Heaven Shall Burn – The Final March Tour 2018 mit August Burns Red, Whitechapel und In Hearts Wake im Palladium in Köln am 31.03.2018

“I Feel Hardcore!“

Eventname: Heaven Shall Burn – The Final March Tour 2018

Headliner: Heaven Shall Burn

Vorband(s): August Burns Red, Whitechapel, In Hearts Wake

Ort: Palladium, Köln

Datum: 31.03.2018

Kosten: 38,00 €

Genre: Metalcore, Melodic Hardcore

Besucher: 3.500 Besucher

Veranstalter: Kingstar Event GmbH (www.kingstar-music.com)

Setliste:

Heaven Shall Burn:

  1. One (Always Hardcore) – original von Scooter
  2. Downshifter
  3. Bring The War Home
  4. The Weapon They Fear
  5. The Dream Is Dead
  6. Land Of The Upright Ones
  7. Counterweight
  8. Black Tears (Edge Of Sanity Cover)
  9. Corium
  10. The Final March
  11. Passage Of The Crane
  12. Profane Believers
  13. Combat
  14. Voice Of The Voiceless
  15. Hunters Will Be Hunted

Zugabe:

  1. Awoken
  2. Endzeit
  3. Godiva
  4. Valhalla (Blind Guardian Cover)

Mal ehrlich, was kann ein Fan der Bands Heaven Shall Burn, August Burns Red, Whitechapel und/oder In Hearts Wake an einem Samstag besseres tun, als sich in sein Auto, seine Bahn oder auf sein Fahrrad setzen, um zur Eventlocation zu fahren, an dem die The Final March Tour heute stattfinden wird? Neben den Städten, Wiesbaden, Hamburg, München und Stuttgart (um nur ein paar zu nennen) werden die vier Ikonen des Genres heute das Palladium in Köln unsicher machen. Ich denke nicht, dass man Heaven Shall Burn, August Burns Red oder Whitechapel großartig vorstellen muss, so haben sich die Bands in den letzten Jahrzehnten eine Fanbase aufgebaut, die, glaube ich, sich sehen lassen kann. Bei der Truppe In Hearts Wake bin ich mir hingegen nicht ganz sicher, ob sie bereits in euren Playlisten auftaucht. Deswegen hole ich hier ein bisschen (wirklich nur ein bisschen) weiter aus. Die Australier von In Hearts Wake kommen aus demselben Bundesstaat, wie die Genregröße Parkway Drive und sind im Vergleich ein wenig hardcorelastiger ausgerichtet, als alle heute hier auftretenden Bands. Doch als Opener passt das in meinen Augen ganz gut. So wird klarer Gesang gepaart mit tiefen Shouts. Irgendwie schon fast poppig – ist es ein nettes Vorglühen, bevor Whitechapel auf die Bretter dürfen. Im Gepäck haben die Jungs das äußerst erfolgreiche Album Ark, welches in Form von T-Shirts doch von einigen hier in der Halle promotet wird. Doch da man nach 12 Jahren Bandgeschichte auf fünf Alben zurückgreifen kann, ist es mit Sicherheit nicht leichtgefallen, sich auf nur sieben Songs zu beschränken. So ist sowohl Earthwalker (2014), Skydancer (2015) als auch Ark (2018) in der Setliste vertreten. Highlight ist für mich klar, dass man mit einem Schlauchboot bewaffnet das Wort Crowdsufing in Crowdboating umbenennen könnte. Denn auch wenn die Idee nicht neu ist, ist es immer wieder lustig, wenn Bandmitglieder (in diesem Fall Sänger Jake Taylor) sich auf dem besagten Schlauchboot über die Menge „schiffen“ lassen. Nach sieben Songs darf der erste „Vorglüher“ die Bühne verlassen, um Platz für den Umbau für die folgende Band Whitechapel zu machen.


Ich persönlich stehe nicht wirklich auf die Songs von Whitechapel, doch dass sie live eine gute Performance hinlegen, ist ja eigentlich auch kein Geheimnis. Mit (wenn man das Interludium mitzählt) neun Liedern kann die Setliste heute Abend den Abriss des Palladiums auf jeden Fall schon mal gut weiter betreiben. Erste Moshpits bilden sich und man merkt, dass die Stimmung in der Halle schon gut angefacht ist. Als beim Song The Saw Is The Law ein (wenn auch kleiner) Pit entsteht, muss auch ich gestehen, dass Whitechapel hier heute auf jeden Fall an richtiger Position eingeteilt sind. Als sich der Nebel legt und auf der Bühne das weiße Banner der Band August Burns Red aufgehangen wird, wird es auch merklich voller im Palladium.

