Headliner: Knocked Loose
Bands: Split Chain, Pain Of Truth
Ort: Schlachthof, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden
Datum: 24.06.2025
Kosten: AK 57,00 €, VVK 55,55 €
Besucher: Ca. 800
Genre: Grunge, Nu Metal, Hardcore-Punk, Metalcore
Veranstalter: Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V.
Link: https://schlachthof-wiesbaden.de/
Knocked Loose Setlist:
- Blinding Faith
- Don’t Reach For Me
- Mistakes Like Fractures
- Belleville
- Deadringer
- Piece By Piece
- Where Light Divides The Holler
- God Knows
- Moss Covers All
- Take Me Home
- Sit & Mourn
- Suffocate
- Billy No Mates
- Counting Worms
- Deep In The Willow
- Everything Is Quiet Now

Die erste Band des Abends, Split Chain, betritt pünktlich um 20:00 Uhr die Bühne. Der Club ist zu diesem Zeitpunkt noch überschaubar gefüllt. Besonders beeindruckend ist die leidenschaftliche Performance von Frontmann Roberto Martinez-Cowles, unterstützt von Oliver Bowles, Jake Reid (Gitarre), Tom Davies (Bass) und Aaron Black (Drums – mit einem auffallend blauen Set). Obwohl mir persönlich die Musik zu harmlos ist und ich mich jetzt schon darauf freue, später von Bryan Garris angeschrien zu werden, schaffen es Split Chain auf jeden Fall, sich die Aufmerksamkeit des Publikums zu sichern und liefern eine gute Performance ab.

Nach einer kurzen Umbaupause geht es mit Pain Of Truth weiter. Die New Yorker Hardcore-Band, die sich 2020 gegründet hat, legt ab 20:50 Uhr los – und mit ihnen kommt Bewegung. Sie spielen 45 Minuten. Frontmann Michael Smith, Drummer Nick Barker, Bassist Zack Stachura, Nick Hansen und Ridge Rhine (Gitarre), brauchen keine zwei Songs, um die ersten Pits im Publikum loszutreten. Die Band zaubert einen Soundteppich, der schwer und unnachgiebig ist. Die Energie im Raum steigt mit jedem Song. Michael Smith schreit sich die Seele aus dem Leib, während die Gitarristen mit tiefen, schweren Riffs für ordentlich Härte sorgen. Das Set geht wie im Rausch vorbei. Pain Of Truth bedienen sich keines großen Schnick-Schnacks auf der Bühne: einfaches, aggressives Licht und jede Menge Power machen sie zu einer, für mich, sehr guten Hardcore-Band Neuentdeckung.
Kurz vor 22 Uhr ist es dann so weit: Das Licht geht aus, ein bedrohlicher Ambient-Loop setzt ein und Knocked Loose betreten unter lautem Jubel die Bühne. Das leicht schimmernde Kreuz, welches auch auf dem neuesten Albumcover zu sehen ist, hängt groß an der Wand über dem Schlagzeugset. Die aus Kentucky stammende Hardcore-Band rund um Shouter Bryan Garris ist bekannt für ihre intensiven Liveshows und genau das liefern sie auch in Wiesbaden. Mit dabei: Gitarrist Isaac Hale, Nicko Calderon an der Rhythmusgitarre, Kevin Otten am Bass und Kevin „PacSun“ Kaine an den Drums. Die Band startet mit Blinding Faith und das Publikum rastet aus.

Die Setlist ist ein wütender Ritt durch das gesamte Spektrum ihrer Diskografie. Knocked Loose schaffen es live wie kaum eine andere Band, Chaos und Präzision miteinander zu verbinden. Ihre Breakdowns wirken wie abrupte tektonische Verschiebungen, sie unterbrechen die Songs nicht, sie definieren sie. Ihre Songs tragen emotionale Schwere, behandeln Themen wie Verlust, Angst, Isolation – und das spürt man live. Garris’ Performance ist dabei fast theatralisch, man glaubt ihm jede Zeile, jeden Schmerz. Ich finde es beeindruckend, wie er seine Stimme kontrolliert. Sie ist eindringlich hoch und schneidet durch die Luft wie ein Skalpell. Es ist diese Spannung zwischen Verletzlichkeit und Aggression, die ihren Live-Auftritt so fesselnd macht. Isaac Hale wirbelt mit der Gitarre über die Bühne und schreit auch gerne hin und wieder das Publikum an, während Kaine am Schlagzeug ein gnadenloses Tempo vorgibt. Zu finden ist alles, was das Hardcore und Metal-Herz begehrt: Moshpits, Pogo, eine sehr ansehnliche große Wall Of Death beim letzten Song, … Nach etwa einer Stunde ist das Set vorbei. Die Band bedankt sich kurz und verschwindet von der Bühne. Zurück bleibt ein Publikum, das nach einer Zugabe ruft. Das Licht ist schon längst an, aber die Leute wollen noch mehr. Knocked Loose sind mehr als Breakdown-Maschinen. Sie schaffen es, eine düstere, aggressive, aber auch befreiende Atmosphäre zu schaffen, und genau deshalb werde ich auch beim nächsten Mal wieder dabei sein.












































