Leaves‘ Eyes – The Last Viking

Gebührend vertonte Geschichte des letzten großen Wikingers

Artist: Leaves‘ Eyes

Herkunft: Ludwigsburg, Deutschland

Album: The Last Viking

Spiellänge: 63:41 Minuten

Genre: Symphonic Metal

Release: 23.10.2020

Label: AFM Records

Link: http://www.leaveseyes.de

Bandmitglieder:

Gesang – Elina Siirala
Gesang – Alexander Krull
Gitarre und Bassgitarre – Thorsten Bauer
Gitarre – Micki Richter
Schlagzeug – Joris Nijenhuis

Tracklist:

  1. Death Of A King
  2. Chain Of The Golden Horn
  3. Dark Love Empress
  4. Serpents And Dragon
  5. Black Butterfly
  6. War Of Kings
  7. For Victory
  8. Two Kings One Realm
  9. Flames In The Sky
  10. Serkland
  11. Varangians
  12. Night Of The Ravens
  13. The Last Viking
  14. Break Into The Sky Of Aeon

Mit Leaves‘ Eyes meldet sich eine der dienstältesten Symphonic Metal Bands Deutschlands mit ihrem neuen Album The Last Viking zurück. Nach dem 2018er Erfolgsalbum Sign Of The Dragonhead ist das die zweite Scheibe, in der die 2016 zur Band gestoßene Sängerin Elina Siirala ihr goldenes Kehlchen zur Verfügung stellen darf. Thematisch hat man sich der Geschichte des norwegischen Königs Harald III angenommen, der 1066 in der legendären Schlacht bei Stamford Bridge gefallen ist und seitdem als der letzte große König der Wikinger verehrt wird. Mastermind Alexander Krull war es überaus wichtig, das Leben Harald III originalgetreu und auf Fakten basierend nachzuerzählen. „Manchmal muss ich schon schmunzeln, wenn ich sehe, wie bei Serien oder Blockbustern die Wikingersagas auf den Kopf gestellt werden. So was gibt es bei uns nicht!

Nach dem stimmungsvollen Intro Death Of A King folgt der mit einer fröhlich beschwingten Melodie startende Opener Chain Of The Golden Horn, welcher mit seiner gehörigen Folk/Viking Metal Schlagseite zum sofortigen Mitwippen einlädt. Gesanglich wird hier erwartungsgemäß wieder das „die Schöne und das Biest“ Thema aufgegriffen. Auf der einen Seite mit der finnischen Sopranistin Elina Siirala, die mit ihrer kristallklaren Stimme jeden einzelnen Song zu einem Hörgenuss veredelt. Im Gegensatz dazu die Growls von Alexander Krull, die in einigen Fällen etwas aufgesetzt wirken, doch größtenteils songdienlich eingesetzt einen gelungenen Kontrast zu Siiralas Gesang bilden. Mit Dark Love Empress folgt die erste Single-Auskopplung von The Last Viking. Ein ruhigerer Song, der einzig von seiner Stimmung und den großartigen Gesangslinien lebt.

Gerade in der ersten Hälfte des Albums wird die Abwechslung großgeschrieben. Mit Serpents And Dragons folgt ein flotter und zugleich härterer Song, in dem neben allem Bombast auch die Gitarren richtig „braten“ dürfen. In diesem Zuge sei auch die Produktion lobend erwähnt. Alexander Krull verpasste der Scheibe in seinen Mastersound Studios einen perfekt abgestimmten Sound, bei dem trotz aller bombastischen Elemente die Heavyness nie zu kurz kommt.

Mit Black Butterfly folgt der Titeltrack der 2019 erschienenen EP, der unter der gesanglichen Mithilfe von Clémentine Delauny neu aufgenommen wurde. Mit seinem unter die Haut gehenden Refrain stellt dieser Song ein weiteres Highlight des Albums dar. Beim epischer angelegten War Of Kings komme ich nicht drum herum, den Originalgesang auszublenden und mir Eric Adams an den Vocals vorzustellen. Und ja, ein gewisser Manowar-Touch lässt sich hier definitiv nicht leugnen.

Mit dem ungewöhnlich poppigen und Ethno-Sounds aufgreifenden Two Kings One Realm wird die zweite Hälfte von The Last Viking eingeleitet. Mit Flames In The Sky und Serkland folgen zwei Songs, welche die Folk/Viking-Schiene des Openers wieder aufgreifen, ohne jedoch dessen Klasse ganz zu erreichen, und sich zudem zu sehr ähneln. Varangians wird live definitiv ein Abräumer werden. Ein Song, der durch seine Eingängigkeit, seinen Rhythmus und der Melodieführung dazu prädestiniert ist, die Massen mitzureißen. Der zehnminütige Titeltrack wiederum ist ein wahres Epos geworden und lässt aufgrund seiner düsteren Grundstimmung und dem traditionellem Riffing Querverweise zu den legendären Bathory zu. Mit dem emotionalen Break Into The Sky Of Aeon zeigen sich Leaves‘ Eyes noch mal von ihrer ruhigeren Seite und bringen The Last Viking zu einem würdigen Abschluss.

Leaves‘ Eyes – The Last Viking
Fazit
Leaves‘ Eyes liefern mit The Last Viking sowohl musikalisch als auch thematisch ein absolut rundes Werk ab. Die Geschichte um Aufstieg und Fall des letzten großen Wikingers Harald III wird authentisch erzählt. Gerade in der ersten Hälfte des Albums ist die Hitdichte sehr groß und die Playlist abwechslungsreich gestaltet. Songs wie der Opener Chain Of The Golden Horn oder auch Black Butterfly sind einfach grandiose Nummern, die auf keiner Symphonic Metal Bestenliste fehlen dürfen. Allerdings kann das hohe Niveau nicht durchgehend gehalten werden. So befindet sich gerade in der zweiten Albumhälfte auch einiges an Durchschnittsware, was bei einer Gesamtspielzeit von über einer Stunde allerdings verkraftbar ist. Fans der Vorgängeralben müssen bzw. werden hier sowieso zuschlagen. Aber auch Liebhaber aus dem Bereich Folk/Viking Metal, an denen die Band bisher vorbeigegangen ist, sei The Last Viking wärmstens ans Herz gelegt.

Anspieltipps: Chain Of The Golden Horn, Dark Love Empress und Black Butterfly
Christian K.
7.8
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