Artist: Labÿrinth
Herkunft: Massa, Toskana, Italien
Album: In The Vanishing Echoes Of Goodby
Genre: Progressive Power Metal, Melodic Power Metal, Melodic Rock
Spiellänge: 57:46 Minuten
Release: 24.01.2025
Label: Frontiers Music s.r.l.
Link: https://www.facebook.com/labyrinthitaly/
Bandmitglieder:
Gesang – Roberto Tiranti
Schlagzeug – Matt Peruzzi
Gitarre – Andrea Cantarelli
Gitarre – Olaf Thorsen
Bass – Nik Mazzucconi
Keyboard und Piano – Oleg Smirnoff
Tracklist:
1. Welcome Twilight
2. Accept The Changes
3. Out Of Place
4. At The Rainbow’s End
5. The Right Side Of This World
6. The Healing
7. Heading For Nowhere
8. Mass Distraction
9. To The Son I Never Had
10. Inhuman Race
Eine Scheibe mit knapp 60 Minuten Laufzeit und zehn Songs. Im Labyrinth des progressiven Power Metal bewegen sich die Italiener von Labÿrinth bereits seit den 90er-Jahren. Ursprünglich als Morbid Vision bzw. Vision unterwegs, legten die Herren mit No Limits und vor allem Return To Heaven Denied zwei Genre-Klassiker auf den Tisch, woran sich die weiteren Veröffentlichungen messen lassen müssen. Mit dem selbstbetitelten Album 2003 und dem zweiten Teil von Return To Heaven Denied gibt es durchaus hochklassiges Material. Aber an die Großtaten zum Anfang der Karriere konnte das Sextett nicht anknüpfen. Mit Olaf Thörsen, Andrea Cantarelli und Sänger Roberto Tiranti sind noch drei Protagonisten des Meisterwerks aus dem Jahr 1998 heute mit dabei.
Es hat sich viel verändert über die mehr als 30-jährige Karriere. Was sich nicht verändert hat, ist der Hang zu Power-Metal-Melodien, die mit progressiven Elementen zu einem Klanggebilde werden, was nicht an jeder Power-Metal-Bude zu finden ist. Auch wenn hier Power Metal steht: Wir sind meilenweit entfernt von Combos wie Sabaton oder Powerwolf. Die stilistische Nähe wäre eher Kamelot oder die brasilianische Band Angra.
Was gibt es auf die Ohren? Natürlich gibt es Melodien und auch eine Prise Zuckerguss, was sich bei italienischen Bands eigentlich von selbst versteht. Der Auftakt ist Welcome Twilight und liefert den für Labÿrinth typisch schnellen und brodelnden Power-Metal-Sound, der eingängig und melodisch aus den Boxen dröhnt. Die Saiten und das Keyboard bekommen ausreichend Freiraum, ohne dass es in eine endlose Frickelei ausartet und der rote Faden ist jederzeit klar ersichtlich.
Accept The Changes knüpft an den Vorgänger an, das Tempo wird heruntergefahren, der Fokus liegt auf der Hookline, dem Refrain und dem stampfenden Rhythmus. Der Start zu Out Of Place kommt mit AOR-Vibes daher, die gesamte Nummer bleibt mehr beim melodischen Rock, als dass es Power Metal auf die Ohren geben würde. Mit At The Rainbow’s End geht es zum schnellen metallischen Spiel zurück, The Right Side Of This World dürfte eine Nummer mit Hitpotenzial sein. Rund und glattpoliert verzichten die Protagonisten auf progressive Elemente.
In diesem Rhythmus dreht sich die Scheibe weiter mit dem balladesken Rocker The Healing, bei dem der Mittelteil mit einer intensiven Saitenarbeit durchaus punkten kann, ansonsten aber zu sehr auf Nummer sicher geht. Dass die Truppe noch immer komplexere powermetallische Melodien draufhat, zeigt direkt im Anschluss das starke Heading For Nowhere. In Richtung Ende gibt es die unvermeidliche Power-Ballade mit To The Son I Never Had, bevor der Schlusspunkt Inhuman Race mit einer Laufzeit von knapp acht Minuten bereits von den Eckdaten klarmacht, dass die Italiener noch was im Köcher haben. Frei nach dem Motto „das Beste kommt zum Schluss“, hauen Labÿrinth ein Ding raus, was die hervorstechenden Trademarks der Herren aufzeigt. Warum nicht die ganze Platte in diesem Style?




