Death Dealer – Conquered Lands

Sorgen neben dem Album für mehr Wirbel als in den neuen Stücken

Artist: Death Dealer

Herkunft: USA

Album: Conquered Lands

Spiellänge: 46:38 Minuten

Genre: Heavy Metal, Power Metal

Release: 13.11.2020

Label: Steel Cartel Records

Link: https://www.facebook.com/deathdealerband/

Bandmitglieder:

Gesang – Sean Peck
Gitarre – Stu Marshall
Gitarre – Ross the Boss
Bassgitarre – Mike Lepond
Schlagzeug – Steve Bolognese

Tracklist:

  1. Sorcerer Supreme
  2. Every Nation
  3. Beauty And The Blood
  4. Running With The Wolves
  5. The Heretic Has Returned
  6. Conquered Lands
  7. Hail To The King
  8. Slay Or Be Slain
  9. Faith Under Fire
  10. 22 Gone
  11. Born To Bear The Crown

Die Supergroup Death Dealer hat vor gut drei Wochen ihr neues und somit drittes Album veröffentlicht. Conquered Lands kommt auf eine gute dreiviertel Stunde und setzt auf kernige Heavy Metal Stücke, die dem Power Metal nicht abgeneigt scheinen. Das Artwork springt durch die vielen Facetten direkt ins Auge und auch der erneute Blick aufs Line-Up versprüht Vorfreude auf den neuen Output der Amerikaner. Was dann kommt, ist eher schockierend. In sozialen Netzwerken lässt die Gruppe ihrer Meinung freien Lauf und sorgt für verwunderte Gesichter. Dass die Amerikaner deutlich anders ticken als wir in Europa, wird immer mehr sichtbar. Klar gibt es auch Alu-Hütte, Coronaleugner usw. in Europa, aber die Mentalität in den Staaten ist da noch eine ganz andere, die in den letzten Jahren noch weiter vom europäischen Selbstverständnis abgedriftet ist. Abschließend bleibt: Ob man Trump huldigt und deren Verschwörung auch noch was abgewinnt, bleibt jedem selber überlassen. Als Band und Musiker dieses offen zu streuen ist ein anderes Paar Schuhe. Die Tatsache spielt in Conquered Lands nicht hinein, die aktuellen Ereignisse sollte man jedoch auch nicht einfach untern Teppich kehren.

Kommen wir auf die neuen elf Werke, die mit Sorcerer Supreme beginnen. Gitarrist und Antreiber von Death Dealer bleibt Ross the Boss. Sein Kultstatus ist enorm und immer gerne gesehen. Mit diversen Projekten hämmert er Heavy Metal Riffs aus den Boxen und hat noch richtig Laune an der Musik. An die großen Manowar Tage kann der Musiker nicht mehr anknüpfen. Damit ist nicht nur das Interesse an den Songs gemeint, sondern greift vor allem die Klasse des Songwritings auf. Oft und gerne bleibt Ross the Boss im gut sortierten Heavy Metal Feld hängen und kann nur selten ganz oben anklopfen. Große Hits spuckt auch Conquered Lands nicht aus, das kann ich hier bereits unverblümt verraten. Sean Peck am Mikrofon, ebenso ambitioniert wie der Rest der Truppe, kann für meinen Geschmack auch keine großen Türen aufstoßen. Die Vocals haben schöne Ecken und Kanten und es gibt viele deutliche schlechtere Sänger – die Emotionen für Jubelstürme bleiben dennoch aus. Die Reise gerade angetreten weiß man eben schon nach wenigen Minuten, wie diese ausgeht. Vom Spannungsüberschuss leben Nummern wie Running With The Wolves oder Slay Or Be Slain eben nicht. Mit Hail To The King gibt es einen Hüpfer in Richtung Manowar. Alles solide, die Effekte nett eingefädelt, der Sound ist dicht meist recht ruppig und schnell, nur der Funke möchte nicht überspringen. Headbangpassagen werden immer wieder gestreut. Am besten bleibt da noch Beauty And The Blood in den Gehirnzellen kleben.

Death Dealer – Conquered Lands
Fazit
Bei Ross the Boss ist meine persönliche Messlatte enorm hoch, der Künstler ist nicht ohne Grund in der Szene eine Ikone. Was er jedoch die letzten Monate abliefert, wird meiner Meinung nach dem Anspruch nicht gerecht. Vor 25 Jahren hätte Conquered Lands noch punkten können, das sieht im Jahr 2020 eben anders aus. Nüchtern betrachtet servieren Death Dealer guten Heavy Metal mit griffigen Refrains und einem straffen Sound. Einen Protagonistenbonus gibt es von mir nicht, daher kommt es über ein Befriedigend nicht hinaus.

Anspieltipps: Beauty And The Blood und Faith Under Fire
René W.
7.2
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