Dimmu Borgir – Eonian

“Gut Ding will Weile haben!“

Artist: Dimmu Borgir

Herkunft: Norwegen

Album: Eonian

Spiellänge: 54:22 Minuten

Genre: Black Metal, Symphonic Black Metal

Release: 04.05.2018

Label: Nuclear Blast Records

Bandmitglieder:

Gesang – Stian Tomt „Shagrath“ Thoresen
Gitarre – Sven Atle „Erkekjetter Silenoz“ Kopperud
Gitarre – Thomas Rune „Galder“ Andersen
Keyboard – Geir „Gerlizo“ Bratland
Schlagzeug –  Darek „Daray“ Brzozowski

Tracklist:

  1. The Unveiling
  2. Interdimensional Summit
  3. Ætheric
  4. Council Of Wolves And Snakes
  5. The Empyrean Phoenix
  6. Lightbringer
  7. I Am Sovereign
  8. Archaic Correspondence
  9. Alpha Aeon Omega
  10. Rite Of Passage

Dass Dimmu Borgir sich schon immer etwas außerhalb der Erwartungshaltung der Fans bewegen, dürfte aufmerksamen Betrachtern und Interessierten bereits seit ihrem Debüt 1994 aufgefallen sein. Seit dieser Zeit, und das ist im Metal eine gefühlte Ewigkeit, könnte ich mich an kein Album der Band erinnern, dass nicht zumindest Kontroverse unter den Metalfans entfacht hat. Nun, ganze acht Jahre nach ihrem letzten Outout, macht die Band wieder mit Eonian von sich reden. Die Band ist eigentlich so etwas wie ein Gesamtkunstwerk, streng nach Norm gesehen zu erfolgreich für Black Metal. Aber was bedeutet schon Norm, wie langweilig klingt das denn? Wenn doch etwas zutiefst in unserer Szene präsent sein sollte, dann doch wohl eher der Drang nach künstlerischer Freiheit jeglicher Art, verbunden mit ausdrucksstarker Härte. Und genau das ist, was die Band so erfolgreich macht, das „außerhalb der bekannten Schemata“-Denken. Vielleicht von einem ursprünglich, fast schon naiven Anfang (For All Tid, Stormblast) über begnadete Melodien (Enthrone Darkness Triumphant, Spriritual Black Dimensions), kompromisslosem Gehämmere und den Anfängen einer cineastischen Produktion der Musik (Puritanical Euphoric Misanthropia, Death Cult Armageddon, In Sorte Diaboli) hin zu den Dimmu Borgir ab 2010 (ABRAHADABRA, Eonian), die ihrer düsteren Kunst live und auf CD durch ein Anreichern mit Chören und klassischen Spuren eine kognitive Tiefe geben, den ganz eigenen Black Metal größer und einfach epischer denken. Heraus kommen dabei Granaten wie Ætheric, Interdimensional Summit und auch das fast schon friedliche Council Of Wolves And Snakes, die alles, was Dimmu Borgir interessant für Fans macht, eine Spirale nach oben drehen und reichlich für offene Ohren sorgen dürften – garantiert. The Empyrean Phoenix dudelt dagegen ziemlich standardmäßig umher, bis Silenoz im letzten Drittel ein ziemlich starkes Solo auspackt, ansonsten aber muss man den Song nicht unbedingt vernommen haben. Generell scheint es so zu sein, dass sich Silenoz, Shagrath und Galder als Triumvirat in der Band bewährt haben, die anderen Posten aber recht austauschbar sind. Eine Brücke zurück zu Spiritual Black Dimensions schlägt der Hassbatzen und gleichzeitige Hymne Lightbringer, das mit seinem eindringlichen Leitmotiv zu begeistern weiß, großartig. Irgendwie fallen mir auch immer wieder die Kollegen von Therion ein, die bereits seit zig Jahren einen ähnlichen Weg beschreiten, wenn auch mit weniger Dunkelheit in ihrer Musik. Besonders beim folgenden I Am Sovereign wird dies noch mal deutlich, hier verbraten Dimmu Borgir ein unglaubliches Budget für Chöre und klassische Orchesterspuren – ein absoluter Wahnsinn. Vielleicht wäre es interessant, die Musik der Band in einem rein klassischen Ambiente zu vernehmen, Dimmu unplugged in classic sozusagen. Ich würde sofort eine Karte bestellen. Auch Archaic Correspondence und der absolute Ultrasong Alpha Aeon Omega (oldschool Drums und Chöre der Meisterklasse) fegen den Hörer vom Sockel, bevor das Instrumental Rite Of Passage auf unnachahmliche Dimmu Manier das Licht ausknipst.

 

 

Fazit: Ich finde, dass sich der Aufwand von acht Jahren gelohnt hat. Dass Dimmu Borgir ein steter Begleiter seit meiner Jugend sind, als ich mit pickligen 15 Jahren Enthrone Darkness Triumphant entdeckt habe, macht die CD um so schöner. Ich gönne der Band den Erfolg von Herzen und wünsche mir, dass wir weiterhin grandiose Düsterkunst von einer verlässlichen Größe erhalten.

Anspieltipps: Lightbringer, Interdimensional Summit, Ætheric, Alpha Aeon Omega
Dominik B. 9.5
Leser Bewertung1 Bewertung5
9.5

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