Keimels Metalldetektor Ausgabe September 2017

Gefühlt ist es keine drei Tage her – die Füße baumeln im Wasser, die Sonne knallt ihre Hitzestrahlen erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel und das eiskalte Bierchen in der Hand will recht zügig geleert werden, weil es ansonsten schmeckt, als hätte man Ochsenpisse abgezapft und einige Wochen in der brütenden Sonne Australiens stehen lassen. Es gibt viele sonderbare Ticks und Vorlieben, ja wirkliche Drecksäue da draußen – aber niemand um Gottes Willen möchte warmes Bier, das nach Ochsenpisse schmeckt. Außer vielleicht Briten. Oder dehydrierte Tankard-Fans. Sonst aber wirklich niemand. „Pünktlich“ mit dem ersten September war dieses Jahr der so wohltuende Sommer vorbei. Ja, ein lautes „Awe“ ist nun wirklich angebracht. In Österreich ist der Sommer leider wirklich zu kurz – zu kurz für meinen Geschmack zumindest. Über ein Auswandern nach Kalifornien oder Florida sollte ich mir so nebenbei bemerkt tatsächlich einmal ernste Gedanken machen. Auf Dauer ist das wohl eher meines würde meinen.

Auf alle Fälle bewegen wir uns nun also mit großen Schritten in Richtung dunkle und kalte Jahreszeit. Zurück zur österreichischen Normalität. Zurück zum Anfang. Auch wenn der Herbst im Grunde ja vielmehr mit dem Ende an sich zu tun hat. Mit der Vergänglichkeit. Das Schöne verblüht und stirbt in einem Farbenmeer – haucht mit einem letzten goldüberzogenen Atemzug das Leben aus. Apropos Leben. Leben eingehaucht wurde 2016 einem neuen österreichischen Bandprojekt. Ein musikalisches Gesamtkunstwerk namens Dhark, dessen Klänge perfekt mit der anstehenden Jahreszeit korrelieren. Ein kurzes Gespräch mit deren Leader Matthias Waldner gibt es HIER! zu lesen.

Dhark? Dhark ist eine dreiköpfige Progressive/Doom-Metal Band aus Wien und zählt zweifellos zu den innovativsten und kreativsten österreichischen Metal-Bands, die es im Moment gibt. 2016 wurde das Musikprojekt sozusagen aus der Asche von Prometheus neu geformt. Und was sich da geformt hat, kann sich mehr als sehen lassen. Es lacht einem und speziell mir einfach das Herz, wenn man sieht, dass es doch noch Musiker und Künstler gibt, deren Anreiz, Motivation, Überzeugung und Talent in der eigentlichen Sache liegt – nämlich darin etwas zu schaffen, ernsthafte Tiefsinnigkeit zu erzeugen und eben kein überflüssiger ideen- und inspirationsloser Mitläufer eines völlig entbehrlichen, oberflächlichen und inhaltslosen Trends zu sein. Nein! Dhark haben mit ihrem 2016 erschienenen Debüt Dharkness Amplified einen Brocken Kreativität in die Szene gekotzt, den sie anscheinend nur schwer verdauen kann. Denn ein angemessener Hype, wie ihn diverse heimische Clown-Projekte erleben, blieb bisher leider aus. Weil es als Musiker wahrscheinlich falsch ist, sich im Jahre 2017 auf Musik zu konzentrieren, ohne Unsummen für Werbeschwachsinn auszugeben. Kurzum, diese Band hat sich von vielem noch viel mehr verdient. Mehr Fans, mehr Erfolg. Der Titel The Speed Of Dhark ist auf alle Fälle eine Hymne mit großem Wiedererkennungswert. Dieser Song hängt dir eine Bleiweste um den Oberkörper und versenkt dich in den Marianengraben. Das für einige vielleicht Befremdliche daran, man genießt es. Oh ja, man genießt es! Ähnlich originell auch der Videoclip zum Song – man hat nicht den Anreiz den Konsumenten mit billigen und ideenlosen Storylines zu belästigen – man unterstreicht die Atmosphäre des Songs mit visuellen Anreizen. Gut so! Auf der Bühne scheinen die drei Wiener ebenso ein Inferno abzubrennen. So zu sehen auf der 2017 veröffentlichten Live-EP Lessons In Dharkness – Live In Vienna. Die gesamte EP gibt es auf der offiziellen Website von Dhark, wie auch das Debütalbum, als Gratis-Download. Es gibt auf der Website auch die Möglichkeit ein wenig Kohle dafür rauszurücken, um der Band finanziell unter die Arme zu greifen beziehungsweise die Band einfach zu unterstützen. Selten noch habe ich ein Fazit ernster gemeint – die Band Dhark hat mit ihrem Debüt absolut geile, professionelle und reife Musik abgeliefert. Sie hat immens großes Potenzial und es sich redlichst verdient, dass ihr sie anhört und unterstützt.

In diesem Sinne wünsche ich schöne Herbsttage und würde sagen wir lesen uns nächsten Monat wieder.

„Zwider-schaun“, meine Buben und Mädels!

Euer Markus Keimel

Anspieltipps:

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