Doch da hier ja 4.000 Metalheads reinpassen, ist noch genug Platz, um sich ein gemütliches Plätzchen zu suchen. Mit wachsendem Publikum wächst auch die Lust auf den noch kommenden Headliner des Abends und Gastgeber der Tour Heaven Shall Burn. Da macht es doch mal Spaß in der Menge zu schunkeln, wenn Songs wie King Of Sorrow, Spirit Breaker, Ghosts oder Floats durch die Line-Arrays der Halle tönen. Spaß scheint hier wirklich jeder zu haben. Nach zehn Songs geht es dann in die dritte und letzte Umbaupause.

Während der Umbauzeit ist auf jeden Fall genug Zeit um sich den Merchandise-Stand anzuschauen, und da die Preise mit 20 € – 25 € vertretbar sind, nehme ich natürlich ein Shirt der Tour mit. Dazu gibt es noch ein (alkoholfreies) Kaltgetränk und zack wieder vor die Bühne, denn das Licht wird schon wieder dunkler.

Doch was da durch die Boxen tönt, ist weder Heaven Shall Burn noch irgendwas, was zu den heute Abend laufenden Genres passt. Dazu bin ich echt überrascht, dass die Gäste des Abends One von Scooter mitsingen können – gut der „Text“ ist nicht wirklich schwer – doch passt es eigentlich nicht und doch wieder – ein Paradoxon? Mit dem Ohrwurm „Yeheheja – I Feel Hardcore“ noch im Kopf startet man mit der ersten Single des noch aktuellen Albums Wanderer. Mit Downshifter kommen die Herren aus Saalfeld/Saale auf die Bühne des Palladiums. Gleich zu Beginn fällt mir auf, dass E-Gitarrist Maik Weichert – quasi der Kopf hinter der Band – nicht dabei zu sein scheint. Wer der Neue oder Ersatzmann an der Gitarre ist, wird sich wohl auch am heutigen Abend nicht mehr aufdecken lassen. Mit Bring The War Home, Corium und Passage Of The Crane bekommen neben Songs von Wanderer vor allem Songs vom 2004er-Release Antigone Platz am heutigen Abend. Doch das ist ja eigentlich nicht wirklich verwunderlich, so sind gerade die alten Songs, das, was viele Fans schon seit Jahren feiern.

Als nach Counterweight der erste kurze Break für eine Vorstellung gemacht wird, kommt es zum ersten Highlight des Abends. Ein Fan hatte bei einer Einsendung gewonnen und durfte zusammen mit Marcus Bischoff das Edge Of Sanity-Lied Black Tears performen und sich etwas wünschen. So durfte dem Gastsänger zum Wunsche das Publikum sich hinsetzen und rudern. Schon lustig, wenn ca. 60-70% der Veranstaltungshalle auf den vier Buchstaben sitzt und zum Opener von Black Tears rudert.

Während zu Voice For The Voiceless ein Circlepit durch die gesamte Halle gestartet wird, darf bei Hunters Will Be Hunted lautstark mitgesungen werden. Anschließend heißt es „das war der letzte Song“, doch was wäre ein Heaven Shall Burn-Konzert ohne Endzeit und Godiva. Es folgt die Nachreiche mit den besagten Songs und dem Blind Guardian-Cover zum Song Valhalla. Mit dem zweiten und viel verträglicheren Ohrwurm gehe ich nun zufrieden zum Auto. Was für ein Abend und was für ein Abriss für einen echt total verträglichen Preis.

Nachtrag: Während des Konzerts hatte Sänger und Frontman Marcus Bischoff von Heaven Shall Burn noch erwähnt, dass, auch wenn die Tour The Final March heißt und man sich erst mal zurückziehen wollen würde, dies nicht tun wollen würde, um die Band entgegen einiger Gerüchte aufzulösen, sondern um dem auf dem Jahr 2016 hochgelobten Album Wanderer ein Nachfolger zu schreiben – wir bleiben gespannt, auf das, was da kommen wird.

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