Giant Hedgehog – Giant Hedgehog

„Der Riesenigel nimmt dich mit auf die Reise“

Artist: Giant Hedgehog

Herkunft: Münster / Deutschland

Album: Giant Hedgehog

Genre: Krautrock, Prog Rock, Avantgarde, Jazz Rock

Spiellänge: 25:54

Release: 20.05.2016

Label: Eigenvertrieb/Onbones Collective

Link: http://www.onbones.de/musik/gianthedgehog/

Bandmitglieder:

Drums – Moritz Nixdorf
Guitar – Niklas Tieke
Bass – Patrick Aguilar
Saxophone, recorder – Thomas Mrosek

Tracklist:

1. Giant Hedgehog

Der mir vorliegende Release ist zwar schon etwas länger her, so wurde er bereits 2016 veröffentlicht. Ich selbst bin aber erst zuletzt darauf gestoßen. Da ich immer auf der Suche nach Außergewöhnlichem bin und den Release von Giant Hedgehog absolut hörenswert finde, dachte ich mir: Das muss ich meiner Umwelt einfach mitteilen!

Zunächst einmal zur Band: Giant Hedgehog ist eine aus Münster stammende Prog Rock Band. Ihre Gründung geht auf das Jahr 2009 zurück. Das aktuelle Lineup besteht seit 2011. Sie ist auch als Liveband aktiv und hat bereits mehrere Festivals / Konzerte gespielt.

Zum Release Giant Headhog: Hierbei handelt es sich um eine 1 Track EP, verfügbar als CD und Download.

Der Riesenigel (Giant Hedgehog) spielt wesentlich mehr als Prog Rock. Hier finden sich Elemente von Krautrock, Jazz Rock, Space Rock, Avantgarde und ja, ab und an auch metalische Elemente. Bei dem über 25 Minuten langen Song handelt es sich um einen rein instrumentalen Song.

So Leute, wir befinden uns zwar im Jahre 2018, aber Giant Hedgehog holen uns zurück in die Siebziger und kredenzen uns den Jazz und Krautrock dieser Jahre. Also Leute, ab zum nächsten Dealer, kauft euch einen Joint, legt euch auf die Couch, lasst die Lichter flackern und zieht diesen Song / diese EP tief in euch rein. Ich will jetzt keinen zum Drogenrausch animieren, aber so oder so ähnlich wäre diese Platte in den Siebzigern genossen worden und der Hörer hätte den Riesenigel beim Anhören an sich vorbei ziehen sehen.

Jetzt sind wir aber wieder clean und befinden uns im Jahr 2018. Auch ohne Joint können wir den Song genießen und den Riesenigel an uns vorbei marschieren sehen. Und irgendwie erinnert das an unsere alten progressiven Helden. King Crimson, Van Der Graaf Generator, Magma oder Gentle Giant ziehen an uns vorbei. Alte Krautrocklegenden wie Embryo, Kraan oder Grobschnitt mit ihren teilweise irre langen Werken sind allgegenwärtig. Die Musik ist ebenso alt wie neu. Sie packt und lädt einen ein auf eine Reise (vielleicht Achim Reichels Grüne Reise) zu gehen. He, du übergroßer Igel, was machst du da!?

Giant Hedgehog schaffen es, mit dem gleichnamigen Song eine wunderbare Reise durch die geniale Zeit der Siebziger zu machen. Der Song ist dabei so was von abwechslungsreich. Sie vermögen es eine Spannung aufzubauen und diese dann ausbrechen, beziehungsweise explodieren zu lassen. Faszinierend hierbei ist das Zusammenspiel der Instrumentalisten, wobei sich das Saxofon sehr angenehm markant hervorhebt, sich dabei jedoch nie in den Vordergrund spielt. Das müssen alles Könner ihres Fachs sein. Die Combo versteht es eine absolut spannende Stimmung aufzubauen und verweilt auch schon mal in ruhigeren Phasen. Dabei stört mich auch nicht die Blockflöte, die ich als Kind schon immer als Bestrafung und Belästigung meiner Ohren empfand. Jeder einzelne Instrumentalist darf sich in den Ausflügen seines Instruments beweisen. Die einzelnen Bandmitglieder finden sich als geniales Kollektiv immer wieder zusammen, egal wie weit der einzelne Ausflug auch geht. Das Stimmungsbild schwank zwischen freudiger Erwartung und melancholischer Ruhe, wobei jeweilige Gefühlsausbrüche zu erwarten und auch angebracht sind.

Im Dezember 2017 veröffentlichte das Quartett ein Studio Playthrough mit dem Titel Die Irrealität der Zeit. Mit einer deutlich kürzeren Spielzeit als ihre letzte Veröffentlichung, jedoch immer noch mächtige 13 min lang, schlägt die Band kompositorisch und musikalisch neue Wege ein, wird ihrem Ursprung jedoch nie untreu. Das Video dazu findet ihr hier.

Giant Hedgehog muss ich mir unbedingt mal live ansehen. Ich bin gespannt, wie sie ihre Songs live rüber bringen.

Fazit: Großer Sound im Gewand des Siebziger Prog Rock, Jazz Rock gespickt mit Krautrock und Avantgarde Rock. Die EP von Giant Hedgehog hat mich richtig begeistert. Das dürfte auch vielen Mitstreitern aus meiner Generation so ergehen, sollte die Musik ihre Ohren erreichen. Ich hoffe, dass diese sehr experimentelle und kreative Musik auch den jüngeren Hörern zugänglich ist.

Anspieltipps: natürlich The Giant Hedgehog. Es gibt ja keinen anderen auf der EP 
Juergen S.9.3
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