Feuerengel, Kulturwerft Gollan in Lübeck, am 02.12.2017

“Feuer und Rauch in der Kulturwerft!“

Eventname: Feuerengel Tour 2017

Headliner: Feuerengel, – A Tribute To Rammstein

Vorband: ZenZenKlang

Ort: Kulturwerft Gollan, Lübeck

Datum: 02.12.2017

Kosten: 27,50 € VVK,  29,00 € AK

Genre: Neue Deutsche Härte

Besucher: 1.200

Veranstalter: Kulturwerft Gollan

Link: http://kulturwerft-gollan.de/

http://www.feuerengel.de/

https://www.zenzenklang.de/

  1. Monster
  2. Nimmerland
  3. Kaleidoskop
  4. Himmelskörper
  5. Die Fürstin Der Dunkelheit
  6. Junger Wein
  7. Leidenschaft
  8. Venenbenzin
  9. Der Meister
  10. Mata Hari

Encore:

  1. Der letzte Tanz
  2. ZenZenKlang

  1. Ramm 4
  2. Bett In Flammen
  3. Waidmanns Heil
  4. Du Riechst So Gut
  5. Halleluja
  6. Bestrafe Mich
  7. Spieluhr
  8. Ich Tu Dir Weh
  9. Weisses Fleisch
  10. Benzin
  11. Mein Teil
  12. Keine Lust
  13. Rosenrot
  14. Rammstein
  15. Links 234
  16. Asche zu Asche
  17. Feuer Frei
  18. Du hast
  19. Ich Will

Encore 1

  1. Sonne
  2. Bück Dich
  3. Pussy

Encore 2

  1. Stripped
  2. Engel

Das kann nur ein Déjà-vu sein. Gleiche Location, gleiche Bands, gleiche Besuchergruppe, gleiche Musik. Der Unterschied, es ist wärmer in der Halle als letztes Jahr und das ist nicht nur der wie immer geilen Feuershow von Feuerengel geschuldet. Es scheint, dass es funktionierende Heizungen gibt und somit haben wir uns doch etwas zu warm eingepackt. Aber egal. Und es gibt noch eine Neuerung: Es wird keine Verzehrkarte mehr angeboten. Letztes Jahr noch ein Muss, wird dieses Jahr dem daraus resultierenden Ärger aus dem Wege gegangen. Wir sind zeitig da und somit gibt es genügend Spielraum den Merch-Stand zu erkunden, schon mal etwas gegen den stechenden Durst zu tun und mal zu schauen, ob sich einer der ZenZenKlang Musiker blicken lässt. Die sind diesmal leider nicht vor der Show zu treffen. Nach dem Öffnen der Türen zur Halle wird der Fotograf erst einmal eingenordet. Die Bühnenshow ist präzise geplant und somit muss an der einen oder anderen Stelle der Graben frei sein. Pyros, Flammenwerfer und ähnlich explosive Materialien kommen zum Einsatz und sind ernst zu nehmende Gefahren für die Bildernehmer.

Um 20.00 Uhr beginnen ZenZenKlang aus Lübeck. Sie sind eindeutig die Lokalmatadoren, und somit ist der Fananteil sehr hoch. Gleich beim ersten Track Monster wird heftigst abgefeiert. Heute hat sich die Reihenfolge der Songs verändert und auch neue Stücke sind dabei.

Sänger Jens Burow ist zu Anfang noch etwas nervös und verhaspelt sich bei seinen Ansagen, das ist aber sympathisch und passiert halt. Gitarrist Kim Koppitz ist wie schon letztes Mal der Performer vor dem Herren. Sprünge, Drehungen, Kopfnicken in bester headbanging Manier. Mal am Mikro, mal neben Schlagzeuger Stefan Schröder, mal im Parallelbanging mit Bassman Martin Schell. Kim ist der treibende Motor der Show. Immer in Bewegung. Ab und an täte diese Agilität auch dem Sänger gut, der zwar gut singt, aber sehr blass neben der geballten Power von Kim aussieht.

Heute haben die beiden Männer an der Vier- bzw. Sechssaitigen mal keine weißen Trägershirts an, sondern kleiden sich in schickes Camouflage. Nach Nimmerland und Kaleidoskop kommen noch Kracher wie Die Fürstin Der Dunkelheit und Junger Wein. Danach gibt’s auch neue Songs. Leidenschaft und Venenbenzin gehen stilistisch in die bekannte Richtung und passen in das Set. Da darf man auf ein hoffentlich bald erscheinendes Full Length Album gespannt sein, welches eigentlich schon in den Regalen stehen sollte. Natürlich dürfen sie nicht ohne eine Zugabe gehen. Nach zwei Titeln, Der Letzte Tanz und Zenzenklang, werden die vier Mann stürmisch gefeiert in den Restabend entlassen.

Was soll man noch zu Feuerengel schreiben? Es ist immer ein Fest. Nach dem obligatorischen Intro (Runterzählen ab zehn) kommt gleich, wie sollte auch anders sein, Ramm4 und damit beginnt „The Best of Rammstein“ und macht auch gleich klar, wo es auch heute und hier hingeht. Rammstein in bester unnachahmlicher Art und Weise gecovert. Sie sind so dicht am Original, als wären es Till Lindemann und seine Mannen themselves. Im Gegensatz zum letzten Jahr ist allerdings nicht Daniel Pajak von Blue Sky Theory am Bass, sondern der originale Feuerengel Holger. Aber das tut dem ganzen Spektakel keinen Abbruch. Auch showtechnisch geht es gleich in die Vollen. Stroboskop, Airbursts Flammenwerfer, Rauch und die ausgeklügelte Lightshow erhellen die ersten Reihen der sofort gefesselten Zuschauer. Bei „Wollt Ihr das Bett In Flammen sehen“, wird es heiß.

