Darkness Over X-MAS Tour: Caliban + Support am 29.12.2017 im Substage, Karlsruhe

Headliner: Caliban

Vorband(s): Bury Tomorrow, Blood Youth, Die Hard

Ort: Substage, Karlsruhe

Datum: 29.12.2017

Kosten: 29,90 € VVK

Genre: Metalcore, Hardcore, Punk

Veranstalter: Kingstar GmbH

Im Raum Karlsruhe und eigentlich auch für die komplette Metalcore Szene im Süden glich es einem kleinen Stich im Herzen, als bekannt wurde, dass das Knockdown Festival, welches 2015 startete, dieses Jahr nicht stattfinden würde. Ersatz gab es aber dennoch: Niemand Geringeres als Caliban, welche auch 2016 das Knockdown Festival als Headliner rockten, begab sich in den letzten Wochen des Jahres auf die Darkness Over X-Mas Tour. Zusammen mit Die Hard, Blood Youth und Bury Tomorrow sollte so dennoch wenigstens das Substage in Karlsruhe zerschmettert werden. Eine Tour, die übrigens für Caliban eine langjährige Tradition hat.

26.12.2017 Leipzig, Conne Island
27.12.2017 Bochum, Zeche
28.12.2017 München. Backstage Werk
29.12.2017 Karlsruhe, Substage
30.12.2017 Hamburg, Gruenspan

Während der Weihnachtszeit ist natürlich niemand am Stressen und so findet man eine Großzahl des Publikums auch kurz vor Beginn noch draußen vor dem Substage, welches innen dann aber auch bereits eine gute Meute vorzuweisen weiß. Der Abend wird auch voll werden, denn Caliban schaffen es dank Abendkasse die Hütte komplett zu machen. Aber die Herren der Stunde sind natürlich noch nicht ganz an der Reihe, denn als Opener dient zunächst einmal Die Hard. Die Hamburger Band hat sich einer interessanten Mischung aus Hardcore und Metalcore zugewandt, die recht positiv beim Publikum anzuklingen scheint – allerdings auch nur leicht, da die Bewegungsfreude sich doch stark in Grenzen hält. Einige Gesichter wirken auch nicht vollends überzeugt, während andere demonstrierend den Kopf wippen. Insgesamt machen Die Hard nichts falsch mit ihrem Auftritt, dennoch bräuchte ihr Sound noch einen gewissen Schliff, da sie sonst doch zu sehr 08/15 klingen und sich aus der Masse eher nicht werden rausbewegen können.

Der nächste Act zeigt sich dann wieder um einiges spannender: Blood Youth haben nicht nur im Jahr 2017 ihr Debütalbum veröffentlicht, sondern waren auch fleißig am Touren und so stolperte man eventuell bereits vorher über die Jungs. Die Briten mögen zwar noch am Anfang stehen, vom Sound her präsentieren sie sich allerdings als Szenenband schlechthin, quasi ein perfekter Mix zwischen Stick To Your Guns und Architects. Ihr recht kleines Set weiß mit Abwechslung, aber auch Tempo zu überzeugen und einzelne Parts werden schon fleißig von Fans mitgesungen. Auch Bewegung kommt mit dem einen oder anderen Circle Pit in die Menge. Blood Youth werden sich wohl definitiv ganz gut in der Szene ausleben können und wer weiß? Eventuell werden sie schon bald eigene Headliner Touren füllen können.

Was sich da allerdings so bisher bei Die Hard und Blood Youth abgespielt hat, ist alles relativ kalter Käse im Vergleich zu der Menge, welche man während Bury Tomorrow erleben darf. Die Briten, welche inzwischen an ihrem fünften Album arbeiten, sind immer mehr als nur gerne gesehen, auch wenn sie sich leider häufig nur als Support blicken lassen. Dadurch ist das Set zwar immer zu kurz, aber man saugt eben jede Minute auf. Ab dem ersten Riff steht hier keiner mehr auf seinem Platz, sondern bewegt sich in Massen im Pit oder zieht schöne Kreise auf dem Boden. Bury Tomorrow wissen, wie sie einheizen, und benötigen auch nicht wirklich mehr dafür als ihre Musik. Auch die teils lästigen Crowdsurfer lassen natürlich nicht lange auf sich warten, womit dann auch die Sicherheitsmänner beschäftigt sind. Hier und da fliegt ein Schuh, dann ein Mensch. Bury Tomorrow, wie sie im Buche stehen und eine Liveband, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Auch wenn mit Bury Tomorrow mein persönlicher Headliner bereits vorbei ist, so gibt es den eigentlichen Headliner natürlich auch noch: Caliban muss man wohl nicht weiter vorstellen. Sie sind eine der wenigen deutschen Bands, bei denen man mal gerne vergisst, dass sie aus dem eigenen Lande sind. Spätestens dann, wenn aber die deutschen Klassiker wie Schwarzes Herz um die Ecke kommen oder halt eben die Meute begrüßt wird, fällt einem das auch wieder ein. Neben Heaven Shall Burn gehören Caliban wohl zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Metalcore Szene, weshalb sie natürlich auch mehr als nur beliebt sind.

Ähnlich zu Bury Tomorrow steht auch hier die Masse nicht still, bewegt sich aber um einiges härter gegeneinander. Die Circle Pits zieht man nun auch um das Technikpult herum, womit man fast schon das Gefühl hat, einen leichten Marathon abzuleisten: Ausdauersport at its finest! Caliban geben sich souverän auf der Bühne, witzeln über typische Weihnachtsklischees sowie über die Tradition der Zugabe – welche sie am Ende dann natürlich dennoch geben. Ganz zum Schluss werden sie auch noch einmal von Bury Tomorrow Frontmann Daniel unterstützt, was musikalisch so gut passt, dass man sich hier sehr gerne einen gemeinsamen Song herbeiwünschen würde. Am Ende hat wohl keiner mehr Energie und die Schweißtropfen fallen fast von der Decke. Die Darkness Over X-Mas Tour ist eine wundervolle Tradition, die jedem Fan das Jahresende noch einmal versüßt und so kann man nur zufrieden in das Jahr 2018 starten.

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