Lovebites – Clockwork Immortality

„Power Metal aus Japan, der es mit den Großen aufnimmt!“

Artist: Lovebites

Herkunft: Japan / Tokio

Album: Clockwork Immortality

Spiellänge: 53:27 Minuten

Genre: Power Metal / Heavy Metal

Release: 07.12.2018

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://www.facebook.com/LovebitesTheBand/

Aktuelle Bandmitglieder:

Gesang – Asami
Gitarre / Keyboard – Miyako
Gitarre – Midori
Bass – Miho
Schlagzeug –  Haruna

Tracklist:

  1. Addicted
  2. Pledge Of The Saviour
  3. Rising
  4. Empty Daydream
  5. Mastermind 01
  6. D.O.
  7. Journey To The Otherside
  8. The Final Collision
  9. We The United
  10. Epilogue

Für Lovebites geht es steil im Höhenflug nach oben!

Das japanische Quintett kann mit Stolz auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2018 zurückblicken. Am 6. Juni veröffentlichten sie ihre zweite EP Battle Against Damnation. Nur eine Woche später wurden die fünf Metalladys bei den britischen Metal Hammer Golden Gods Awards 2018 in der Kategorie „Best New Band“ ausgezeichnet. Am 4. August spielten sie zum ersten Mal auf der W.E.T Stage des Wacken Open Airs. Im November gaben sie anschließend im Rahmen ihrer European & UK Tour sechs Clubkonzerte. Die Veröffentlichung des zweiten Studioalbums Clockwork Immortality machte dann den Jahresabschuss für Lovebites perfekt. Das Ergebnis kann sich eindeutig hören lassen. Die Band aus Tokio arbeitet seit 2016 mit den finnischen Produzenten Mikko Karmila und Mika Jussila zusammen, die schon für Größen wie Children Of Bodom, Amorphis und Nightwish hinter den Mischpulten gestanden haben. Damit sind sie ohne Zweifel sehr gut gefahren. Ich bin mir sicher, dass sie auch in 2019 auf der Erfolgspur bleiben.

Wenn man Lovebites noch nicht kennt, liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei der japanischen Power Metal Formation um eine ähnliche Band wie Babymetal handelt. Hier liegt man jedoch komplett daneben. Während Babymetal dem Kawaii Metal (Idol Metal) zuzuordnen sind, spielen Lovebites Powermetal vom Feinsten. Der an die 80er Jahre angelehnte Stil harmoniert mit einer guten Portion klassischem Heavy Metal. Vergleiche mit Hammerfall, Stratovarius oder Helloween, die in aktuellen Berichten zu finden sind, kann ich durchaus bestätigen. In Sachen Spielfreude, Dynamik und technisches Können stehen sie den Großen in nichts nach. Vom Songwriting her kann man ebenfalls nicht viel bemängeln. Etwas weniger Eingängigkeit in den Melodien würde dem Album meiner Meinung nach gut tun. Beim Gesang ist noch Entwicklungspotenzial vorhanden. Der Stimme von Asami fehlt es streckenweise an Volumen und Ausdruck, ein Umstand, der einfach noch eine gewisse Reifezeit benötigt. Gut Ding will eben Weile haben. Thematisch beschäftigt sich dieses Album mit Kämpfen für gemeinsame Ziele, Ausweglosigkeit und unterschiedlichsten Ängsten.

Adiccted beginnt mit klassischen Akustikklängen, zieht danach kurzerhand das Tempo mit dynamischen Riffs und druckvollen Doublebasses an. In der Mitte des Songs geht es melodisch unüberhörbar in Richtung Helloween. Pledge Of Savior galoppiert im flotten Midtempo weiter, verfeinert durch Leadduelle. Die Hymne Rising knüpft in selbiger Eingängigkeit an. Durch treibendes Riffing dreht der Song im späteren Verlauf noch einmal auf. Empty Daydream setzt voll auf Melodik. Es ist eine tanzbare Nummer, die Ohrwurmcharakter in sich trägt. Hämmernde Synthesizersounds, die zeitweise nach Mors Pricipium Est klingen, lassen die Anspannung spürbar steigen. Mastermind 01 macht dann eine volle Kehrtwende. Der Sound wird aggressiver. M.D.O. schlägt in dieselbe Kerbe. Shouts aus dem Hintergrund verleihen zusätzlichen Nachdruck. Journey To The Otherside kommt wieder rockig, aber auch eingängig daher. Am Ende zeigt Asami, dass sie doch Power in der Stimme hat, wenn sie will. The Final Collision driftet in Richtung J-Pop ab. Wenige Gitarrenleads am Ende retten da nicht mehr viel. We United kriegt die Kurve dann noch einmal mit heroischen Klängen. Diesen Song hätte ich zu gerne von Michael Kiske und Co. gehört. Epilogue lässt das Album ruhig und balladesk ausklingen. Das ist der Moment, bei dem das Feuerzeug gezückt werden darf – ein gut gewähltes Outro, wie ich finde.

Zum Überflieger fehlt noch eine Kleinigkeit. Meinen Respekt hat sich dieser Silberling dennoch verdient.

Lovebites – Rising

Lovebites – Pledge Of The Savior

Fazit: Clockwork Immortality kann ich dem klassischen Power Metaler guten Gewissens empfehlen. Diese Scheibe ist durchweg zur Dauerrotation geeignet, auch wenn das Album noch nicht an die Qualitäten der großen Vorbilder heranreicht. Die Metalladys haben eindeutig Talent, sind überaus fleißig und haben einen guten technischen Background. Sie werden ihren Weg gehen. Von Lovebites darf man in den nächsten Jahren noch einiges erwarten.

Anspieltipps: Addicted, Mastermin 01, Empty Daydream
Sandra R.
8.4
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