“Das Interview mit Steff von toRyse über die aktuelle EP, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“

 

Artist: toRyse

Herkunft: Nürnberg, Deutschland

Genre: Metalcore

Label: Boersma Records

Link: https://www.facebook.com/toRyseBand/

Bandmitglieder:

Gesang – Steff
Gitarre – Chris
Gitarre – Dali
Bassgitarre – Till
Schlagzeug – Thorsten

 

 

Time For Metal / Heike L.:

Hallo Jungs,
Ich weiß zwar nicht, ob Ihr mein Review zu Erased überhaupt gesehen habt, denn auf Eurer Seite habe ich es nicht gefunden, aber wenn ihr dann so Vergleiche mit den Großen des Metalcore lest, geht das doch sicherlich runter wie Öl, oder?

toRyse / Steff:

Hey Heike! Doch doch, keine Sorge – den Review haben wir gelesen und freuen uns riesig über die Bewertung und deine Begeisterung! Allerdings kamen hier und da ein bisschen die Sommerfestivals dazwischen, auf denen man das als Besucher nicht so ganz mitbekommt 😉 Aber zurück zu deiner Frage: Die Vergleiche schmeicheln natürlich sehr und wir möchten uns auch mega dafür bedanken – hoffentlich steigt uns das nicht zu Kopf 😉

Time For Metal / Heike L.:

Ich habe Euch erst mit dieser EP Erased kennengelernt, aber toRyse gibt es ja schon seit 2014. Wenn ich mir Eure Fotos so angucke, dürfte Euer Durchschnittsalter bei Ende 20/Anfang 30 liegen (bitte korrigiert mich, falls ich komplett falsch liege). Wie kommt man darauf, in einem so umkämpften Geschäft noch eine Metalband zu gründen? Einfach nur aus Spaß, um die Musik machen zu können, die man selbst gern hört? Ihr investiert ja schließlich zumindest sehr viel Zeit, von allem anderen gar nicht zu reden.

toRyse / Steff:

Fast richtig geraten! Im Durchschnitt sind wir noch etwas über Mitte 20, also gerade noch so jung genug 😉 Wie du bereits richtig gesagt hast, werkeln wir bereits seit 2014 musikalisch zusammen herum, was wir aber rein aus Spaß und Liebe zur Musik machen, ganz desillusioniert vom „großen Durchbruch und Haupteinnahmequelle“. Es ist einfach unser Hobby, das wir gerne professionell betreiben möchten, viel damit herumkommen und neue Leute kennenlernen wollen, sowie vielleicht den ein oder anderen damit begeistern möchten.

Time For Metal / Heike L.:

Ich habe schon einige Reviews für Bands geschrieben, die keine Plattenfirma haben und alles in Eigenregie stemmen. Ihr seid in der glücklichen Lage, eine Plattenfirma zu haben. Wie kam es denn dazu? Hat Boersma Records Euch kontaktiert? Und hatte das Label auch noch irgendeinen Einfluss auf Eure EP (abgesehen vielleicht vom Zeitplan), oder durftet Ihr Euch da vollkommen frei entfalten bzw. waren die Arbeiten schon so weit fortgeschritten, dass Änderungen sowieso nicht mehr möglich gewesen wären?

toRyse / Steff:

Das war ein glücklicher Zufall: 2015 haben wir rein zufällig einen Facebook-Post von Boersma Records gesehen, in dem sie als neu gegründetes Label nach jungen Bands gesucht haben, die Lust auf mehr haben. Da wollten wir uns natürlich nicht zwei Mal bitten lassen und haben sofort eine kleine Bewerbung geschrieben, nach der dann auch prompt alles ins Laufen kam. Und das Wichtigste: Es war vor allem ein Schritt, den wir bisher keinen Moment bereut haben! Tanja und Sascha waren die letzten Jahre immer eine super Hilfe und haben uns jeglichen Freiraum gelassen, vor allem in Bezug auf unsere Zwangspausen, aber auch auf unser Songwriting. Die beiden haben sich eher von uns überraschen lassen, wurden aber bei jedem Schritt oder neuer Hörprobe auf dem Laufenden gehalten.