Die Flammenwerfer bringt die Haut zum Glühen und rauben einem den Atem. Das macht Freude und auch Frontmann Till äh Boris steht seinem etwas kräftigeren Pendant in Nichts nach. Links und rechts hämmern Farb und Daniel die Riffs ins Publikum und unterstützen am Klappmikro. Waidmannsheil macht weiter. Hier ist die Setlist etwas abgewandelt worden. Nicht dass dieses Songs letztes Jahr nicht auch schon auf der Liste waren, aber die Reihenfolge wurde verändert und im Gegensatz zu seinem eher schweigsamen Vorbild, spricht der Sänger mit dem Publikum – nicht viel, aber immerhin bedankt er sich und kündigt die Songs an. Munter geht es weiter. Du Riechst So Gut: Hier kommt der Flammenbogen zum Einsatz.

Hallelujah wieder mit allem, was die Flammenwerfer hergeben. Rechts neben Schlagzeuger X-Oph steht in einem hübschen orangenem Overall gekleidet Flake-Double Thorsten an den Keyboards. Wer eine Rammstein/Feuerengel Show kennt, weiß, dass er noch ordentlich leiden muss. Zunächst noch Spieluhr und dabei zeigt sich auch das Publikum, wie eigentlich bei allen Songs, außerordentlich textsicher.

Nun zu Thorsten – er soll sich in Ich Tu Dir Weh vom hässlichen Entlein zum silbernen Schwan wandeln. Wie soll es anders sein, die Badewanne kommt und der arme Tastenmann wird in selbige verfrachtet. Der anschließende aus dem Kübel gegossene Funkenregen wirkt dann auch und es steigt ein glitzernder, sonnenbebrillter Thorsten aus der Wanne. Er wird zwar wieder an seine Arbeitsstätte verfrachtet, aber immerhin ordentlich gekleidet.

In Weißes Fleisch und Benzin darf er sich von der Tortur erholen. Bei Mein Teil ist er wieder fällig. Mit einem Handflammenwerfer wird ihm, im großen Kessel sitzend, eingeheizt, während Boris mit dem großen Fleischermesser auf das fertige Mahl wartet. Keine Lust und Rosenrot schließen sich an. Schon lange ist es vergessen, dass hier nur eine Coverband spielt. Das ist alles so echt und steht einer originalen Show in fast Nichts nach. Bei Rammstein kommt der brennende Mantel zum Einsatz. Nicht ganz so spektakulär wie beim Original aber kaum weniger imposant. Links 2,3,4, animiert wieder zum Mitsingen, wovon reger Gebrauch gemacht wird. Bei Asche Zu Asche kommen die sehr fotogenen, brennenden Mikroständer zum Einsatz, wobei der eine etwas mehr züngelt und es dem Gitarristen fast unmöglich macht, ihn seiner Bestimmung nach zu nutzen und rein zu singen.

Feuer Frei bringt noch mal genau das, was der Titel aussagt. Viel Feuer aus den Flammenwerfern vor und auf der Bühne. Den Pyrotechnikern an dieser Stelle ein fettes Dankeschön für den reibungslosen und sicheren Ablauf.  Über die Köpfe der Zuschauer ziehen Schnurraketen nach hinten während Rauch, Flammen und Kometen Ich Will einläuten. Dabei darf natürlich das Spiel mit dem Publikum nicht fehlen. Ich will eure Hände sehen. Könnt ihr mich hören? Wir hören dich! Könnt ihr mich sehen? Wir sehen dich! Könnt ihr mich fühlen? Wir fühlen dich! Ich verstehe euch nicht! Immer lauter skaliert es durch die Halle. Dazu das Hämmern mit der rechten Faust auf den Oberschenkel, das knallt rein. Ein letzter Knall, Schluss!?

Nein natürlich nicht. Sonne läutet den ersten Zugabenblock ein. Klar darf auch der Riesendildo bei Bück Dich nicht fehlen. Nachdem Flake-Double Thorsten mit seinem portablen Keyboard vom Bühnenrand vertrieben ist, waltet die Attrappe ihres Amtes und wer nicht in Sicherheit geht, wird nass gespritzt.

Zum Schluss natürlich auch noch Pussy. Ende des ersten Zugabenteiles. Aber es fehlt ja noch was. Was? Klar, Stripped, bei dem das Schlauchboot mit einem mutigen Zuschauer zum Einsatz kommt. Das sieht wackelig aus, aber der junge Mann kommt wohlbehalten nach dem Weg über das Publikum zurück und wird von der umsichtigen Security sicher auf den Boden zurückgeholt. Schon fangen die so bekannten Pfeiftöne zu Engel an. Das ist immer ein würdiger aber nicht überraschend kommender Abschluss. Mit dem Versprechen im kommenden Jahr am 23. Dezember wieder an gleicher Stelle zu sein, werden sie stürmisch verabschiedet.

Im Anschluss sind ZenZenKlang und Feuerengel noch am Merchandisingstand zu finden und signieren Poster, Karten, Bilder und Setlisten.

Fazit: Gelungener Abend mit zwei spielfreudigen Bands in toller Location, nächstes Jahr besuchen wir sie bestimmt wieder. Wer die Chance hat, ansehen! Denn für den Bruchteil einer echten Rammsteinkarte ein fast gleichwertiges Spektakel mit dem Unterschied, es ist dichter dran, öfter und zum Anfassen.

Wie fast immer, sind die Bilder von Norbert Czybulka.

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