Eluveitie – Slania

                                       “Eluveities Slania – ein Meisterwerk neu aufgelegt“

Artist: Eluveitie

Herkunft: Winterthur, Schweiz

Album: Slania

Spiellänge: 90 Minuten

Genre: Folk Metal, Celtic Metal

Release: 15.02.2008, Re-Release 16.11.2018, 10th Anniversairy

Label: Nuclear Blast

Link: http://eluveitie.ch/

Produktion: Fascination Street Studios, Örebro

Bandmitglieder:

Schlagzeug – Alain Ackermann
Gitarre – Rafael Salzmann
Gitarre – Jonas Wolf
Bass – Kay Brem
Drehleier – Michalina Malisz
Mandola, Sackpfeife, Whistle – Matteo Sisti
Gesang, Sackpfeife, Mandola, Whistle, Bodhran – Chrigel Glanzmann
Fidel – Nicole Ansperger
Gesang, Harfe, Mandola – Fabienne Erni

Tracklist:

1. Samos
2. Primordial Breath
3. Inis Mona
4. Grey Sublime Archon
5. Anagantios
6. Bloodstained Ground
7. The Somber Lay
8. Slanias Song
9. Giamonios
10. Tarvos
11. Calling The Rain
12. Elembivos
13. Samon (Acoustic)
14. Interview With Slania
15. Samon (Demo)
16. Primordial Breath (Demo)
17. Inis Mona (Demo)
18. Bloodstained Ground (Demo)
19. Tarvos (Demo)

Jubiläumsauflagen liegen derzeit voll im Trend und so legen auch die Helvetier von Eluveitie zehn Jahre nach dem Release von Slania eine Neuaufnahme vor.

Ebenso wie das Original von 2008, führt uns die nun nicht mehr so kleine Slania durch das Album und somit musikalisch durch ihre Heimat. Nicht als Konzeptalbum angelegt, durchleben wir dennoch ein Jahr im keltischen Stamm der Helvetier mit. Dem Jahreszyklus angepasst erfahren wir die Wechsel der Jahreszeiten durch die immer wieder auftauchenden Akustikstücke, beginnend bei Samon [Samonios, Neujahrsfest der Kelten].

Der erste Track des Albums, Samon, beginnt mit dem Knistern eines Feuers und der zarten Stimme einer Frau, um dann mit epischen Tönen den Gesamtcharakter des Albums ideal auf den Punkt gebracht vorzustellen. Die hintergründigen, choralen Gesänge in Primordial Breath verleihen dem Lied direkt eine mystische Stimmung, welche von der vordergründig brachialen Stimme ideal genutzt wird. Das Schlagzeug wärmt sich auch bereits auf, während die Leier die Melodie vorgibt. Die moderne Auflage der bretonischen Folklore Tri Martolod, in Form des mittlerweile zu einem Klassiker gewordenen Inis Mona entzieht sich jeder Kritik. Ein Song, der stark beginnt, nicht an Eingängigkeit verliert und mit Ohrwurmpotenzial davonrast. Das darauf folgende Grey Sublime Archon widersteht dem direkten Vergleich leider nicht und erscheint, trotz der Schnelligkeit und kraftvollen Main Vocals, weniger kreativ. Das Instrumental Anagantios öffnet uns den akustischen Weg in den Frühling. Nach dieser kurzen Verschnaufpause haut einen Bloodstained Ground fast um. Ein knallharter Einstieg lässt zunächst keine Wünsche offen, doch kann die Energie des Tracks nicht gehalten werden und wird von einer markanten Flötenmelodie abgemildert. Mit halber Kraft schreitet das Stück weiter fort, was zwar nicht dramatisch ist, aber nach dem eindringlichen Einstieg etwas schade für Liebhaber härterer Klänge. The Somber Lay ist in diesem Zusammenhang zwar noch ruhiger und melodischer, klingt aber, durch den langsamen Aufbau und die einfachere Struktur, in sich schlüssiger. Auf keinen Fall zu verachten ist der Titel gebende Track Slanias Song. Langsam aufsteigend in der Melodie, fühlt man sich, mit einsetzen der Clear Vocals, direkt von Slania angesprochen und mitgerissen. Die gutturale Stimme wirkt wunderbar im Hintergrund und verleiht dem Song die Kraft, welche die weibliche Stimme allein nicht leisten kann. Diese Verteilung der Stimmen hätten sich Eluveitie häufiger vornehmen sollen. Mit Giamonias wird bereits der helvetische Sommer eingeläutet, bevor es mit Tarvos hartem Schlagzeug weiter geht. Ein solider Track, der lediglich etwas durch eine sehr dominante Flötenmelodie aus dem Konzept gebracht wird, die zwar typisch für die Band ist, jedoch hier dezent deplatziert scheint. Der Nachfolger Calling The Rain birgt ebenfalls großes Potenzial im Bereich der Instrumente, besonders die einleitende Leiermelodie harmoniert mit dem starken Schlagzeug, jedoch ist der gutturale Gesang wie auf das Lied geworfen und fügt sich nicht richtig in das Gesamtbild ein. Der Herbst wird von Elembivos eingeleitet und beendet somit das Kernalbum. Eine tragende und einprägsame Melodie wird mystisch und machtvoll durch einen Männerchor untermalt und führt ein recht gutes Album zu einem würdevollen Ende.

Sechs der sieben noch ausstehenden Tracks sind Demo- bzw. Acousticversionen der später ins Album aufgenommenen Lieder. Hervorheben sollte man allerdings den 14. Track Interview With Slania, welches ein besonderes Dankeschön an die Fans darstellt, welche Slania – stellvertretend für Eluveitie selbst – auf ihren Reisen durch die Welt kennenlernen durfte. Liebevoll mit Übersetzer, für Kommunikation zwischen modernem Reporter und keltischer Frau, inszeniert, berichtet die mittlerweile erwachsene Slania von den offenen Armen, mit denen sie überall auf der Welt empfangen wurde und berichtet, dass ihre Reise noch nicht am Ende angekommen sei.

Fazit: Aus heutiger Sicht, nach unendlichen Touren und diversen Alben, wirkt Slania ein wenig unausgereift für mich, jedoch sollte man bei all der Kritik nicht vergessen, dass es damals erst das zweite Werk der Celtic Metaller war. Noch etwas roh und unausgewogen, doch bereits mit großem Können und guten Ideen, legte die Schweizer Meute um Chrigel Glanzmann ein Folk Metal Bonbon vor, welches zu einem Klassiker der Szene avancieren sollte. Für Gelegenheitshörer ist nichts Neues zu finden, allerdings sollte diese Auskopplung für Fans ein Muss sein, welches mit Hingabe neu inszeniert wurde und alte Schätze wieder ans Tageslicht holt.

Anspieltipps: Inis Mona, Slanias Song, Tarvos
Shoshannah G.
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