Frontm3n – An Exclusive Acoustic Night am 19.02.2020 im Kieler Schloss

Die Sänger der Legenden 10cc, Hollies, Sweet oder Sailor gemeinsam auf „Up Close“-Tour 2019/20

Eventname: An Exclusive Acoustic Night – „Up Close“-Tour 2019/20

Band: Frontm3n

Ort: Konzertsaal im Schloss, Kiel

Datum: 19.02.2020

Kosten: 42,15 € VVK, 45,45 € Abendkasse

Zuschauer: ca. 600

Genre: Glamrock, Alternative

Links: https://www.facebook.com/events/2601888953213901/
https://www.frontm3n.de/
https://www.facebook.com/frontm3n/

Setliste:

  1. I Can´t Let Go
  2. CoCo /Poppa Joe
  3. The Sings We Do For love
  4. Open Up
  5. Love Is Like Oxygen
  6. Solid Ground
  7. You Got It
  8. All At Sea
  9. Some People
  10. Priceless
  11. Rubber Bullets
  12. Bus Stop
  13. Fox On The Run
  14. Good Morning Judge
  15. Donna
  16. He Ain´t Heavy, He´s My Brother
  17. A Glass Of Champagne
  18. Carrie
  19. Fall For You
  20. I´m Not In Love
  21. The Ballroom Blitz
  22. The Air That I Breathe
  23. Your Own Worst Enemy
  24. Long Cool Woman In A Black Dress
  25. Dreadlock Holiday
Frontm3n? Bitte wer?
Dadurch, dass die drei älteren Herren schon vor genau einem Jahr in der Stadt waren, war ich informiert, wer sich hinter dem Namen verbirgt. Schon damals zeigte ich Interesse, aber diesmal wurde ich explizit dazu eingeladen und habe mir die Chance nicht entgehen lassen. Es handelt sich um Sänger von legendären Bands aus meiner Jugend. Zwar stammen sie aus den letzten Generationen und nicht aus Originalbesetzungen, aber das ist erst einmal uninteressant.
Mick Wilson (*30. November 1962, Barking, Essex, England): Perkussion und Gesang bei 10cc von 1999 bis 2016

Drei Alphatiere also, die Musikgeschichte schrieben und ihr Handwerk beherrschen. Bereits in den 90ern lernten sich die drei Ausnahmemusiker bei ihrer ersten Zusammenarbeit als Sänger und Gitarristen der Band von Sir Cliff Richard kennen, bevor jeder einzelne Musiker für sich eine bemerkenswerte Karriere startete. Sie arbeiteten bereits mit Künstlern wie Lionel Ritchie, Kylie Minogue, Gary Barlow, Cher, Ellie Goulding oder Tina Turner zusammen und stehen nach 25 Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne. Nach der letzten Tour und vereinzelten Sommerfestivals gingen sie auf eine ausgedehnte Australien & Neuseeland-Tour. Seit Dezember sind sie wieder auf Up Close Tour durch Deutschland. Nach dem heutigen Gig in Kiel stehen nur noch vier Termine in der kommenden Woche, überwiegend hier im Norden, an.

Eine Supportband gibt es nicht. Angekündigt ist ein „Exklusiver akustischer Abend“. Klar hätte ich die alten Songs aus meiner Jugend gerne noch einmal im Original gehört, aber die drei sind ja keine Coverband. Sie sind Originale und interpretieren „ihre“ Songs in einer einmaligen Besetzung einfach neu.

Peter Howarth (*3 May 1960, Blackpool, Lancashire, England): Leadgesang bei The Hollies. Nachdem Carl Wayne 2004 verstarb, übernimmt er bis heute das Mikrofon bei den Legenden.

Die Setliste ist so gestrickt, dass jeder Künstler seine Musik in den Vordergrund bekommt, aber auch die gemeinsame Zeit nicht zu kurz kommt. Eine gemeinsame Zeit, die sich nicht nur auf die Zeit bei Sir Cliff Richard beschränkt. Die aktuelle CD All For One enthält auch Eigenkompositionen. Natürlich ist das hier in Kiel nur spärlich erschienene Publikum nicht deshalb gekommen. Während Shows in Hamburg oder Lübeck ausverkauft sind, ist an diesem verregneten Abend der Konzertsaal im Kieler Schloss nur halb gefüllt. Die, die gekommen sind, werden in ihren Erwartungen, die alten Hits zu hören, nicht enttäuscht.

Zu Recht gefeiert wird die von Peter Howarth gesungene Hollies-Ballade Priceless oder die Hits I Can´t Let Go und Bus Stop. Mick Wilson lässt die 10cc-Hits The Sings We Do For Love, Rubber Bullets, Good Morning Judge, Donna, I´m Not In Love und natürlich Dreadlock Holidays wieder auferstehen. Peter Lincoln kommt mit seinen Sweet und Sailor Hits nicht zu kurz. Es kommt CoCo/Poppa Joe, Love Is Like Oxygen, Fox On The Run, The Ballroom Blitz von den Sweet aber auch A Glass Of Champagne von Sailor und mit All At Sea ein eigener Titel zu Gehör. Der Rest sind unter anderem Titel von Roy Orbison und Cliff Richard, bei denen sie auch schon gemeinsam auf der Bühne standen.
Pete(r) Lincoln (*15. März 1956, Newcastle, England): Gesang, Bass bei The Sweet (2006-2019), Sailor (1995–2006) und vorher unter anderem bei Shakin’ Stevens und Cliff Richard.

Wenn Mick Wilson auch mal zum E-Bass oder zum Schlagzeug und Pete Lincoln bei Rubber Bullets zur Stromgitarre greift, beschränken sich die drei Musiker auf akustische Sechssaiter ohne Effekte. Alle Songs erklingen in cleveren Arrangements der Gitarren als auch der Stimmen. Pete Lincoln ist als Sweet Sänger die Rockröhre, während Howarth und Wilson im Vergleich dazu geradezu Belcanto-Sänger des Pop sind. Wilson, seit über 20 Jahren bei 10cc am Mikrofon, traut sich sogar an die mörderischen Falsettpassagen des 1973er Hits Donna, Howarth erntet stürmischen Applaus für seine Version von He Ain’t Heavy, He’s My Brother, einem Kelly Gordon-Song von 1969. Der Song wurde dann später durch die Hollies erst richtig bekannt.

Spielfreude und der spezielle britische Humor der Musiker runden den gelungenen Abend ab. 25 Titel in etwa zweieinhalb Stunden machen das Konzert zu einem unvergesslichen Event. Das Publikum saugt jede Note dankbar auf. Es singt, wippt, klatscht, jubelt. Es ist ein Abend mit viel Nostalgie. Zwar verabschieden sich die drei „bis zum nächsten Jahr“, aber auf der 2021er Tour kommen sie nur bis Hamburg als nördlichsten Punkt. Vielleicht wissen sie mehr, als der Tourplan hergibt? Wäre schön!
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