Darkness – First Class Violence

„Erstklassiger Thrash aus dem Ruhrpott“

Artist: Darkness

Herkunft: Essen / Deutschland

Album: First Class Violence

Genre: Thrash Metal

Spiellänge: 40:51 Minuten

Release: 12.10.2018

Label: Massacre Records

Link: http://www.darkness-thrash.de/

Bandmitglieder:

Gesang – Lee
Schlagzeug – Lacky
Gitarre – Arnd
Gitarre – Meik
Bass – Dirk

Tracklist:

1. Prelude In E (Intro)
2. Low Velocity Blood Spatter
3. Neoprimitive
4. Hate Is My Engine
5. See You On The Bodyfarm
6. Zeutan
7. The Autocrazy (Autocracy) Club
8. Born Dead
9. First Class Violence
10. I Betray

Die Essener Darkness sind alte Thrash Metal Recken. Eigentlich müssten Darkness ganz oben auf der Thrash Metal Liste stehen, zumindest auf der deutschen Liste. Das verhinderte bisher aus meiner Sicht zum einen der häufige Line-Up Wechsel. Nur Schlagzeuger Lacky ist noch von der Urbesetzung übrig geblieben. Der andere Hintergrund ist aus meiner Sicht die Namensgebung. Der Bandname Darkness ist nun wirklich ein Name, der jedem Hund und jeder Katze einfällt. So gibt es im Metal tatsächlich fünfzehn!!! Kapellen, die sich Darkness nennen. Unzählige weitere Bands führend Darkness in ihrem Namen. Zu allem Überfluss gibt es nun in Deutschland auch noch zwei Thrashkapellen mit dem Bandnamen Darkness. Die eine kommt aus Ludwigshafen und die, um die es hier geht, kommt aus Essen.

Ganze vierunddreißig Jahre haben Darkness bereits auf dem Buckel, wobei Lacky ja nur noch wirklich von der Urbesetzung übrig geblieben ist. Die größte Schaffensphase hatte die Band Ende der Achtziger. Es folgten Bandauflösung und Wechsel des Bandnamens. Seit 2013 ist man im jetzigen Line-Up aktiv.

Das neue Album First Class Violence ist bei Massacre Records erschienen. Erhältlich ist es als CD und als limitierte black Vinyl Pressung. So gehört es sich, denn das Album hat es verdient, auf Vinyl zu erscheinen. Das auffallend geile Coverartwork stammt von Timon Kokott (Teutonic Slaughter, Runespell, Nightbearer etc.).

Das Intro Prelude In E verrät nicht, was uns die nächsten vierzig Minuten widerfahren wird. Nein, hier wird uns was ganz anderes vorgegaukelt.

Beginnt Low Velocity Blood Spatter zunächst noch verhalten, wird nach knapp einer Minute bereits wild drauflos geknüppelt. Der Song kommt massiv, aber nicht zu schnell rüber. Auffallend: die recht dunklen Voices von Sänger Lee. Keine schrillen Shouts. Tolles Geknüppel, welches sich durch Variationen im Tempo auszeichnet.

Neoprimitive ist dann kontinuierliches Humba Ta Humba Ta. Dies super gut gemacht. Mit dem richtigen Tempo und Groove. Das geht fast übergangslos in den nächsten Song Hate Is My Engine über.

Einen ganz anderen Groove hat See You On The Bodyfarm. Hier sind wieder Richtungswechsel im Anschlag der Drumbatterie zu vernehmen. Abwechslung ist in diesem Song angesagt, inklusive schönem Gitarrensolo.

Zeutan zeigt sich im wilden Galopp. Wir vernehmen Jürgen „Ventor“ Reil (Kreator) und Tom Angelripper (Sodom) als Gastsänger bei diesem Song, die durch ihre Performance dem Song den Ritterschlag geben. The Autocrazy (Autocracy) Club versucht das Tempo noch mal ein Stück anzuheben, hat aber auch immer wieder seine Tempowechsel.

In Born Dead, zeigen die Jungs aus Essen, dass sie einen sehr melodischen Thrash Metal spielen können, dem der Kohlestaub des Ruhrpotts jedoch nicht fehlt.

Was soll man zu First Class Violence überhaupt sagen? Der Song ist ja wirklich first class. Da wird regelrecht alles zerhackt. Da zeigt die Combo wirklich alles, was sie drauf hat. Beim Rausschmeißer I Betray verraten sie den Trash Metal nicht. Es wird so weitergemacht, wie auf der gesamten Platte: Thrash at its best. Der Song hat dann urplötzlich noch ein besänftigendes Outro. Das führt uns, genauso wie der Opener des Albums, in die Irre, denn das hat gar nichts damit zu tun, was wir bisher gehört haben. Diesen Song hätte man aus meiner Sicht teilen sollen / können. Den Outroteil von I Betray mit dem Chorgesang hätte man wirklich als separates Outro selbst auslaufen lassen sollen. Dann wären alle Thrashsongs zwischen einem Intro und Outro eingebettet gewesen. Naja, hätten sie mich mal vorher gefragt 🙂

Fazit: Darkness haben es mit First Class Violence geschafft, uns eine tolle zeitlose (Ruhrpott) Thrash Metal Platte zu kredenzen. Hier fällt kein Song gegenüber dem anderen ab. Toller Thrash mit einem klasse treibenden Schlagzeug, welches die anderen Musiker zum Galopp antreibt. Der Galopp ist recht schnell, geht aber nicht in Extreme Gefilde. Die Essener schaffen es, sich in die sehr guten deutschen Thrashveröffentlichungen dieses Jahres vorne einzureihen.

Anspieltipps: Neoprimitive, The Autocrazy (Autocracy) Club, First Class Violence
Juergen S,
8.9
Leserwertung1 Bewertung
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