Emil Bulls + Support am 9. Dezember 2017 im Backstage Werk, München

Eventname: Kill Your Demons Tour

Headliner: Emil Bulls

Vorbands: Grizzly, Vitja (abgesagt), Ersatz: Lonley Spring

Ort: Backstage Werk, München

Datum: 09.12.2017

Kosten: 26,60 € VVK, ausverkauft!

Genres: Nu Metal, Crossover, Alternative Metal

Besucher: ca. 1400

Veranstalter: Emil Bulls GbR

Die Show war lange vor Beginn ausverkauft und markiert auch den Abschluss der Kill Your Demons Tour 2017, mit der die Nu Metal Crossover Band Emil Bulls die letzten Wochen durchs Land zog. Gemeinsam mit Grizzly und Vitja füllten sie die Hallen und brachten wohl jeden Menschen ins Schwitzen. Genau das und viel mehr erhofft man sich auch am 9. Dezember im Backstage Werk in München. Den ersten Wermutstropfen muss so mancher Besucher jedoch bereits ein wenig früher hinnehmen: Vitja können leider krankheitsbedingt die Show nicht spielen. Für manche vielleicht kein Verlust, so hat die Band doch eher einen fragwürdigen Ruf bei den Meisten in der Szene. Dennoch hatte ich mich persönlich auf die Jungs gefreut, die ein Garant für eine gute Show sind. Aber: Gesundheit geht vor und die nächste Gelegenheit kommt sicherlich. Doch Emil Bulls haben es noch geschafft Ersatz zu besorgen und mit Lonely Spring stehen somit dennoch drei Bands an diesem Abend an.

Die erwähnten Lonely Spring haben dann auch die Aufgabe den Abend zu eröffnen – das Publikum ist jedenfalls schon in recht stolzer Anzahl erschienen und scheint heißt auf die Show – an einem Samstagabend auch mehr als verständlich. Lonely Spring funktionieren als Opener wunderbar, auch wenn wohl niemand so recht auf die Jungs eingestellt war. Musikalisch scheinen sie fast ein wenig besser zu Grizzly und auch Emil Bulls zu passen, als es bei Vitja der Fall gewesen wäre. Ihre Riffs machen jedenfalls Spaß und der leicht rauchige Gesang verleiht dem Ganzen eine Stoner Rock Note, die wunderbar in den Abend passt.

Als nächste Band steht dann auch Grizzly auf dem Plan, die für die anwesenden Besucher wohl bereits etwas vertrauter ist, als es noch bei Lonely Spring der Fall war. Grizzly liefern eine sehr gute, wenn auch etwas kurze Show und beweisen dabei durchaus Headliner Potenzial für kleinere Clubs. Ihre Songs stecken an, strahlen eine tiefe Gefühlswelt aus und missen dabei dennoch nicht an genügend Rock. Die Jungs wirken dabei 100% bodenständig sympathisch und nehmen die Freude des Publikums dankend auf. Insgesamt scheinen Grizzly etwas netter bzw. sanfter aufgelegt, als es vielleicht bei Emil Bulls der Fall ist und der Sound ist auch weniger dreckig als von Lonely Spring. Doch der hier präsentierte Rock mit Metal Einflüssen weiß auf perfekte Art und Weise zu überzeugen.

Und schon steht der Headliner auf der Bühne, der bereits mit lauten Schlachtrufen erwartet wird: Emil Bulls! Die Jungs sind eigentlich aus der Festivallandschaft- und auch auf Konzerten gar nicht wegzudenken. Erst vor wenigen Wochen verkündeten sie eine Fortsetzung ihrer Kill Your Demons Tour im Jahre 2018 – Genug haben sieht anders aus! Auch das Publikum scheint nicht genug zu bekommen und ab dem ersten Song bis zum Ende gibt es kaum noch ein Halten. Sympathisch zeigen sich die Jungs auf der Bühne allemal, reden ein wenig über die Tour, lassen aber auf jeden Fall die Sau raus, was sich auch im Publikum widerspiegelt. Die, zugegebenermaßen eher männlich besetzten, Mosh Pits scheinen nur der Hau drauf und Hab Spaß! Devise zu folgen.

Vom Titeltrack Kill Your Demons am Anfang bis hin zu All In Tune With The Universe, welcher das erste Mal seit 2013 wieder live performt wird, bietet das Set wahrlich alles, was das Herz begehrt. Ein kleines Manko stellt für mich persönlich allerdings noch immer der Gesang von Christ von Freydorf dar, der mich live bisher noch nie 100% überzeugen konnte. Das letzte Mal gesehen als Opener von Papa Roach, schaffen sie es zumindest hier als Headliner ein wenig mehr zu überzeugen, dennoch kann die unglaubliche Euphorie des Raumes von mir nicht komplett nachvollzogen werden. Am Ende ist das wohl aber auch Geschmackssache.

Besonders gestaltet sich auch noch einmal das Ende, welches nicht nur aus einer, sondern zwei Zugaben besteht. Es ist immerhin auch Tour Abschluss, was Emil Bulls gebührend zu feiern scheinen. Am Ende der zweiten Zugabe mit Worlds Apart stehen dann auch gefühlt alle Musiker des Abends auf der Bühne und ja, man fühlt sich durchaus unterhalten – mit 23 Songs beweisen Emil Bulls auf jeden Fall ein wohlbestücktes Set und zeigen ihre Liebe zur Musik und ihren Fans. Und das ist am Ende auch das Wichtigste.

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