Die Krupps – V-Metal Machine Music

“Nicht ganz so hart wie Kruppstahl.“

Artist: Die Krupps

Herkunft: Düsseldorf, Deutschland und Austin, Vereinigte Staaten von Amerika

Album: V – Metal Machine Music

Spiellänge: 48:46 Minuten

Genre: Industrial Metal, Neue Deutsche Härte

Release: 28.08.2015

Label: Steamhammer / Oblivion

Bandmitglieder:

Gesang – Jürgen Engler
Gitarre – Marcel Zürcher
Gitarre – Nils Finkeisen
Samples – Ralf Dörper
Schlagzeug – Volker Borchert

Tracklist:

  1. Die Verdammten (Prelude)
  2. Kaltes Herz
  3. Battle Extreme
  4. Fly Martyrs Fly
  5. The Truth
  6. Road Rage Warrior
  7. Vampire Strikes Back
  8. Alive In A Glass Cage
  9. Branded
  10. Kaos Reigns
  11. The Red Line
  12. Bonded By Blood
  13. Volle Kraft Voraus

Die Krupps - Metal Machine Music

Na das ist doch mal ein Jubiläum: Seit 30 Jahren besteht die Band Die Krupps bereits. Viele Bands haben Die Krupps als Inspirationsquelle angegeben und sie werden in einem Atemzug mit Kraftwerk, Einstürzende Neubauten oder Front 242 genannt. Es gibt sogar ein Album, auf dem Bands wie Nine Inch Nails, The Sisters Of Mercy oder Faith No More Coverversionen von Songs von Die Krupps eingespielt haben. Wenn die Informationen auf der bandeigenen Homepage vollständig sind (was die Band anscheinend selbst nicht weiß), wurden bislang 23 Alben inklusive einiger Re-Releases, 25 Singles und EPs sowie zwei Bootlegs veröffentlicht. Am 28.08.2015 erscheint dann also das vierundzwanzigste Album V – Metal Machine Music. Das Album wurde komplett nur von Jürgen Engler, Marcel Zürcher und Ralf Dörper eingespielt, Nils Finkeisen und Volker Borchert stießen erst nach Beendigung der Aufnahmen zur Band.

Vorab muss ich noch sagen, dass diese schon sehr lange andauernde Karriere von Die Krupps bislang komplett an mir vorbeigegangen ist, ich höre sie für dieses Review zum ersten Mal. Tja, auch so was gibt es. 😉

Das Intro Die Verdammten (Prelude) klingt wie der Soundtrack zu einem uralten Thriller à la Psycho. Kommt bei Konzerten bestimmt gut. Mit Kaltes Herz folgt dann einer von zwei in Deutsch gesungenen Songs. Klasse Uptempo-Song, mit dem Die Krupps mich sofort für sich einnehmen. Noch nicht ganz Rammstein, eher Richtung Stahlmann, denke ich so bei mir. Mit Battle Extreme legen die Gitarren dann an Härtegrad zu, während das Tempo gedrosselt wird. Hier wird der Gesang von Jürgen Engler auch ein wenig variabler und somit ausdrucksstärker.

Der Titel des folgenden Fly Martyrs Fly hat mich ein wenig in die Irre geführt, und ich war doch sehr verwundert, wie der Song auf das ja immer noch aktuelle Thema des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen Bezug nimmt. Es werden einige Samples der Berichterstattung eingeblendet, und der Songtext verarbeitet das ganze Drama aus Sicht des Copiloten. Und absurderweise ist der Song auch noch sehr tanzbar, was bei Die Krupps ja nichts Ungewöhnliches ist, hier aber eine besondere Note erhält.

Die sehr krassen Samples im Refrain von The Truth haben mich beim ersten Hören noch etwas aus dem Konzept gebracht, aber schon beim zweiten Durchlauf hätte ich sie nicht missen mögen. Sie brechen den stampfenden Rhythmus des Songs sehr genial auf.

Mit Road Rage Warrior kann ich auch nach mehrmaligem Hören nichts anfangen, das klingt für mich etwas zu sehr nach Punkrock auf Speed. Ganz anders sieht das bei Vampire Strikes Back aus. Im Refrain wieder ein sehr geiler, stampfender und treibender Rhythmus, und Headbangen geht auch oder zumindest ein Kopfnicken.

Der Uptempo-Song Alive In A Glass Cage geht für meine Ohren schon leicht in die Gothic-Ecke, die auch von Bands wie Darkhaus besetzt wird. Fast schon radiotauglich und auf jeden Fall sehr tanzbar. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht, legt man mit Branded wieder einige Härtegrade zu. Bei Kaos Reigns ist der Name Programm. Bei dem Rhythmus, der von Percussion und Synthesizer unbarmherzig vorangetrieben wird, könnte man auch einen Kriegstanz rund um ein Lagerfeuer aufführen.

Ich gebe es zu, mich haben insbesondere die Songs mit diesem herrlich stampfenden Rhythmus gepackt, darum hat es The Red Line auch sofort in meine Anspieltipps geschafft. Bei Bonded By Blood hauen Die Krupps dann noch mal alles raus, was die Instrumente und die Stimme hergeben. Und dann kommt auch schon das letzte Stück. Wie der Name schon sagt, ist Volle Kraft Voraus der zweite Song, der in Deutsch gesungen wird. Der lässt meiner Meinung nach allerdings mächtig nach, zumindest was den Text betrifft. Und mit Industrial Metal dieser Sorte kann man mich auch nicht locken, aber das ist sicher Geschmackssache.

Fazit: Wie schon geschrieben, habe ich Die Krupps für dieses Review zum ersten Mal gehört, aber es wird definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein. Ein Konzertbesuch ist auch schon vereinbart, da kommt dann also auch noch ein Bericht von mir. Da die Diskographie ja wirklich mächtig umfangreich ist, wird es einige Zeit dauern, bis ich mich da durchgehört habe, aber das werde ich definitiv angehen. Mit diesem Album haben Die Krupps mit mir auf jeden Fall einen neuen Fan gewonnen.

Anspieltipps: Kaltes Herz, Fly Martyrs Fly, The Truth, Vampire Strikes Back und The Red Line
Heike L.
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