Feelgood McLouds – Life On A Ferris Wheel

Saarbrücker Folk-Punk lädt in den nächsten Pub

Artist: Feelgood McLouds

Herkunft: Saarbrücken, Deutschland

Album: Life On A Ferris Wheel

Spiellänge: 35:20 Minuten

Genre: Folk, Punkrock

Release: 08.05.2020

Label: Wolverine Records

Links: https://www.thefeelgoodmclouds.de/
https://www.facebook.com/TheFeelgoodMcLouds/
https://www.instagram.com/thefeelgoodmclouds/?hl=de

Bandmitglieder:

Gesang – Günther
Bass, Gesang – Schirra
Gitarre, Gesang – Ben
Banjo, Akkordeon, Gitarren, Gesang – Benni
Schlagzeug, Gesang – Matze
Dudelsack, Tin Whistle, Mandoline, Gesang – Julian

Tracklist:

  1. Spineless Mass
  2. Foggy Days
  3. Moonshiners
  4. Mad O´Riley
  5. Lovers&Friends
  6. Off The Rails
  7. King For A Day
  8. Last Hurray
  9. Drink To All My Friends
  10. Runaway
  11. Behind Black Eyes
  12. In Our Pub

Im Winter 2017 erschien ihr erstes, selbst betiteltes Album The Feeldgood McLouds. Mit Life On A Ferris Wheel erscheint das neue Album der Saarbrücker Folk-Punks am 08.05.2020 ungeachtet der Corona-Pandemie. Einen Vorgeschmack gab es vor der Veröffentlichung mit dem Video Moonshiners am 13. März, kurz bevor die Truppe eine Reihe von Gigs zur neuen CD in Angriff nehmen wollte. Als Support konnten sie sich bereits bei etlichen etablierten Bands einen Namen machen. Flogging Molly, The Real McKenzies, The Rumjacks, Fiddlers Green, The Porters, Lagwagon, The Moorings, Los Fastidios, Sir Reg, Booze & Glory und die Street Dogs konnten sich von den musikalischen Qualitäten und der Trinkfestigkeit nach den Gigs überzeugen.

In der Ankündigung schrieben die Jungs „In klassischer Celtic-Punk-Manier gibt es kräftig von Dudelsäcken, Banjos und Akkordeons auf die Schiebermütze und zusammen mit der punkigen Rhythmussektion sind zwölf starke Songs entstanden, die nur darauf warten, auf die Welt losgelassen zu werden.

So weit, so gut. Aber stimmt das denn auch? Ich hatte bisher noch keine Berührung mit dem Sexstett. Bei Folk und Punk oder deren Gemisch ist es ja immer so eine Sache. Nach den ersten Sekunden steht man erst einmal auf und kontrolliert seine Anlage. Es brummt und knistert, als wenn ein Kabel eine Macke hat. Was dann aber kommt, ist bestes Banjospiel und eine Whistle im Hintergrund. Doch nur Folk? Nein! Wie bei anderen schönen Momenten gehört auch hier das Vorspiel dazu, bevor es richtig abgeht. Spineless Mass ist ein schöner Einstieg in das mit 35 Minuten nicht allzu lange Album der Saarländer… Textlich ist es der einzige Song des Dutzends, der nicht irgendwie von den Wirkungen des Alkohols handelt. Ein schöner Song, der sagt, das man nicht auf die anderen hören soll. „face the truth, take your life in your own hands“. Das unterschreibe ich sofort. Das war es dann mit Gesellschaftskritik. Von nun an versuchen die Jungs einem bei allerfeinster musikalischer Untermalung mit punkigem Folksound das Bier madig zu machen…
Foggy Days, die Selbsterkenntnis des Alkoholproblems. Ich ertappe meinen Fuß beim unablässigen Mitwippen. Moonshiners, vom Vorglühen zum Glühen der Musketen der Verfolger der Diebe. Ja, nächtliche Raubzüge können gefährlich sein. Der vierte Titel dreht sich dann um Mad O´Riley, den Held der Arbeiterklasse aus der Nachbarschaft. Musikalisch das stärkste Lied. Fuß, Kopf und Finger fangen bei eingängigen Melodien und stimmigen Tempowechseln an, sich zu bewegen. Aus dem Text der Lovers & Friends werde ich nicht so ganz schlau. Auf jeden Fall haben die Jungs ein Problem mit der Last Order. Inhaltlich ansprechend folgt dann Off The Rails. Ein Mann, der merkt, dass sich die guten alten Zeiten geändert haben und er etwas ändern muss, bevor sein Leben aus den Schienen springt. Etwas nachdenklich kommt auch King For A Day daher. Ein nachdenklicher Mann, der begreift, dass der Alkohol seine Beziehungen zerstört hat. Last Hurray hat noch einmal ein wenig Tiefgang. Ein Appell an die Lebemänner, nicht nur wegzuschauen. Lange dauert das allerdings nicht, der Song ist mit 1:19 überraschend kurz.
Song Nummer neun ist dann ein reines Sauflied ums Trinken und die Freundschaft. Für Drink To All My Friends wurde Valerio Tenuta von der Berliner Ska-Größe The Offenders verpflichtet. Song Nummer zehn passt so gar nicht. Viel Text um die Runaway, die Ausreißerin, bei eingängigen Melodien. Selbstmordgedanken Behind Black Eyes. Ein düsterer Text zu fröhlicher Musik läutet das Ende der Scheibe ein. In Our Pub, hier ist jeder aufgewachsen, hier waren sie noch alle gleich.

Zwölf Titel, die zeigen, dass temporeicher Folk auch mit ernsthaften Texten zusammen funktioniert.
Das Album erscheint als Digipack-CD und wie auch schon die erste Scheibe Feelgood McLouds auf Vinyl.
Digital bleiben auch keine Wünsche offen. Es wird sie auf allen Streaming Plattformen wie Spotify, Deeter und iTunes, aber auch zum Downloaden z.B. auf Google Music oder Amazon Music geben.

Eine Release-Tour des Sextetts war natürlich genauso wie im Sommer super viele Festivalgigs, geplant. Das fällt natürlich alles erst einmal flach. Ab September/Oktober hoffen sie noch auf ein paar Gigs, möchten sich aber bei der aktuellen Situation nicht darauf konzentrieren.

Um die Zeit bis zum Release zu überbrücken, hat die Band noch eine neue Single veröffentlicht. Drink To All My Friends kann man überall streamen oder kaufen, wo es digitale Musik gibt:

https://open.spotify.com/album/1glYmpT0extbZ9Eg7cD691

https://music.apple.com/…/drink-to-all-my-friend…/1505521056

Feelgood McLouds – Life On A Ferris Wheel
Fazit
Ich war überrascht. Ein hochwertiges, kurzweiliges Album. Perfekt für den nächsten Pub, obwohl es nicht nur um das Trinken geht - "one more pint, one more round"

Anspieltipps: Mad O‘Riley, Lovers & Friends, Drink To All My Friends
Norbert C.
8.5
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9.9
8.5
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