Das Core Fest 2019 am 05.10. im Club Zentral, Stuttgart

Neue Gesichter und einige Überraschungen

Eventname: Core Fest 2019

Band: All Faces Down, A Long Way To Fall, Venues, Knockout Concept, We Are In Plastic, Mel T. Eyes, Escape The Void

Ort: Club Zentral, Stuttgart

Datum: 05.10.2019

Kosten: 15,99 € (ausverkauft)

Genre:  Metalcore

Veranstalter: Front Row Events Esslingen

Tickets:  https://www.eventim.de/event/core-fest-club-zentral-stuttgart-11802143/?fbclid=IwAR2stFnVoT7snkSPXg7m–hCE7K1ZY8TkyX1TGTYbzXBoU_x03YjQVbCipo

Links: https://www.corefest.de

Auch wenn der Sommer inzwischen endgültig vorbei ist, so bedeutet das nicht, dass man auf mehrere Bands an einem Tag verzichten muss, auch, wenn die Festivalsaison eigentlich beendet ist. Dass es funktionieren kann, „kleinere“ Festivals zu organisieren, zeigt sich am 5. Oktober im Club Zentral in Stuttgart, welcher eine gute Menge an kleinen sowie größeren Metalcore Bands versammelt, um einfach einen (fast) ganzen Tag lang Spaß zu haben. Mit dabei sind All Faces Down, A Long Way To Fall, Venues, Knockout Concept, We Are In Plastic, Mel T. Eyes sowie Escape The Void. Ein Abend voller neuer Bands und auch einigen bekannten Gesichtern!

Als Opener des Tages bzw. des Core Festes dienen We Are In Plastic. Die Band aus Karlsruhe erinnert zumindest namentlich erst an diesen vielleicht bekannten Song Barbie Girl von der Eurodance Band Aqua – eine Assoziation, die lediglich dem Namen zu verdanken ist und die nach den ersten Tönen auch im Hintergrund des Kopfes verschwindet, denn mit Barbies hat diese Gruppe natürlich sehr wenig am Hut. Mit einem gängigen Mix aus Metalcore sowie Post-Hardcore heizen die Jungs die Bühne gut ein und auch, wenn das Publikum wohl noch recht unvertraut mit der Band ist, so präsentiert sich hier eine sofortige Zufriedenheit. Auch wenn We Are In Plastic nicht unbedingt etwas Außergewöhnliches präsentieren und auch an der einen oder anderen Stelle mit der Technik zu kämpfen haben, so kann die Band durch Energie und Authentizität auf der Bühne punkten.

 

Die nächste Band im Line-Up ist Escape The Void, die sich musikalisch recht ähnlich zu allen Artists an diesem Abend im Genre des Metalcores bewegt. Ein Auftritt, der zumindest in der ersten Hälfte etwas schwächelt, scheint doch das Publikum nicht so ganz warm mit der Gruppe zu werden. Und ja, auch ein Aufruf zur Wall Of Death bildet zwar die bekannte Lücke, die am Ende dann aber einfach leer bleibt und wohl für eine Wall Of Death sorgt, an welche sich sowohl die Gruppe als auch das Publikum noch lange erinnert wird – nämlich durch die Entstehung eines ‚Hole Of Death‘. Und auch wenn dies durchaus etwas peinlich für einen Liveauftritt ist, so schaffen es Escape The Void dennoch das Ruder in der zweiten Hälfte noch einmal rumzureißen und so einige spaßige Momente zu kreieren.

 

Bereits kurz danach folgt die Gruppe Knockout Concept, die dort anknüpft, wo Escape The Void aufgehört haben – was leider auch bedeutet, dass das Publikum erneut erst wieder etwas warm werden muss. Insgesamt scheint bisher die Resonanz der Zuschauer eher etwas abgeschwächt, wobei Knockout Concept zwar gängigen Metalcore auf die Bühne bringen, der von instrumentaler Seite zu überzeugen versteht, dennoch aber vor allen an den Vocals an einigen Stellen zu schwächeln scheint. Dennoch stimmen auch hier zumindest die Bühnenpräsenz sowie Authentizität, welche das Publikum im Verlauf anzustecken scheinen und zum Ende hin dann doch etwas mehr Feuer in den Raum bringen.

