European Winter Tour 2016 – The Answer & The Dead Daisies am 05.12.2016 in der Matrix, Bochum

“Amerikanisch-Irische Freundschaft“

Eventname: European Winter Tour 2016

Headliner: The Dead Daisies, The Answer

Ort: Matrix, Bochum

Datum: 05.12.2016

Kosten: 26,00€ VK, 30,00€ AK

Genre: Rock, Blues Rock

Besucher: ca. 500 Besucher

Veranstalter: Killpop Events (https://www.facebook.com/killpopevents/)

Link: https://www.facebook.com/events/1198486090182558/

Setlisten:

  1. Long Way To Go
  2. Mexico
  3. Make Some Noise
  4. Song And A Prayer
  5. Fortunate Son
  6. We All Fall Down
  7. Last Time
  8. Drum Solo
  9. Join Together
  10. With You And I
  11. Mainline
  12. Helter Skelter
    Zugaben
  13. American Band
  14. Midnight Moses

  1. Solas
  2. Beautiful World
  3. New Horizon
  4. Demon Driven Man
  5. Tunnel
  6. Waste Your Tears
  7. Untrue Colour
  8. In This Land
  9. Thief Of Light
  10. Come Follow Me
  11. Demon Eyes
  12. Being Begotten
  13. Spectacular
  14. Battlecry

 

the-answer-deutschlandtour-poster-2016

 

Nachdem ich die irische Band The Answer – spät, aber doch noch – in diesem Jahr mit dem Re-Release ihres Albums Rise kennen gelernt habe und auch das letzte Album Solas mich vollends begeistern konnte, war es natürlich keine Frage, dass ich die Männer auch einmal live erleben wollte. Auch wenn das Konzert an einem Montag stattfinden soll und ich nach Bochum ungefähr eine Stunde unterwegs bin – auf dem Hinweg im Feierabendverkehr ein wenig länger – melde ich mich also sofort an, als die Ankündigung für die European Winter Tour 2016 veröffentlicht wird. Erfreulicherweise ist der Verkehr auf der Hinfahrt dann zwar zähfließend, es gibt aber keinen Stau, so dass ich wieder mal überpünktlich auf den direkt nebenan gelegenen Parkplatz fahre. Vor der Matrix hat sich auch schon ein kleines Grüppchen versammelt, das geduldig auf den Einlass wartet.

Da die beiden Bands auf ihrer Tour ja immer Double-Headliner-Shows spielen, wundere ich mich nicht, dass schon die Setlist der Band The Dead Daisies, die ich vom Fotograben aus lesen kann, ziemlich lang ist. Im Gegensatz zu den vielen Fans, die die ersten Reihen vor der Bühne bevölkern, kenne ich die die im Jahr 2012 gegründete Band noch nicht. Aber wie schon im Eingangssatz geschrieben „spät, aber doch noch“. Die Bandbesetzung hat schon einige Male gewechselt, konnte aber schon immer mit sehr prominenten Namen, wie Richard Fortus, John Tempesta oder Bernard Fowler, aufwarten. Auch die Namen der aktuellen Bandmitglieder versprechen wieder eine top Performance, und die liefern The Dead Daisies dann auch. Einer nach dem Anderen kommen sie auf die Bühne und genießen den Applaus des Publikums, bevor dann auch Sänger John Corabi ins Rampenlicht kommt und die Show gegen 20:30 Uhr starten kann. Dass die Tour bereits auf die Zielgerade eingebogen ist, merkt man Doug Aldrich, John Corabi, Marco Mendoza, Brian Tichy und David Lowy überhaupt nicht an, frisch wie der junge Morgen und absolut professionell ziehen sie ihr absolut vielseitiges und abwechslungsreiches Programm durch. Dabei zeigen sie, dass es ihnen nach wie vor großen Spaß macht, auf der Bühne zu stehen und ihre oft Blues Rock-getränkten, immer sehr eingängigen und mitreißenden Melodien auch live zum Besten zu geben. Jeder ist eine Show für sich und darf auch mal ins Rampenlicht, wobei mich besonders das fast dreiminütige Drumsolo von Brian Tichy begeistert, aber zusammen sind sie im Grunde unschlagbar. Die Ankündigung von Frontmann John, dass man die heutige Show live aufzeichnen würde und wir daher alle mal besonders viel Krach machen sollten, ist eigentlich überflüssig, denn das Publikum ist von der ersten Minute an voll dabei und singt sämtliche Songs der drei bislang veröffentlichten Alben umfassenden Setlist voller Inbrunst mit. Nachdem dann mit Helter Skelter der letzte reguläre Track gespielt ist, schlägt Frontmann John vor, dass The Dead Daisies sich jetzt mal nicht wie die sogenannten „Rockstars“ benehmen, von der Bühne gehen und darauf warten, dass wir alle „Zugabe“ rufen, um dann wieder auf die Bühne zurückzukommen. Stattdessen bleibt man gleich auf der Bühne, wobei wir natürlich trotzdem gern jubeln dürfen 😉 Dieser Aufforderung hätte es nicht bedurft, die Begeisterung, die der Band nach ihrem tollen Auftritt entgegenschlägt, ist ungebrochen. Danach kann man die fünf dann auch noch am Merchandisestand treffen, wo sie geduldig Autogramme geben, den einen oder anderen Smalltalk führen oder sich mit Fans fotografieren lassen. Die entsprechende Bildergalerie ist bereits auf der Homepage und der Facebook-Seite der Band zu finden. Daumen hoch für die klasse Show und ein dermaßen fanfreundliches Verhalten!

