Doro – Raise Your Fist

 

“Genau das, was bei der EP gefehlt hat!“

Artist: Doro

Herkunftsland: Deutschland, Düsseldorf

Album: Raise Your Fist

Spiellänge: 52:07 Minuten

Genre: Hard Rock / Heavy Metal

Release: 19.10.2012

Label: Nuclear Blast Records

Link: http://www.doropesch.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Doro Pesch
Gitarre – Bas Maas
Gitarre – Luca Princiotta
Bassgitarre – Nick Douglas
Schlagzeug – Johnny Dee

Tracklist:

  1. Raise Your Fist In The Air
  2. Coldhearted Lover
  3. Rock Till Death
  4. It Still Hurts feat. Lemmy
  5. Take No Prisoner
  6. Grab The Bull [Last Man Standing] feat. Gus G
  7. Engel
  8. Freiheit [Human Rights]
  9. Little Headbanger [Nackenbrecher]
  10. Revenge
  11. Free My Heart
  12. Victory
  13. Hero
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Wer stammt aus Düsseldorf, wird als die „Rockröhre“ der letzten Jahrzehnte bezeichnet und tauft ihr Album mit einem obligatorischen Hard Rock Cafe-Sektkübel mit Wasser aus dem Rhein? Wer jetzt ein wenig – wirklich nur ein wenig – Ahnung von Metal/Rock hat, der wird ganz klar an Doro gedacht haben.

Nach ihrer extrem langen Liste der veröffentlichen CDs (mit und ohne Warlock) hat das neue Album Raise Your Fist nun den Platz in dieser Liste gefunden. Wer jetzt einen Blick über die Trackliste schweifen lässt, der wird bemerken, dass der Opener Raise Your Fist und die Songs Victory und Engel bereits auf der EP Raise Your Fist In The Air erschienen sind (Review: Hier).

Mit dem Namensgeber startet auch diese CD (wie auch schon die EP). Auch hier bleibt es durchwachsen und alles in allem ein standard Doro-Werk, was trotzdem einen Schritt nach vorn versucht. Neben dem etwas härteren Rock Till Death holte man sich für die Ballade It Still Hurts den „Unterlippensänger“ Lemmy Killmister (Motörhead) persönlich aus dem Schrank und ließ ihn im Hintergrund ein wenig untergehen. Auch wenn der Song Take No Prisoner so startet wie DJ Ötzis Anton Aus Tirol, bekommt der Hörer hier ein Sahnestück um die Ohren gepfeffert. Der sehr rockige Sound ist nicht nur schnell, sondern habe ich das Gefühl, dass Doro hier echt etwas Neues versucht hat. Ist das ein standard Doro-Werk? – ich denke nicht!

Grab The Bull startet dann doch wieder sehr klassisch, als eine Art Hard Rock-Hymne, die im MidTempo bleiben darf. Hier entschied man sich für den genialen Gitarristen Gus G., der bereits mit und für Bands wie Arch Enemy, Firewind, Kamelot und Prince Of Darkness (Ozzy Osbourne) höchstpersönlich zur „Saite“ stehen durfte. Doch wo genau der Einsatz von Gus in diesem Song ist, ist mir zwar fraglich, denn wirklich anspruchsvoll klingt Grab The Bull leider nicht. Die schon auf der EP vorhandene Schmalz-Schmacht-Ballade Engel ist natürlich auch hier wieder vorhanden und bekommt von mir den Textmarker der Geschmackssache – meins ist’s nicht.

Aber nach dem fast untergehenden Lied Freiheit (Human Rights) ist Little Headbanger (Nackenbrecher) ein weiterer sehr fetziger Song, bei dem sich Doro sogar traut, Doublebass als Stilmittel einzusetzen. Das Lied bleibt seinem Titel treu und schafft es somit von Anfang an, mich in Headbang-Stimmung zu bringen.

Da wollte ich schon fast sagen, dass zum Ende des Albums nichts mehr Spannendes kommt, doch was hören meine Ohren da im Song Revenge? Sind das etwas Power Metal-Allüren, die Doro echt gekonnt verarbeitet? Und wie genial ist denn bitteschön das Solo?

Fazit: Auch bei dem neusten Werk schafft es die mittlerweile 48 Jahre junge Frau Pesch wieder mit den alten Stilmitteln und Handschriften das zu produzieren, was auf den letzten Alben auch erschienen ist. Doch nicht nur das, sondern, wer genau hinhört, hört neben den für Doro bekannten, triefend kitschigen Balladen ein richtig fetziges Album, was in der langen Liste der Doro-Releases seinesgleichen sucht. Also auch wenn mich das alles nicht vom Hocker haut, wird jeder wirkliche Doro-Fan auf keinen Fall an dieser Platte vorbeikommen, denn hier wird gezeigt, dass man auch nach langer Zeit der Stilsicherheit noch Einiges dazulernen kann. Anspieltipps: Rock Till Death, It Still Hurts und Revenge
Kai R.
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