Bands: Transgression, Torture Squad, Stillbirth, Kataklysm
Ort: JunkYard, Schlägelstraße 57, 44145 Dortmund
Datum: 31.07.2025
Kosten: 44,00 Euro
Genre: Death Metal
Veranstalter: Deathfest Dortmund
Link: https://www.facebook.com/DortmundDeathfest.Official
Heute geht es wieder nach Dortmund in den Junkyard – und das nach einer längeren Pause. Der Grund dafür ist natürlich das bevorstehende Dortmund Deathfest am Wochenende. Heute, am Donnerstag, findet die Preparty statt, die bereits mit einem beeindruckenden Line-Up aufwartet. Das wollen wir von Time For Metal auf keinen Fall verpassen! Wer zwei Tage feiern kann, schafft bestimmt auch drei. Außerdem haben wir in den letzten beiden Jahren leider keine Gelegenheit gehabt, bei diesem großartigen Event dabei zu sein, und wollen das heute nachholen.
Kollege Robin und ich haben uns freigenommen, sodass wir früh anreisen können. Unser Zuhause während des Festivals ist das Unique Pearl in der Nordstadt, eine ehemalige Kirche und nun ein Hotel, was perfekt zum Dortmund Deathfest passt. Von dort ist der Junkyard nur einen kurzen Fußweg entfernt.
Schon früh treffen wir ein und begrüßen einige bekannte Gesichter, darunter natürlich auch Veranstalter Lukas. Er ist heute Abend mit seiner Badehosen-Combo Stillbirth unterwegs, die nicht nur das Event organisiert, sondern auch das Publikum bestens unterhält. Wir können auch unseren lieben Freund/Fotografenkollegen Nova begrüßen. Es ist immer wieder eine Freude, ihn zu sehen.

Pünktlich starten wir mit Transgression. Die Old-School-Death-Metal-Band aus Leverkusen hat seit Ende der Neunzigerjahre mehrere Releases in wechselnder Besetzung veröffentlicht. Mitten in der Coronakrise 2021 sind sie plötzlich wieder zurück und nehmen kein Blatt vor den Mund. Transgression bringen eine Menge Live-Erfahrung mit, waren sie doch bereits gemeinsam mit Bands wie Vader, Krisiun, Pungent Stench, Misery Index oder Dew-Scented auf der Bühne. Die Leverkusener Band um Urgestein René Hollweg ist heute Abend der perfekte Einstieg und sorgt für die richtige Energie. Ihr Old School Death Metal, gewürzt mit einigen Thrash-Attitüden, kommt bei den Fans hier besonders gut an. René Hollweg ist in der Szene kein Unbekannter; er war unter anderem auch Mitglied bei der Band Asmodina, die einst Angela Gossow hervorbrachte – die später den Melodic Death Metal bei den Schweden Arch Enemy maßgeblich prägte. Bei Transgression steht allerdings kein Melodic Death im Fokus, und das ist auch gut so. Die Jungs bleiben richtig erdig und authentisch.

Nach dem Auftritt unterhalte ich mich noch mit René und seiner Partnerin und verspreche, die Band auch in Zukunft im Blick zu behalten. Das Wetter zeigt sich, wie vorhergesagt, mal mit Regen, mal mit Sonne – wir suchen Schutz unter den großen Schirmen oder am Merchstand.
Weiter geht’s mit Torture Squad, einer brasilianischen Death/Thrash-Band, die Anfang der 90er gegründet wurde. Sie haben ihren Namen vom Sacred Reich Song Torture Squad und gewannen 2007 den Metal Battle Wettbewerb beim Wacken Open Air. Von der ursprünglichen Besetzung sind nur noch Bassist Castor und Drummer Amílcar übrig, aber Sängerin Mayara „Undead“ Puertas und Gitarrist Rene Simionato sind auch schon seit 2015 dabei. Die Band begeistert hier mit ihrem intensiven Brasilian Death Metal, und die Fans sind voll dabei. Mayara sorgt mit ihren Growls für ordentlich Wumms.
Kurz nach ihrem Auftritt ist die komplette Band am Merchstand zu finden. Die Fans haben bereits auf sie gewartet, und es herrscht reges Treiben – der Absatz ist erfreulich hoch. Die Bandmitglieder sind bestens gelaunt, entspannt und nehmen sich Zeit für persönliche Gespräche. Für Selfies stehen sie ebenfalls gerne zur Verfügung, was die Stimmung noch weiter auflockert. René hat sich für den Wacken-Gig in diesem Jahr (sie haben dort gestern gespielt) etwas Besonderes einfallen lassen: Er hat eigens Gitarrenplektren anfertigen lassen, die er großzügig unter den Fans verteilt. Damit zeigt er nicht nur seine Verbundenheit zum Publikum, sondern sorgt auch für bleibende Erinnerungen an diesem besonderen Abend.

