Empty Home – Fade To Grey

Melodischer Hardcore aus dem Underground

Artist: Empty Home

Herkunft: Dortmund, Deutschland

Album: Fade To Grey

Spiellänge: 18:18 Minuten

Genre: Melodic Hardcore, Post Hardcore

Release: 16.08.2019

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/emptyhomeband/

Produktion: Produktion und Mix bei Raw & Pure Audio Productions, Mastering von Nils Hildebrand

Bandmitglieder:

Gesang – Nicolas Brücker
Gitarre – Fabian Grundmann
Gitarre – Clemens Braakmann
Bassgitarre – Nicolaj Franck
Schlagzeug – Christoph Joester

Tracklist:

  1. Lost
  2. Dear Love (feat. David v. Reversionists)
  3. Emptiness
  4. Stray
  5. Grown Bitter

 

Es ist ja immer wieder erstaunlich, wo hier in der Gegend alles Undergroundshows stattfinden. Durch die Releaseshow von Invoke hatte ich das Jugendkulturhaus Dingens in Grefrath kennengelernt, und dort fand gestern das Core im Dingens statt. Eine der vier Bands auf der Bühne waren Empty Home, die gerade einen Tag vorher ihre EP Fade To Grey veröffentlicht hatten. Damit waren sie doch verhältnismäßig zügig, denn im Grunde gibt es die Band erst seit Ende 2018. Komplett waren sie auch erst im Juli, denn da wurde Rhythmusgitarrist Clemens als fünftes Bandmitglied vorgestellt.

Der Bandname Empty Home klingt ja erstmal nicht wirklich positiv. Es sei denn, man sieht ein „empty home“ als die Möglichkeit, selbst etwas zu gestalten und sich sein ganz eigenes kleines Heim zu erschaffen. So startet die EP mit dem an die eigene Vergänglichkeit erinnernden Titel Fade To Grey mit der Verlorenheit in Lost. Ziemlich schnell fällt auf, dass das „Melodic“ einen ziemlichen Stellenwert haben und durch schönes Gitarrenspiel immer wieder ins Gedächtnis gerufen wird. Tatsächlich gibt’s zum Schluss aber auch so etwas wie einen Breakdown.

Beim Core im Dingens war David von Reversionists nicht vor Ort, da wurde sein Part bei Dear Love von Yannick von Beyond The Avalanche übernommen. Das ist dann der „Nachteil“ von diesen Features, wobei Yannick seine Sache richtig, richtig gut gemacht hat. Dieser „Nachteil“ ist aber definitiv vernachlässigbar, denn es ist immer wieder interessant, wie gut sich zwei Shouter – sowohl im Studio als auch live – gegenseitig anfeuern, motivieren und schlussendlich richtig gut ergänzen können. Der Wechsel zwischen Melodie und Härte, zwischen Down- und Uptempo macht einen weiteren Pluspunkt dieses Songs aus.

So richtig schnell waren die ersten beiden Tracks eh‘ schon nicht, aber mit Emptiness kommt dann – der Titel könnte es ahnen lassen – tatsächlich auch eine Ballade. Hier zeigt sich einmal mehr, wie gut Nicolas seine Stimme einsetzen kann, es klingt tatsächlich sehr verzweifelt, was er da in die Welt hinausschreit. Unterstützt wird dieser Eindruck dann auch von der Instrumentenfraktion, allen voran sicherlich Fabian an der Leadgitarre. Sehr schön gemacht, den Track doch noch etwas Fahrt aufnehmen zu lassen.

Was ein Kontrast nach der Ballade! Mächtig groovend kommt Stray um die Ecke, leider ist er mit etwas über drei Minuten der zweitkürzeste, da hätten die Jungs gern noch was verlängern dürfen. Sehr geil, wie wirklich alle drei von der Saitenfraktion fast im Einklang spielen, während Christoph auf den Becken rumdrischt. Das Tempo dann im Chorus anzuziehen, erfreut sicherlich nicht nur die moshwütige Meute sondern auch mich beim Schreiben dieses Reviews.

War es bis jetzt ja schon sehr abwechslungsreich, legen Empty Home bei Grown Bitter noch nach und spielen mit dem – meiner Meinung nach sehr belebenden – Element des Klargesangs. Den steuert Fabian im Chorus bei, wobei ganz leise im Hintergrund weiterhin die Shouts von Nicolas zu hören sind. Coole Mischung. „Hold me close, don’t let me down“, wem diese Bitte wohl gelten mag? Auch dieser letzte Song kann beeindrucken und bleibt mir wohl noch länger im Gedächtnis.

Von meinen drei Anspieltipps ist Stray mein Favorit, darum gibt es den hier:

Fazit
Ich hatte mir vor der Show schon alle Songs auf YouTube angehört und Nicolas in Grefrath bereits gesagt, dass gern noch ein paar mehr Songs auf Fade To Grey hätten sein dürfen. Aber gut, bei Undergroundbands bin ich ja immer schon froh, wenn überhaupt mal ein Silberling das Licht der Welt erblickt und ich die Songs, die ich immer wieder so gern bei Undergroundshows höre, dann auch zu Hause genießen kann. Wer Melodic Hardcore mag, dem kann ich Empty Home nur wärmstens ans Herz legen.

Anspieltipps: Dear Love, Emptiness und Stray
Heike L.8.5
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8.5
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