Time For Metal / Heike L.:

Seit der Bandgründung hat es viele Besetzungswechsel gegeben, und Kompliment dafür, dass Ihr trotzdem nicht aufgegeben habt. War denn aber zumindest die gesamte Zeit über die Grundausrichtung klar, oder bringen neue Bandmitglieder auch neue Ideen mit, die dann erst wieder ausdiskutiert werden (müssen)?

toRyse / Steff:

Glücklicherweise überhaupt nicht. Für uns war die musikalische Richtung schon immer klar und wird seit Bandgründung auch so durchgezogen. Es war viel mehr so, dass die neuen Bandmitglieder damit einverstanden sein mussten, wobei das aber natürlich nicht heißen soll, dass neue Ideen oder Einflüsse außer Acht gelassen wurden. Am Ende muss einfach das große Ganze passen. Jetzt da ich (Steff) von der Gitarre ans Mikro gewechselt habe, ist die Vocal-Richtung natürlich dreckiger und „brutaler“ geworden, unsere Musik als Ganzes ist aber nach wie vor toRyse.

Time For Metal / Heike L.:

Wie läuft das denn überhaupt mit dem Songwriting? Bringt hier jeder seine Ideen mit und stellt diese dann der Band vor? Und gibt es Bands, die Euch, was die Texte und/oder die Musik betrifft, besonders inspirieren? Oder sind speziell die Texte einfach aus dem Leben gegriffen?

toRyse / Steff:

Unsere Basis beim Songwriting bilden so gut wie immer Gitarren und Schlagzeug. Wenn da alles steht wird der Bass ergänzt und zu guter Letzt kommen Lyrics und Vocals. Allerdings ist den gesamten Prozess über jeder involviert und kann sich an jeder Station voll einbringen. Wenn nicht alle mit etwas einverstanden sind, wird so lange daran gebastelt, bis man einen gemeinsamen Nenner hat. Bisher sind wir auch immer sehr gut damit gefahren!

Bands die uns besonders inspiriert haben sind natürlich die musikalischen Wegbereiter und -begleiter wie Killswitch Engage, As I Lay Dying, Bullet For My Valentine, August Burns Red und In Flames – um nur einige zu nennen! Die Texte jedoch sind aus dem persönlichen Leben gegriffen und behandeln persönliche und gesellschaftliche Themen, mit denen man sich zwangsläufig beschäftigt.

Time For Metal / Heike L.:

Wenn ich es richtig gelesen habe, ist Steff vor kurzem von der Gitarre zum Gesang gewechselt. Meiner Meinung nach steht er da meinen Lieblings-Metalcore-Sängern kaum in etwas nach. War er denn bei einem Shoutcoach oder ist er einfach ein Naturtalent und wusste es vorher nur noch nicht?

toRyse / Steff:

Ganz genau und vielen Dank für die Lorbeeren! Tatsächlich war mein Shoutcoach das gute, alte Youtube mit ein paar Tutorials und Aufwärmprogrammen, der Rest war „learning by doing“. Allerdings kam mir hier auch zu Gute, dass ich bereits vor meinem Positionswechsel für die (wenigen) Backingshouts zuständig war und somit nicht ganz unbedarft an die Sache gehen musste.

Time For Metal / Heike L.:

Auch die Instrumentenfraktion spielt ja auf einem sehr hohen technischen Niveau. Da kommt dann bei mir wieder die Frage auf: hatten die Jungs Unterricht, oder ist das tatsächlich alles selbst beigebracht?

toRyse / Steff:

Nicht übertreiben mit der Lobhudelei, sonst glauben wir das am Ende auch noch 😀 Aber auch hier, keine Unterrichtsstunden, sondern alles selbst beigebracht – abgesehen von Till, unserem Bassisten. Der ist allerdings auch quasi Berufsmusiker.

