Dargor – Descent Into Chaos

Ein Mann reicht wohl nicht aus

Artist: Dargor

Herkunft: Krosno, Polen

Album: Descent Into Chaos

Spiellänge: 31:33 Minuten

Genre: Melodic Black Metal

Release: 30.04.2021

Label: Kancho Records

Link: https://dargor.bandcamp.com/album/descent-into-chaos

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Keyboard – Michal Kustra
Gitarre – Jaromir Przewoznik
Gitarre – Michal Socha
Bassgitarre und Backgroundgesang – Damian Muszynski
Keyboard – Dawid Warchol
Schlagzeug – Maciej Socha

Tracklist:

  1. Abysses
  2. Bloodthrist
  3. Awaken
  4. The Wolfpack (Satyricon Cover)
  5. Hellfire
  6. Decay
  7. Crown (Samael Cover)

Eigentlich ist Dargor nur aus Zufall entstanden, denn der Frontmann Michal Kustra hatte das Projekt eigentlich als One-Man-Project begonnen und nahm auch schon Songs auf. Als dann jedoch eine Anfrage für einen Gig reinkam und er Leute suchte, wurde aus einem Einzelnen dann die jetzige Gruppe Dargor mit einem ordentlichen Line-Up.

Das erste Album hat auch nicht auf sich lange warten lassen und so erschien Ende April das Werk Nummer eins Descent Into Chaos, welches komplett nach den Vorstellungen von Michal entstanden ist. Ein kleiner Ausbruch in den verschiedensten Sphären des Melodic Black Metals. Kleine Virtuosen spielen immer wieder kleine gemütlich Melodien, welche immer wieder ausreißen und Tempo aufnehmen. Und obwohl harmonische Melodien das Album dominieren, fehlt es im Album zu keinem Zeitpunkt an massiver Dunkelheit. Die Gesangseinlagen von Michal und Damian harmonieren perfekt und ergänzen sich gegenseitig, als ob die beiden jahrelang nichts anderes gemacht hätten.

Hellfire, mein Lieblingssong auf der Scheibe, ist schön träge und schleppt sich durch den Raum, wie die Leichen bei The Walking Dead, einfach schön mitzuverfolgen. Die technischen Feinheiten, welche Maciej am Schlagzeug einbaut, sind auch nicht außer Acht zu lassen, denn was hier abgeliefert wird, ist ohne zu übertreiben On-Point. Extrem klare und vor allem prägnante Drums lassen mein Herz höherschlagen und ich würde Dargor an den Drums vermutlich auch mit als Erstes erkennen, weil die Rhythmen sehr speziell und schön individuell gestaltet sind. Ich ziehe meinen Hut – so eine Show im Melodic Black Metal abzuziehen, typisch ist das nicht! Passt dennoch wie die Faust auf’s Auge!

Decay ist dann auch schon der Abschluss des Albums und schlägt noch mal teilweise eine komplett andere Richtung ein. Während die anderen fünf Songs mehr die melodische Richtung einschlagen, ist Decay eher geprägt von DSBM Elementen, was für ein Ende aber klug gewählt ist. Ganz ruhig und behämmernd endet das Album und lässt einen so etwas verlassen dastehen, was unglaubliche Lust auf mehr macht. Es kommt einem vor wie ein Cliffhänger, der auf die nächste Staffel vorbereitet und sehnsüchtig darauf warten lässt. Und mit den schmerzenden Gedanken, dass es jetzt vorbei ist, läuft der Track langsam aus, bis er komplett von Rauschen übertönt wird, worauf sich noch ganz fein und leicht eine Gitarre legt – mir gefällt’s!

Dargor – Descent Into Chaos
Fazit
Es ist viel dabei: Melodie, Harmonie, Schmerz, Sehnsucht, Leid, Dunkelheit. Einfach toll, für ein erstes Album nahezu perfekt. Mich stören teilweise nur kleine Variationen und klarere Songstrukturen, welche das Album nicht so durchlässig gemacht hätten, dennoch wirkt sich das nicht auf die Qualität aus, das sind rein meine Empfindungen – macht euch doch aber selbst ein Bild davon!

Anspieltipps: Hellfire und Decay
Paul M.
6.9
Leser Bewertung0 Bewertungen
0
6.9
Punkte
Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
<iframe src="" width="100%" height="185">
Where To Listen: