Hostage: veröffentlichen Lyric-Video zur neuen Single „Game Over“

In diesem so ungewöhnlichen Jahr gibt es wohl verschiedene Methoden, mit der Situation umzugehen. Manche igeln sich ein und fallen in eine Art Winterschlaf, andere machen nur das Nötigste, wieder andere sagen sich „jetzt erst recht“. Seit geraumer Zeit werden es immer mehr, die aus den aktuellen Umständen das Bestmögliche machen. Zu denen gehören sicherlich auch die Jungs von Hostage. Hatten sie Ende April mit Rebellion schon eine bärenstarke Single veröffentlicht, waren sie in der vergangenen Woche gemeinsam mit Northern Light auch mal wieder live zu sehen. Vom Livestream aus dem Krachgarten in Wesel hatten wir berichtet. Da stand der Song bereits auf der Setliste, und jetzt ist die Single auch offiziell veröffentlicht; ab heute kann man sich Game Over geben.

Beim Songtitel denke ich zunächst mal an meine ersten Computerspiele, die noch ziemlich verpixelt daherkamen, und bei denen ich meistens ziemlich schnell den Punkt erreicht hatte, an dem genau diese beiden Worte sehr groß auf dem Bildschirm erschienen und mich hämisch anzugrinsen schienen. Das Cover der Single von Hostage ziert allerdings ein sehr echt aussehender Soldat in voller Kampfmontur mit einer MP in der Hand. Die hält er nicht schussbereit, und seine Körperhaltung zeigt, dass er wohl genau den Punkt des Game Over erreicht hat. An dem Punkt sind Hostage natürlich noch lange nicht angelangt, denn mit ihrer neuen Single beweisen sie wieder, dass sie wissen, wie man spannende und catchy Metalcore-Songs schreibt, ohne sich immer wieder selbst zu zitieren.

Wenn man den Anfang von Game Over hört, könnte man auch auf den Gedanken kommen, der Soldat auf dem Cover ist nicht am Ende, sondern auf dem Sprung kurz vorm nächsten Angriff. Ein unheilvoll klingendes Alarmsignal läutet den Song ein, bevor sich das erste Riffgewitter entlädt. Erstaunlicherweise – zumindest für mich – geht es dann zunächst mit einem ziemlich ruhig gehaltenen Klargesang in den Ring, aber im Midtempo bleibt die Single nicht lange, und Noah darf sich wieder in den Shouts austoben, die man von Hostage kennt. Live werden sich die Fans wahrscheinlich mit sehr viel Spaß vor der Bühne austoben, das Tempo ist geradezu eine Aufforderung, einen Circle Pit zu starten. Breakdowns können Hostage ja sowieso, und auch hier lässt der erste nicht lange auf sich warten. Sehr geil!

Da Hostage zu dem Song ein Lyric Video veröffentlicht haben, kann ich mich auch mal dem Text widmen. Der ist dann ziemlich starker Tobak. Aber es ist ja leider so, dass das nicht immer nur ein Spiel ist, und unzählige Soldaten auf der ganzen Welt genau diese Bilder aus ihren Kampfeinsätzen nicht mehr aus dem Kopf kriegen und viele auch an ihren Erlebnissen zerbrechen.

Das soll allerdings natürlich den Hörgenuss nicht schmälern, denn die Jungs haben mit Game Over wieder mal ein sehr fett produziertes Teil rausgehauen, das sich definitiv nicht hinter Songs von etablierteren Bands verstecken muss. Ich hab’s jedenfalls gleich mal in meine Metalcore-Playlist gepackt, wo Hostage den Vergleich nicht scheuen müssen und vielleicht ja auch mal zu der einen oder anderen Band „Game Over“ sagen können. In diesem Sinne: Fortsetzung folgt… \m/

 

Hier noch mal alle wichtigen Infos im Überblick:

Artist: Hostage

Herkunft: Aachen, Deutschland

Single: Game Over

Genre: Metalcore

Release: 28.08.2020

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/HOSTAGE.DE/

Bandmitglieder:

Gesang – Noah Müller
Gitarre – David Fuß
Gitarre – Nico Ruddies
Bassgitarre – Timo Bartsch
Schlagzeug – Marvin „Mürv“ Ruddies

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