The Dead Daisies @ European Winter Tour 2016 12 05

The Dead Daisies @ European Winter Tour 2016 12 05

Gleich mit einem meiner Lieblingssongs, nämlich dem Titeltrack des Albums Solas starten dann nach einer erfreulich kurzen Umbaupause The Answer. Jetzt habe ich ein Problem, denn wir dürfen nur während der ersten drei Songs Fotos aus dem Graben machen, ich würde aber einfach nur gern diesen Song genießen. Dieser nicht aufzulösende Zwiespalt drückt sich dann auch in vielen verwischten Fotos aus, aber sei’s drum 😀 Von der ersten Sekunde an voll in seinem Element ist Frontmann Cormac Neeson, stellt allein durch Blicke und Gesten sofort den Kontakt zum Publikum her und ist, auch wenn er scheinbar in den Songs versinkt, absolut präsent, tänzelt vor und zurück und vollführt teilweise wahre „Schamanentänze“. In ihrer Setlist pendeln The Answer mühelos zwischen den eher den Blues Rock streifenden älteren Alben und dem letzten Meisterwerk Solas, mit dem die Männer zeigen, woher sie kommen und wo ihre Wurzeln liegen. Immer wieder streut Cormac zwischen den Songs kleine Anekdoten ein. So erzählt er, dass es doch tatsächlich schon zehn Jahre her sei, dass man das letzte Mal in Bochum gespielt hat. An diese Show hat er allerdings nur noch die Erinnerung, dass man am Abend davor viel zu viele billige Cocktails getrunken hat. Den Fehler hat man in diesem Jahr nicht begangen, die billigen Cocktails gibt es erst nach dem Auftritt.

