Incubus + Support am 28.08.2018 im Palladium, Köln

„S.C.I.E.N.C.E., wish you were here“

Künstler: Incubus (USA)

Vorband: Ecca Vandal (AUS)

Ort: Palladium, Köln

Datum: 28.08.2018, Einlass: 18:30 Uhr, Beginn 20:15 Uhr

Kosten: ca. 50,00 EUR

Genre: Crossover, Alternative Rock, Rock, HipHop, R’nB

Veranstalter: Prime Entertainment, X-Why-Z

Linkhttps://www.facebook.com/events/178413459484070/

Setlists:

01. Cassettes, Lies and Videotapes
02. Future Heroine
03. Price of Living
04. Broke Days, Party Nights
05. Closing Ceremony

01. Privilege (mit einem Songsnippet von Panjabi MCs Mundian to Bach Ke)
02. Anna Molly
03. Megalomaniac
04. A Kiss to Send Us Off
05. State of the Art
06. Circles
07. Echo
08. Pardon Me
09. Sick Sad Little World
10. No Fun
11. Love Hurts
12. Absolution Calling
13. Wicked Game (Chris Isaak)
14. Calgone
15. Need You Tonight (INXS)
16. Nice To Know You
17. Wish You Were Here (mit einem Song-Snippet von Pink Floyds Wish You Were Here)
Zugabe:
18. The Warmth
19. Drive
20. A Crow Left Of The Murder

Photos im Auftrag für Time For Metal: www.quintenquist.com

Am heutigen Dienstag zieht es mich nach sage und schreibe 16 Jahren wieder zu Incubus ins Kölner Palladium, die damals noch mit 311 und Hoobastank eines der phantastischsten Lineups dieser Zeit an jenem Abend bildeten. Damals starteten Hoobastank leider früher als angekündigt, weshalb ich nur die letzten Akkorde mitbekam. Das soll heute anders sein. Zeitig an der Halle angekommen erhalte ich erstmal die Info, dass die Presse erst 15 Minuten vor Beginn ins Gebäude darf. Nun gut, ist zu verkraften. Draußen wartet eine Gruppe Menschen mit eigenen Pässen, die entweder VIP-Tickets mit Meet & Greet-Option besitzen müssen oder ein Gewinnspiel gewonnen haben. So genau ist das nicht zu erkennen. Sie werden sich später auf dem Balkon im vorderen Bereich wiederfinden.

Als Support ist heute die australische Künstlerin Ecca Vandal angetreten, die sich drei Herren als Liveband zusammengestellt hat. Die Dame, die mit 90s HipHop, R’nB und Soul in Melbourne aufwuchs, ihren Namen Rebecca in die singhalesische Schreibweise Ecca änderte und afrikanische Wurzeln hat, entdeckte auch früh ihre Leidenschaft für Punk und Hardcore. Ihr musikalischer Werdegang war spätestens klar, als sie am Victoria College of the Arts vorsprach, angenommen wurde und einen Master in Jazz Improvisation errang.

Mit knapp 15 Minuten Verspätung geht’s dann auch los und Ecca sowie ihre Liveband, bestehend aus Kidnot, Dan Maio und Dan Parkinson betreten die Bühne und die Party nimmt ihren Lauf. Manch einer würde die Musik vielleicht als Post-Punk bezeichnen, was die Mischung aus Pop, Punk, Noise-Elementen und R’nB wohl auch am ehesten beschreibt.

Wie ein Wirbelwind fegt sie über die Bühne, gute Laune verbreitend, das Publikum animierend und mit einem Hüftschwung, der so manche/n mit offenem Mund dastehen lässt. Das HipHop-Image, das ich Gwen Stefani nie abnehmen konnte, Ecca glaube ich es. Authentisch, emotional, offen, sympathisch, temperamentvoll, so gibt sich die Junge Australierin und erntet damit auch beachtliches Feedback im Publikum. Aufgrund einer nicht nachvollziehbaren oder weiter ausgeführten Entscheidung des Managements von Incubus müssen wir Photographen das Gebäude nach drei Songs leider komplett verlassen, weshalb weitere Details ihrer Show leider unerwähnt bleiben. Später bedankt sie sich aber noch bei uns dafür, dass wir ihren Auftritt photographiert haben. Und eine solche Geste ist extrem selten (geworden). Danke und Hut ab, ein tolles Warmup des Abends der quirligen Australierin.