 

Die nächste Band auf der kleinen Stage, Mel T. Eyes, kann musikalisch an Ecken punkten, die man zumindest teilweise bisher vermisst hat. Mit deutlicher Stärke in den Vocals sowie auf der emotionalen Ebene gelingt es diesen Newcomern, viele Zuschauer sofort in den Bann zu ziehen, wobei hier vielleicht nun auch der näher rückende Abend eine Rolle spielt – das Nachmittagstief scheint langsam vorüber. Mel T. Eyes scheinen zwar vom Sound her auch zumindest bisher eher nur die Nische des Metalcores zu bedienen, dennoch beweisen sie sich mit Texten, die berühren und einem Sound, der zum Bewegen anregt – und bei einem solchen kleinen „Festival“ hat man als Zuschauer auch erst mal keine weiteren Erwartungen.

 

Danach geht es auch schon weiter mit A Long Way To Fall. Der hier präsentierte Metalcore zeigt sich als harmonisch und mitreißend und das Publikum schient zumindest größtenteils vertraut mit der Band. So ist die Stimmung doch von Anfang an auf einem etwas höheren Level als bisher – auch wenn eventuell dies einfach mit dem Fortschreiten des Abends zu tun hat. Es scheint aber definitiv der richtige Push zu sein den Abend noch einmal richtig auffahren zu lassen und langsam aber sicher scheinen auch die letzten ihre Tanzbeine etwas schwingen zu wollen – oder eben ihren Kopf.

 

Danach betritt eine Band die Bühne, welche wohl mehr als nur bekannt, und auch recht beliebt im Raum zu sein scheint. Die Rede ist von Venues, die eventuell dem einen oder anderen Zuschauer bzw. Leser noch unter dem Namen Break Down A Venue bekannt sind. Inzwischen zwar mit einem verkürzten Namen, aber dennoch starkem Wiedererkennungswert, der vor allem durch die Vocal Kombination von weiblichem Klargesang von Sängerin Lela sowie den Shouts von Robin entsteht. Diese hier eher seltene Zusammenführung von weiblichen sowie männlichen Vocals entsteht nicht nur ein sehr interessantes Gesamtbild, sondern gibt den Songs im Set auch eindeutig mehr Farbe sowie Individualität, die im Kopf stärker haften bleibt. Das Publikum scheint jedenfalls begeistert und Venues verstehen es, die Bühne zu rocken und auch jeden letzten Zuschauer auf irgendeine Art und Weise mitzureißen – definitiv der Höhepunkt des Abends.

 

Für den eigentlichen Schluss sorgen dann aber All Faces Down. Die Post-Hardcore Gruppe aus Wien ist nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal in Stuttgart bzw. allgemein in Deutschland auf Tour unterwegs und auch hier herrscht eine gerne gesehene Vertrautheit zwischen Künstler und Zuschauer. Vor allem gefühlvoll präsentiert sich das letzte Set des Abends, auch wenn es noch genügend zum Tanzen und Energie rauslassen einlädt. Die Erfahrung und somit auch Präsenz auf der Bühne stimmt und insgesamt scheint jeder Zuschauer im Publikum zufrieden die letzten Klänge des Abends zu genießen – bevor es dann zur After Party weitergeht.

Insgesamt lässt sich sagen, dass es den Veranstaltern gelungen ist, mit dem Core Fest 2019 ein kleines Minifestival aufzuziehen, welches sich nicht nur hervorragend den Genres rund um Metalcore sowie Post-Hardcore widmet, sondern auch eine geniale Plattform für vor allem kleinere Bands und Newcomer bietet, ihre Musik vor einem vollen Publikum zu präsentieren und einfach dabei ungezwungen Spaß zu haben. Kleine Fehler oder Probleme mit der Technik stören hier nicht und auch, wenn so manche Wall Of Death zum ersten Mal komplett versagt, kann über so was eher gelacht werden. Das Format funktioniert und scheint auch beim Publikum entsprechend gut anzukommen, womit man nur noch hoffen kann, dass ein ähnliches Event auch nächstes Jahr wieder stattfindet.

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