Time For Metal / Heike L.:

Wenn sich das alles nicht so gefügt hätte, wäre es für Euch denn auch eine Option gewesen, rein instrumental unterwegs zu sein? Auch da gibt es ja ziemlich viele Bands, die sehr erfolgreich die härtere Schiene bedienen, z. B. Animals As Leaders oder Abnormal Thought Patterns

toRyse / Steff:

Diese Option hatten wir tatsächlich einmal in den Raum geworfen und überdacht, waren uns dann aber sehr schnell einig, dass wir das eigentlich nicht wollen. Klar gibt es einige bekannte und erfolgreiche Instrumental-Bands im Metal, allerdings sind Lyrics und Vocals ein wichtiger Bestandteil der Musik für uns, die den Songs den finalen Druck und Stimmung verleihen und dazu auch noch eine Geschichte erzählen sollen.

Time For Metal / Heike L.:

Live seid Ihr ja meistens in der näheren Umgebung Eurer Heimatstadt unterwegs, aber Mitte November seid Ihr dann tatsächlich auch mal bei einem Festival in Nordrhein-Westfalen auf der Bühne zu sehen. Gibt es denn ein Festival, von dem Ihr sagt „dort zu spielen, wäre das Allergrößte“?

toRyse / Steff:

Wie das am Anfang eben immer so ist: Man kommt ganz schwer aus den heimischen Gefilden, wenn man nicht bereits Major-Deal und am besten mindestens 10.000 Facebook-Likes hat – dafür ist die deutsche „Underground“-Szene einerseits zu anspruchsvoll und andererseits fast schon zu faul geworden, als dass man unbekannte Bands aus einem anderen Bundesland mal die Chance geben will. Aber Ausnahmen bestätigen ja auch wieder die Regel!

Ein Festival, das wir in jedem Fall unbedingt einmal spielen möchten ist ganz klar das With Full Force!

Time For Metal / Heike L.:

Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden, welche fünf Bands dürften in Eurem persönlichen Traum-Lineup nicht fehlen?

toRyse / Steff:

As I Lay Dying, Killswitch Engage, Bullet For My Valentine, Beartooth und More Than A Thousand!

Time For Metal / Heike L.:

Wie soll es denn kurz- und mittelfristig mit toRyse weitergehen? Die EP ist seit einem knappen Monat auf dem Markt; gibt es den einen großen Wunsch, der Euch jetzt noch umtreibt?

toRyse / Steff:

Mittelfristig natürlich ganz klar unser erster Longplayer! Kurzfristig heißt es jetzt aber erstmal Gigs spielen und wieder einen Namen in der Szene machen – der Rest kommt dann von ganz alleine.

Time For Metal / Heike L.:

Bleibt denn neben dem Beruf, dem Familienleben und dem Bandleben – also Proben, Songwriting, Studio, Liveshows – noch Zeit für andere Hobbies, die vielleicht auch gar nichts mit Musik zu tun haben?

toRyse / Steff:

Tatsächlich eher schwierig, da vier von uns neben der Band natürlich in Vollzeit berufstätig sind – Till zählt nicht, der hat sein Hobby zum Beruf gemacht. 😀 Aber natürlich gibt es immer mal wieder Zeit für Klassiker wie Videospiele und diverse Sportarten. Noch zumindest 😉

Time For Metal / Heike L.:

Ihr kommt ja sicherlich auch menschlich sehr gut miteinander klar, sonst kann eine Band ja eigentlich nicht funktionieren. Aber hat vielleicht doch ein Bandmitglied eine Eigenart oder einen Tick, von dem alle anderen sagen „bitte abstellen“?

toRyse / Steff:

Thorstens unsägliche Flatulenzen.

Time For Metal / Heike L.:

Und das war es auch schon von meiner Seite. Wenn Ihr noch etwas sagen möchtet, habt Ihr jetzt die Gelegenheit dazu.

toRyse / Steff:

Vielen Dank für euren super Review, das ganze Lob und auch das Interview – wir versprechen, dass es bis zur nächsten Platte von uns nicht so lange dauern wird! 😉

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