es für den geneigten Hörer keine allzu großen Überraschungen. Wer Bands wie z.B. Edguy oder Pretty Maids mag, der wird hier nicht enttäuscht. Melodic Metal mit kraftvollem, klaren Gesang wird hier großgeschrieben. Die Nummer entwickelt sich zu einem wahren Riffmonster und kann mit einem feinen Gitarrensolo überzeugen. Ein Auftakt nach Maß, der Lust auf mehr macht.

Something kennt man bereits. Das Duett mit Dead Venus / Ex-Burning Witches Frontbiest Seraina Telli, zu dem Crown Of Glory ein Video produziert haben. Die Rocklady verfügt definitiv über eine der besten weiblichen Stimmen, die der Schweizer Rockzirkus zu bieten hat. Nachdem Keyboard und Gitarren in den Song führen, findet ein dynamischer, druckvoller Wechsel zwischen Stimme und Musik statt. Definitiv ein Highlight.

Der Titel des dritten Tracks ist Programm, Let`s Have A Blast. Melodischer Hardrock mit einem Refrain, der alles mitreißt. Die Stärke von Crown Of Glory liegt ganz klar in eingängigen Hooklines, messerscharfen Riffs und coolen Chorgesängen. Verantwortlich dafür: Frontmann Henne und Gitarrist Hungi Berglas, der auch für die Produktion verantwortlich zeichnet.

Die obligatorische Ballade darf bei den Schweizern natürlich nicht fehlen, und so werden bei Surrender wesentlich ruhigere Töne angestimmt. Eingeleitet von einem Piano liegt der Focus zunächst auf Vocals und Text, bevor dann im Refrain Gitarren, Bass und Drums einsetzen. Der Schmachtfetzen legt dann zwar etwas an Tempo zu, aber zum Ende hin wird der Hörer wieder vom Piano hinausbegleitet. Früher wären bei den Konzerten die Feuerzeuge gezückt worden, heute werden beleuchtete Handydisplays das Spektakel begleiten. Die Ballade wirkt hier nicht einmal fehl am Platz und wird sich auch bei den Livegigs bestens einfügen.

Mit Infinity scheint sofort die nächste Ballade zu folgen, denn man steigt wiederum sehr ruhig ein, doch Vorsicht …, auf balladeske Töne folgen pfeilschnelle Gitarrenriffs und Double Bass-Attacken. Abwechslung wird großgeschrieben, denn hier wird nun das Keyboard zum tragenden Element und Hene begeistert mit knackigem Gesang.

Glorious Nights scheint zunächst ein einziges Experiment zu sein, denn die Nummer ist ein einziges Auf und Ab. Takt- und Geschwindigkeitswechsel ziehen sich durch den Song und nehmen sich ans Händchen, begleitet von gefühlvollen Keyboardpassagen. Hier kommt das geniale Händchen von Thomas Johansson ins Spiel, denn alles ist perfekt gemixt und harmoniert miteinander. Hene zeigt sich von seiner aggressiven Seite, doch hier passt der Gesang.

Make Me Believe zeigt erneut, wie abwechslungsreich die Schweizer aufgestellt sind, denn die Nummer geht durchaus als Symphonic Metal durch. Man braucht Geduld, denn über eine Minute lang wird der Song eingeleitet, bis dann der Gesang einsetzt. Die bereits bekannten Chorpassagen und Keyboardklänge ziehen sich durch den ganzen Song und lassen ihn leben. Auch Seraina Telli darf hier noch einmal mit ran. Als Kontrast gibt es direkt im Anschluss mit dem harten Master Of Disguise auf die Zwölf.

Die erste Singleauskopplung What I`m Made Of dürfte hinlänglich bekannt sein, kursiert das Video doch schon seit Monaten im Netz. Die Nummer hat alles zu bieten, was man von einem guten Melodic Metal Song erwartet, vor allem die zweistimmigen Gitarrenduelle begeistern. Until I Done wirkt sperrig und verschachtelt, aber gebt der Nummer ein paar Durchläufe, sie wird mit jedem Mal mehr Potenzial entwickeln. Besonders in den verschachtelten Chorpassagen reicht hier ein Ohr nicht aus, keine leichte Kost, aber mit jedem Durchgang zündet der Song mehr und mehr.

Mit Say My Name geht das Album viel zu früh zu Ende. Noch mal eine CD mit gleicher Laufzeit dazugepackt und die Songs werden noch immer nicht langweilig. Hier gibt es noch einmal eingängige und melodische Hardrock-Riffs auf die Ohren mit einem geilen Gitarrensolo im Mittelteil.

Wer sich das Album live geben will, am 12. September 2020 spielen Crown Of Glory eine Album-Release-Show im Old Capitol in Langenthal, Schweiz, für die die Band einige Überraschungen geplant hat.
Hier geht es zu den Tickets: https://www.ticketcorner.ch/noapp/artist/crown-of-glory

Crown Of Glory – Ad Infinitum
Fazit
Fans von Edguy, Stratovarius, Pretty Maids und ähnlichen Wiederholungstätern müssen hier zwangsläufig zuschlagen. Ein sehr abwechslungsreiches, dynamisches Album, mit dem Crown Of Glory die Messlatte in der Schweiz sehr hoch legen. Bei dem Ergebnis fällt es leicht, die sechs Jahre Wartezeit zu verzeihen. Ad Infinitum entstand in Zusammenarbeit mit Crematory-Gitarrist Rolf Munkes als Co-Produzent und wurde von Thomas Johansson (H.E.A.T., Soilwork, The Night Flight Orchestra u.a.) gemixt und gemastert, die beide eine erstklassige Arbeit abgeliefert haben.

Anspieltipps: Something, Emergency, What I`m Made Of und Until I Done
Andreas F.
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