Havok – V

Kurzweiliger Thrash mit progressiven Anteilen

Artist: Havok

Herkunft: Denver, Colorado, USA

Album: V

Spiellänge: 45:52 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 01.05.2020

Label: Century Media Records

Link: http://www.havokband.com

Bandmitglieder:

Gesang/Gitarre – David Sanchez
Gitarre – Reece Scruggs
Bass, Hintergrundgesang – Brandon Bruce
Drums – Pete Webber

Tracklist:

  1. Post-Truth Era
  2. Fear Campaign
  3. Betrayed By Technology
  4. Ritual Of The Mind
  5. Interface With The Infinite
  6. Dab Tsog
  7. Phantom Force
  8. Cosmetic Surgery
  9. Panpsychism
  10. Merchants Of Death
  11. Don’t Do It

Die in Colorado ansässigen Thrasher Havok sind mit ihrem fünften Album, welches bezeichnender Weise die römische Ziffer V trägt, zurück.

Erscheinen wird es am 01.05.2020 bei Century Media. Erhältlich sein wird es als Digipack CD (mit Patch) und in den Vinylvarianten Black und Clear (limitiert auf 300 Stück).

Havok sind bekannt dafür, dass sie den klassischen Thrash in der Tradition der Altvorderen spielen, aber ein wenig Progressivität mit hineinbringen, ohne dadurch das Fass zum Überlaufen zu bringen. Ein bisschen frisches Blut da reinzubringen, tut halt immer gut.

So haben die US-Thrasher elf scharfe Klingen auf ihrem fünftem Album untergebracht, welches zugleich das erste Album mit dem neun Bassisten Brandon Bruce ist.

Ein leichtes, typisches Gitarrenintro bei Post Truth Era weicht einem knüppelnden Galopp aus Gitarren, Bass und Schlagzeug. Die schrill/giftige Stimme von David Sanchez setzt ein und ab geht die Post. Wir befinden uns in der Post Truth Era, einer korrupten von Despoten beherrschten Welt/Zeit.

Weiter geht es mit Fear Campaign, welches mit einem klaren Spiel überzeug. Der Song bietet tolle Tempowechsel und wunderbare Läufen der Gitarren.

Überhaupt ist das Album sehr gut und klar abgemischt, sodass man die Instrumente auf Anhieb unterscheiden kann und diese nicht in einem Teich aus musikalischen Matsch landen.

Hier wird mit den Instrumenten regelrecht gespielt. So dürfen sich die Gitarren in Betrayed By Technology gegenseitig befeuern. Der neue Bassist Brandon Bruce (bereits der siebte Bassist der Band) darf einen tollen Basslauf einschieben, bevor die Lead Gitarre ihn begleitet und anschließend überholt.

Neben schnellen „direkt auf die Nüsse“ Thrashern gibt es auch Songs im Midtempo wie Ritual Of The Mind oder Interface With The Infinite, die zwischendurch mal etwas Luft aus der Sache nehmen und in denen die Leadgitarren etwas frickeln dürfen. Wobei bei solchen Songs noch ausreichend Saft vorhanden ist.

Dab Tso ist im eigentlichen Sinne kein eigener Song, sondern ein, ich würde einmal sagen, Intermezzo mit Natural Einschlag, der zu einem absoluten Nackenbrecher Doppelpack mit den Songs Phantom Force und Cosmetic Surgery überleitet. Diese beiden Songs sind besonders giftig und hauen absolut rein.

Wie vorhin bereits von mir erwähnt, ist der glasklare Sound hier bemerkenswert. Beide Songs haben zudem aus meiner Sicht einen leichten progressiven Touch und befinden sich auf technisch hohem Niveau mit brillanten Soli von Reece Scruggs.

Das Grundprinzip des Begriffes und drittletzten Songs Panpsychismus bedeutet, dass alles Geistige und Körperliche Eins ist. Der Geist und die physische Welt existieren in allen Dingen zusammen. Der Song ist getreu dieses Prinzips der Knaller. Beginnend mit akustischer Gitarre wird der Song ein massiver körperlicher Koloss, dem jedoch die Leichtigkeit des Geistes innewohnt. Ein ziemlich progressiver Thrash Song, der mit einigen virtuosen Überraschungen aufwarten. Alle vier Mitstreiter können hier zeigen, welches Potenzial in ihnen und ihren Instrumenten steckt. Stark beeindruckt neben der Lead Gitarre bin ich von den Leistungen von Brandon Bruce am Bass!

In Merchant Of Death wird kurz vor Schluss noch einmal die Sau durchs Dorf getrieben, bevor Havoc im abschließenden Mammutsong Don’t Do It in über acht Minuten noch einmal alle Register ziehen. Nach Intro und klassischem Midtempo Metal folgt nackenbrechender Hochgeschwindigkeits Thrash. Bei dem Titel bleibt mir nur zu sagen übrig: Yes, do it.

Havok – V
Fazit
Havoc zeigen sich mit ihrem fünften Album V songtechnisch an vorderster Front, wenn es um Thrash mit progressivem Einschlag auf hohem technischen Niveau geht. Havoc setzen gerade immer dort progressive Elemente ein, wo man sie nicht unbedingt erwartet. V wirkt sehr modern, wenn es um das Songwriting geht. Die Jungs beherrschen die Balance zwischen Midtempo und Maximaler Geschwindigkeit perfekt. Havoc haben mit V eine weitere Sprosse auf ihrer Entwicklungsleiter erreicht und die ist bereits weit oben!

Anspieltipps: Post-Truth Era, Cosmetic Surgery und Panpsychism
Juergen S.
9.3
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9.3
Punkte
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