Ecca Vandal @ Palladium, Köln 28.08.2018, Photo: www.quintenquist.com

Nach einer etwas längeren Umbaupause, während der die Bühne vom Equipment des Supportacts freigeräumt wurde geht es mit leichter Verspätung weiter mit Incubus. Die ersten Reihen sind fast ausnahmslos weiblich besetzt, was möglicherweise durch Frontmann Brandon Boyd begründet sein könnte. Der 42-Jährige betritt dann auch zusammen mit den Gründungsmitgliedern Mike Einziger (Gitarre) und Jose Pasillas (Schlagzeug) sowie DJ Chris Kilmore und Bassist Ben Kenney die Bühne wehenden Haares. Los geht’s mit Privilege – heute angereichert um das wohl bekannteste Panjabi MC-Snippet – vom 1999er Make Yourself, das damals den Übergang vom brillanten Crossover zum Alternative Rock andeutete. Und weder von Fungus Amongus, Enjoy Incubus oder S.C.I.E.N.C.E. sollen sich heute Tracks auf der Setlist wiederfinden.

Incubus @ Palladium, Köln 28.08.2018, Photo: www.quintenquist.com

Weiter geht’s mit Hits wie Megalomaniac oder Anna Molly, die Boyd im Zentrum dreier Monitorboxen performt. Den musikalischen Teil der Abends untermalen drei Leinwände, die abwechselnd amorphe Elemente wiedergeben oder Live-Szenen der laufenden Show, aufgezeichnet durch „versteckte“ Kameras und angereichert um visuelle Grafikspielereien abbilden. Coverversionen von INXS oder Chris Isaak lockern das eigene Set ein wenig auf und hier und da sieht man auch entsprechend erfahrene Gäste im Publikum mitsingen. Der Fokus des Abends ist ganz deutlich auf ein unaufgeregtes Miteinander und viel Pathos gesetzt. So finden sich auch eher romantische Nummern wie The Warmth oder Wish You Were Here im Set wieder. Letzterer findet übrigens sein Ende im phantastischen Wish You Were Here von Pink Floyd.

Incubus @ Palladium, Köln 28.08.2018, Photo: www.quintenquist.com

Im Laufe des Abends gibt Boyd seinen Signature-Move, der für das weibliche Gedränge in den ersten Reihen hauptausschlaggebend gewesen sein mag und entledigt sich seines Shirts. Auch mit 42 kann er’s „tragen“. Die Interaktion mit dem Publikum beschränkt sich in der Regel auf wenige Sätze und übliche Floskeln, ob sich alle gut fühlen würden. Nach dem Pink Floyd-Snippet verlässt die Band erst einmal die Bühne, um anschließend noch drei Songs zu spielen, darunter Drive vom erwähnten Make Yourself. Anstatt einer Akustikgitarre erklingt aber ein orgelartiger Sound aus einem Keyboard, vermutlich von DJ Kilmore gespielt.

Incubus @ Palladium, Köln 28.08.2018, Photo: www.quintenquist.com

Und auch wenn Incubus sich nunmehr in ihrem 27. Jahr seit Gründung befinden, müde sind sie noch lange nicht. Sowohl Boyd wie auch Pasillas, Kilmore und Kenney hatten sichtlich Spaß an dem, was sie tun und nutzten die Räume auf der Bühne. Lediglich Mike Einziger wirkte extrem konzentriert und verschlossen auf seinem Platz an Gitarre und Mikrophon. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja in vier Jahren mal eine „25 Jahre S.C.I.E.N.C.E.“ Tour für all jene, die Boyd auch vermehrt an den Schlaginstrumenten und Didgeridoo sehen möchten – oder einfach nur der Ansicht sind, dass die Songs der frühen Alben es verdient haben, live gehört zu werden.

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