Wir unterhalten uns noch etwas über Brazilian Metal. Dabei erfahre ich, dass man mit Prika Amaral von Nervosa befreundet ist. Amílcar hat bei Nervosa auch schon mal als Live-Musiker ausgeholfen, ebenso wie bei Sepultura.
Wer bisher noch keinen Spaß hatte, wird jetzt definitiv seine Freude mit den Freunden von Stillbirth haben – ich bezweifle, dass hier noch jemand ruhig bleiben kann. Wer die Band schon einmal live gesehen hat, weiß, dass jetzt richtig Action angesagt ist. Lukas hat bereits die Plastik-Bongs auf der Bühne in Position gebracht, und die Herren in ihren bekannten Badehosen sowie mit nackten Oberkörpern sind auch schon startklar – der Punk geht hier allerdings nicht ab, sondern es ist eine wahre Brutal-Surf-Party.

Die Hagener Band Stillbirth hat nicht erst seit ihrem Album Revive The Throne den Thron des (selbsternannten) Surfgrinds erklommen. Die beliebte Badehosen-Crew liegt nicht da oben auf der Bühne und faulenzt auch nicht, sondern haut ein wahnsinniges (Surf-)Brett nach dem anderen raus. Lukas beeindruckt mit mächtigen Growls und irren Squeals, die jede Tristesse sofort zerstören, während sich die Instrumental-Fraktion elfengleich zu schweren Death-Metal-Riffs bewegt. Das habe ich schon so oft gesehen, und jedes Mal ist es einfach nur geil, die Jungs live zu erleben. Die Partystimmung ist hier im vollen Gange. Zwischendurch muss auch mal eine Wall of Death her, durch die Lukas im Eiltempo sprintet. Hinter Stillbirth auf der Bühne befindet sich eine Leinwand, auf der ziemlich krasse Videos der Band abgespielt werden. Das gibt dem Gig noch mal einen besonderen Touch! Ganz klar: Steuerklasse 1 Und Keiner Sagt Danke muss auch noch angestimmt werden. Den Song hatte ich zuletzt bei der Erstellung meiner Steuererklärung laufen, und er hat mich wirklich motiviert J Lukas kündigt außerdem ein neues Stillbirth-Album an: Survival Protocol, das am 31.10.2025 als CD und Vinyl erscheinen wird. Mehr Infos zu dem Album gibt es hier bei uns in Kürze – bleibt dran!

Zum krönenden Abschluss des Abends kommen Kataklysm aus Kanada. Die Death-Metal-Titanen um Frontmann Maurizio Iacono habe ich bereits mehrfach live gesehen, sind für mich immer wieder ein Highlight. Mit ihrer Mischung aus Melodic Death, Groove und harter Energie liefern sie eine grandiose Show ab. Seit den frühen Neunzigern sind sie aktiv und haben 15 Alben veröffentlicht, darunter das aktuelle Goliath (2023). Neben neueren Songs, wie dem Titelstück Goliath, spielen sie natürlich Klassiker wie In Shadows And Dust, As I Slither und The Rabbit Hole.

Ich erinnere mich noch gut an eine Signierstunde vor Jahren, bei der die Band trotz geringem Andrang richtig Spaß hatte. Sie bemalten Autogrammkarten mit Hasenohren und Teufelshörnern und warfen sie hinter mir her. Heute hätte ich gern noch ein paar Worte mit ihnen gewechselt, aber leider hat es diesmal nicht geklappt. Die Band ist gerade auf einer Tour und wohl im Zeitstress, da morgen bereits ein weiterer Termin ansteht. Das mag auch der Grund dafür sein, dass sie ein paar Minuten vor dem regulären Ende ihres Gigs die Bühne verlassen haben. Trotzdem habe ich einige Alben signiert bekommen.

Nach dem Gig geht es den Fußweg zurück in die Kirche bzw. das Hotel. Die heutige Pre-Party war wirklich ein großartiger Einstieg in das Dortmund Deathfest und hat die Vorfreude auf die kommenden beiden Tage noch einmal deutlich gesteigert. Mit jeder Menge guter Musik, intensiven Eindrücken und einer tollen Stimmung im Rücken können wir uns auf ein unvergessliches Festival-Wochenende freuen!
Weitere Bildergalerien:
Transgression
Torture Squad
Stillbirth
Kataklysm
Impressionen Preparty
