Und weiter geht’s mit der Aufforderung an Gitarrist Paul Mahon, jetzt wieder mal einen älteren Song zu spielen. So stimmt dieser dann Demon Driven Man an, und nach dem Song erfahren wir von Cormac, dass Paul heute Geburtstag hat. „Er wird heute 23 Jahre alt und wartet immer noch auf seinen ersten Kuss. Ob er den wohl heute kriegt?“ Immer wieder auch der Dank an die Fans für die großartigen Reaktionen auf das Album Solas. Dieses Album sei der Band eine Herzensangelegenheit gewesen, und man sei sehr glücklich darüber, wie die Fans dieses Werk auf- und angenommen haben. Auf die dazu passende Frage, wer aus dem Publikum denn schon einmal in Belfast gewesen sei, wird allerdings nur eine Hand gehoben. Nach sechs Meldungen bei der gestrigen Show sei dies der absolute Tiefpunkt, verrät Cormac, aber nichtsdestotrotz kann man mit dem folgenden In This Land ein wenig von der Stimmung vermitteln, die in den vielen irischen Pubs herrscht, wenn die Gäste dort zu ihren mitgebrachten Instrumenten greifen und volkstümliche Weisen zum Besten geben. Wie schon geschrieben, geht Cormac in jedem einzelnen Song auf, darum bekommt er es zunächst auch gar nicht mit, dass Paul seiner Gitarre plötzlich keinen Ton mehr entlocken kann und sein Gesang nur noch von Michael Waters am Bass und James Heatley am Schlagzeug begleitet wird. Auch der sofort herbeieilende Techniker kann zunächst nicht helfen, aber Cormac bleibt vollkommen Herr der Lage. Dass er eine großartige Stimme hat, muss er ja Niemandem hier mehr beweisen, als er spontan zur Überbrückung während der Fehlersuche vollkommen a cappella ein weiteres traditionelles irisches Lied, nämlich Nancy Whiskey, einschiebt und uns alle gleich in eins der vielen munteren Mitsingspielchen verwickelt. Der Chorus ist wirklich ganz einfach, lautet er doch „Whiskey, whiskey, Nancy Whiskey / Whiskey, whiskey, Nancy-o“. Das kriege sogar ich hin 😀 Als dieser Song dann gemeinsam abgesungen ist, ist Cormac aber doch froh, dass mittlerweile auch die Gitarre von Paul wieder zu hören ist, denn, so verrät er mit einem Augenzwinkern, mehr Songs wären ihm jetzt nicht eingefallen. Es kann also weiter gehen mit dem munteren Wechsel zwischen alten und neuen Songs, aber leider schreitet auch bei diesem tollen Auftritt die Zeit gnadenlos voran. Beim letzten Track Battlecry hält es Cormac dann nicht mehr auf der Bühne, er möchte sich persönlich davon überzeugen, dass das Publikum noch mitmacht. Also runter in den Fotograben, über die Absperrung geklettert und mitten im und mit dem Publikum weitergesungen. Dann ist aber leider auch der letzte Ton verklungen, es gibt noch ein letztes Dankeschön, ein letztes Winken und eine letzte Verbeugung, bevor die vier Männer die Bühne verlassen. Was die Fanfreundlichkeit angeht, stehen The Answer dann natürlich den Mannen von The Dead Daisies in nichts nach. Ob die Ankündigung von Cormac, dass man sich nach der Show gern noch auf ein Bier am Merchandisestand treffen kann, dafür sorgt, dass – für mich erstaunlicherweise – keine „Zugabe“-Rufe erklingen, weiß ich nicht, aber die Show, die The Answer heute aufs Parkett legen, ist für mich wirklich zum Niederknien und sorgt sicherlich nicht nur bei mir für einige Gänsehautschauer. Auch einige erstaunte Blicke aus der ersten Reihe sind mir sicher, denn nachdem die Fotos während der ersten drei Songs geschossen sind, bleibe ich dieses Mal im Fotograben und kann bei dem einen oder anderen Song absolut nicht stillstehen. Selbst die vier sehr feier- und trinkfreudigen Männer in meiner direkten Nähe stehen still und machen große Augen, als ich mich bei Battlecry in so etwas ähnlichem, wie einem irischen Volkstanz versuche 😀

The Answer @ European Winter Tour 2016 12 05

The Answer @ European Winter Tour 2016 12 05

So, wie die beiden Bands, hat heute auch wieder das Team der Matrix alles gegeben, um das Publikum zufriedenzustellen. Ich weiß nicht, ob noch weitere Maßnahmen an der Soundanlage vorgenommen wurden, aber selbst der oftmals, auch von mir, gescholtene Klang war heute in meinen Ohren tadellos. Ein ganz besonderer Dank geht auch wieder mal an den männlichen Engel am Einlass, der sich darum gekümmert hat, dass ich trotz aller Versäumnisse und Unzulänglichkeiten noch meinen Fotopass ans Shirt pappen durfte.

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