Deadlock – Hybris

„A Storm Is Out There!“

Artist: Deadlock

Herkunft: Regensburg, Jena, Berlin, Deutschland

Album: Hybris

Spiellänge: 49:49 Minuten

Genre: Melodic Death Metal

Release: 08.07.2016

Label: Napalm Records

Link: http://www.deadlock-official.com

Bandmitglieder:

Gesang – Margie Gerlitz
Gesang – John Gahlert
Gitarre – Ferdinand Rewicki
Gitarre – Sebastian Reichl
Schlagzeug – Werner Riedl

Tracklist:

  1. Epitaph
  2. Carbonman
  3. Berserk
  4. Blood Ghost
  5. Hybris
  6. Wrath / Salvation
  7. Backstory Wound
  8. Ein Deutsches Requiem
  9. Vergebung (Instrumental)
  10. Welcome Deathrow

Deadlock - Hybris

Wenn ich an Songs der Band Deadlock denke, dann fallen mir als allererstes natürlich Code Of Honor, We Shall All Bleed und End Begins ein. Warum das? Ja, das ist relativ simpel. Damals als Vorband von All That Remains in der Matrix in Bochum gesehen, gab es noch nicht so viele Lieder, die man unter dem Bandnamen veröffentlicht hatte. So wurde erst zuvor das Album Earth.Revolt (2005) und das gerade neue Wolves (2007) als Repertoire für die damalige Setliste genommen. Doch auf der Bühne waren noch mit Joachim Prem, Sabine Weniger (später Scherer) und dem erst jüngst im Jahr 2014 verstorbenen Drummer Tobias Graf noch einige Gesichter zu sehen, von denen heute leider nicht mehr viel zu sehen ist. Den Job an den Mikrofonen hatten Ex-Bassist John Gahlert und die zuerst als Schwangerschaftsvertretung für Sabine gedachte Margie Gerlitz inne. Jetzt fehlte ja nur noch jemand für das Schlagzeug, der mit Werner Riedl recht fix gefunden wurde. So ist von den einstigen Gründungsmitgliedern heute eigentlich nur noch Sebastian Reichl übrig, was für die Band jedoch glücklicherweise nicht das Ende bedeutete. Als Antreiber und Ventil der tragischen und sehr bewegten Bandgeschichte durfte nun das neue Album Hybris dienen. Hier hat die deutsche Truppe neben ihrer Singleauskopplungen Beserk und Ein Deutsches Requiem auch noch acht weitere Tracks auf den Silberling gepresst, den ich hier nun vor mir liegen habe.

Den Anfang macht Epitaph, der genau so beginnt, wie ich persönlich es mag – mit einem lauten Schrei. Der Hybrid aus klarem, weiblichen Gesang und männlichen Shouts ist genau das, was die Band schon immer ausgemacht hat und zum Glück auch heute noch immer ausmacht. Griffige und schön eingängige Riffs, ein sehr flottes Schlagzeug und die gewissen Wechsel, die durch die Stimmen angetrieben werden, bringen ordentlich Abwechslung in das Gesamtwerk. Bei Carbonman packt man den Sound raus, den ich schon auf dem Wolves-Album geliebt habe. Eine hohe Gitarrenmelodie feiert mit Death Metal-Riffs ein Stelldichein, um dann zwischen Mid-Tempo und Upper-Tempo klassisch zu wechseln. Hier wird auch sehr klar, dass man sich viel Mühe bei der Produktion gegeben hat. So drückt der Bass gerade so ordentlich, dass das Gleichgewicht zu den Mitten und Höhen in keinem Fall zu sehr ins Schwanken gerät – also man weder die Vibrationen des Basses noch die restliche Musik, die darunter keinesfalls unterdrückt wird, vermisst.

Dass Margie Gerlitz der perfekte Ersatz für Sabine Scherer ist, wird mir besonders bei Beserk klar. Beim – meiner Meinung nach – stärksten Song der Platte musste ich einige Male hinhören, bis ich herausgehört habe, dass da nicht die altbekannte Dame am Mikrofon sitzt, sondern jemand anderes. Blood Ghost und Hybris geben noch mal ordentlich auf die Mütze, während das instrumentale Lied Vergebung ebenso wie das Ein Deutsches Requiem das Ende gekonnt einläuten. Das besagte Ende wird mit Welcome Deathrow gefeiert, was ebenfalls das Spiel zwischen „lieblich“ und „böse“ perfekt spielt. Hier kommt im Vergleich zum Rest die „Melodik“ in Melodic Death Metal etwas mehr hervor, was dem Song keinesfalls schlecht tut.

Fazit: Wer hätte das gedacht... Deadlock sind zurück und das mit einer Power, die ich nicht vermutet hätte. Hybris bringt das mit, was ich bei Wolves so geliebt hatte und zuletzt nicht mehr so stark vernommen habe – die Spielfreude. Wenn ich die Musik anmachen und mich ein „A Storm Is Out There“ begrüßt, dann will ich gleich wieder in die Matrix und auch gleich wieder in die erste Reihe, um zu warten, wann der Moshpit aufgemacht wird. Den einzigen Abzug, bekommt das Album für Ein Deutsches Requiem, denn auch wenn der Versuch nicht schlecht war, kommt die Stimme von Margie Gerlitz hier ein wenig anstrengend rüber, doch das kann man beim Rest der Platte getrost als Geschmackssache abstempeln. Sicher ist, auch wenn Hybris keine extremen Genremixe wie beim Techno-Part von End Begins, dem Saxophon-Spiel in Fire At Will oder der Hip-Hop-Rap-Aktion aus Deathrace besitzt, dass Sebastian Reichl und Co. hier ein hochklassiges Album abgegeben haben, das sich nicht hinter der Genrekonkurrenz verstecken muss. Ich persönlich werde mir zum Release die Special Edition holen, um in den Genuss des Bonusmaterials zu kommen. Wer noch zweifelt, der sollte sich unbedingt Beserk einmal anhören und danach schnell noch eine Platte bestellen!

Anspieltipps: Beserk, Blood Ghost und Welcome Deathrow
Kai R.
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