Lindenberg! Mach Dein Ding

Udo Lindenbergs junge Jahre bis 1973 als Spielfilm

Filmtitel: Lindenberg! Mach Dein Ding

Sprachen: Deutsch

Laufzeit: ca. 135 Minuten

Genre: Unterhaltung, Biografie, Musikfilm

Release: 16.01.2020

Regie: Hermine Huntgeburth

Link: https://www.lindenberg-film.de/

Produktion: Michael Lehmann, Johannes Pollmann, Günther Russ

Schauspieler:

Jan Bülow (Udo Lindenberg), Detlev Buck (Mattheisen), Max von der Groeben (Steffi Stephan), Charly Hübner (Vater Gustav), Julia Jentsch (Mutter Hermine), Ella Rumpf (Susanne), Ruby O. Fee (Paula), Saskia Rosendahl (Petra), Christoph Letkowski (Hans), Martin Brambach (Herm), Jeanette Hain (Frau Langschmidt), Leonard Kunz (Karl Allaut), Johann Jürgens (Joachim), Claude Heinrich (Udo als Teenager), Julius Weckauf (Clemi als Teenager), Jesse Hansen (Udo als Kind), Benjamin Friedhoff (Erich als Kind), Steffen Jürgens (Oberkellner Ritzig), Albrecht Ganskopf (Plattenboss), Tim Seyfi (Paulo), Max Schimmelpfennig (Backi), Tim Fischer (Butterfly), Wolfgang Rüter (Wirt)

Unter der Regie von Hermine Huntgeburth entstand im letzten Jahr ein Film über den jungen Udo Lindenberg, welcher am 16.01.2020 in die Kinos gekommen ist. Corona gibt mir am 12.07.2020 die Möglichkeit, den Film im Outdoor des Kultursommers Lüneburg als Open Air Event zu erleben. Was bedeutet das in Corona-Zeiten? Der Outdoor-Bereich ist zweigeteilt. Der vordere Bereich ist für die Fußgänger. Nach entsprechenden Abstandsregeln werden die Haushalte / Menschengruppen gesetzt, jeder Zuseher bekommt einen Kopfhörer und sitzt an einem Biergartentisch und kann so den Film auf Großbildleinwand verfolgen. Alternativ geht auch der PKW. Der KFZ-Bereich ist hinter den Fußgängern und die Übertragung erfolgt über eine FM Frequenz. So sitzen also im vorderen Bereich Menschen mit „Micky Mäusen“ auf den Ohren, im hinteren Teil Menschen in PKWs. Für mich alles natürlich mehr als gewöhnungsbedürftig. Wenn du deinen Sitzplatz verlässt, herrscht Mundschutzpflicht. An der Gastronomie gibt es Bier, Wein und alkoholfreie Getränke. Soweit zu der Umgebung, in der ich den Film verfolgen durfte.

Die Story:

Es startet mit Udo als Kind in Gronau mit seinen Geschwistern und dem alkoholkranken Vater. Dann springt der Film fix nach Hamburg Anfang der 70er-Jahre. Hier sollte man nicht zu sehr auf das Detail schauen, ansonsten wundert man sich über die eine oder andere Location auf z.B. der Großen Freiheit. Da wurde wenig Augenmerk auf das Detail gelegt. Udo spielt in einer Band Schlagzeug, bevor es wieder einen Sprung in die Vergangenheit gibt. Dieser Vorgang wiederholt sich einige Male und ist für mich eher negativ, da eine Chronologie der Erlebnisse des jungen Udo so wenig erkennbar ist. Die Zeit in Düsseldorf bzgl. der Ausbildung als Kellner ist genauso eine zeitliche Sequenz wie das Jahr als Drummer bei den US-Streitkräften in Libyen. Das Mädchen Aus Ostberlin wird ebenfalls als zeitliche Frequenz in den Film gequetscht, dafür fehlt z.B. die England Tour als Drummer bei Atlantis bzw. mischt sich die Atlantis Zeit mit der Zeit bei Die City Preachers. Weiterhin ist der spätere Bassist von Udo Lindenberg, Steffi Stephan, als Musiker in der Band gemeinsam mit Inga Rumpf zu sehen – das ist geschichtlich einfach vollkommen falsch. Der Militärdienst von Udo fällt dafür einfach weg.

Ein weiterer übertrieben dargestellter Faktor sind für mich die Musiker als Menschen im Dauerdelirium. Natürlich waren Drogen und Alkohol durchaus Wegbegleiter und Udo trank nach eigenen Angaben zwei Flaschen Whisky pro Tag, aber dass die Musiker mehr oder weniger die Zähne mit Whisky putzten in jungen Jahren, halte ich für ein Gerücht.

Udos Durchbruch erfolgt über den Musikmanager Mattheisen mit der B-Seite Hoch Im Norden, welche bei der Single Sommerliebe mehr oder weniger zufällig mit drauf war. Die erste LP Daumen Im Wind war übrigens ein großer Flop. Der Film endet mit einem Auftritt zu dem Longplayer Alles Klar Auf Der Andrea Doria, 1973 veröffentlicht, wo neben dem Titeltrack noch weitere bekannte Sachen wie Cello erstmalig auf den Musikhörer losgelassen wurden.

Lindenberg! Mach Dein Ding
Fazit
Ich persönlich finde den Film unterhaltsam, aber im Detail schwach. Für jemanden, der Udo Lindenbergs junge Jahre unterhaltsam erfahren möchte, ist der Film sicher gut geeignet. Menschen, die die Biografie etwas besser kennen, auch mal auf Details achten und sich eher einen chronologischen Ablauf der Sachverhalte vorstellen, werden von dem Spielfilm eher enttäuscht sein.
Jürgen F.
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