Marko Hietala – Tour Of The Black Heart 2020 am 02.02.2020 in der Hamburger Markthalle

Solo Show des Nightwish Bassisten und Sängers

Eventname: Marko Hietala – Tour Of The Black Heart 2020

Headliner: Marko Hietala

Vorband: Oceanhoarse

Ort: Markthalle, Hamburg

Datum: 02.02.2020

Kosten: ab 30,00 € + VVK Gebühren, AK 35,00 €

Genre: Heavy Metal, Power Metal, Hard Rock, Soft Rock

Besucher: ca. 220 Besucher

Veranstalter: Contra Promotion GmbH (https://www.contrapromotion.com/)

Links: www.facebook.com/markohietalaofficial
www.nuclearblast.de/markohietala
https://www.facebook.com/oceanhoarse

Setlisten:

Oceanhoarse:

  1. Intro
  2. Feed The Sirens
  3. Fading Neons
  4. Death Row Center
  5. Waves
  6. Bass Solo
  7. The Damage
  8. Duality
  9. Guitar Solo
  10. The Intruder
  11. The Oceanhoarse
  12. Outro

Marko Hietala:

  1. Intro
  2. Star, Sand And Shadow
  3. Dead God’s Son
  4. The Voice Of My Father
  5. For You
  6. Death March For Freedom
  7. I Dream
  8. I Am The Way
  9. Runner Of The Railways
  10. Starman (David Bowie Cover)
  11. Stones

Zugabe:

  1. War Pigs (Black Sabbath Cover)
  2. Truth Shall Set You Free
  3. Outro

Sonntagabend und nach längerer Zeit mal wieder ein Konzert in meinem bevorzugten Club. Die Markthalle in Hamburg ist nicht nur perfekt gelegen (ca. fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof Hamburg), sondern besticht vor allem durch ihren hervorragenden Sound. Im Gegensatz zu den anderen Clubs in der Hansestadt gibt es hier ein kleines „Amphitheater“. Die Künstler spielen nicht gegen Wände. Das Bauwerk fällt stufig nach unten ab mit einer größeren Tanzfläche quasi als Innenraum. So hat man als Zuschauer einen sehr guten Blick – auch wenn der Konzertsaal richtig voll ist. Fassungsvermögen ist für den Großen Saal ca. 1.000 Zuschauer. Es gibt übrigens auch noch einen zweiten Saal – der heißt MarX und hat ein Fassungsvermögen von ca. 200 Zuschauern. Wenn man bei schlechtem Wetter (wie heute) keine Lust hat, die ca. fünf Minuten vom Hauptbahnhof zu laufen, dann kann man auch eine Station mit der U1 bis zur Station Steinstraße fahren. Dann sind es ca. 30 Sekunden, die man unter freien Himmel verbringt.

Anlass für den heutigen Besuch ist der Kopf der Band Tarot. Tarot ist eine Heavy Metal Band aus Finnland, welche seit 1985 aktiv ist und die Entwicklung des finnischen Metal beeinflusste. Deutlich bekannter ist Marko Hietala durch seine Tätigkeit als Bassist und Sänger der Band Nightwish. Nach der Veröffentlichung des Soloalbums Pyre Of The Black Heart am 24.01.2020 beginnt Marko Hietala seine Tour durch Europa in Hamburg. Der Andrang am heutigen Abend ist sehr überschaubar. Am Ende sind es gerade einmal 220 Zuschauer, die sich in der Markthalle verlieren. Ich muss schwer nachdenken, aber eine so leere Markthalle hatte ich noch nicht. Die Betreiber der Markthalle kommunizieren über die üblichen Kanäle Einlass und Anfangszeit wie immer perfekt.

Der Opener ist eine hierzulande recht unbekannte Band. Oceanhoarse kommen aus Helsinki und spielen nach eigener Aussage Fucking Heavy Metal. Ich würde eher True Metal sagen. Also die klassische Variante aus den 80ern und 90ern. Mastermind und Gründer der Band ist Ben Varon. Ben spielte 20 Jahre bei Amoral (bis 2017). Mit dem Ende von Amoral wurde Oceanhoarse 2018 gegründet. Die weiteren Member sind Jyri Helko am Bass, Oskari Niemi an den Drums und Joonas Kosonen als Frontman und Sänger. Bisher wurden eine EP und fünf Singles auf den Markt geworfen. Der Opener ist Feed The Sirens. Ein klassischer True Metal Track. Sänger Joonas zeigt eine starke Bühnenpräsenz und das Quartett mischt die anwesenden Zuschauer gut auf. Auffällig ist der Altersunterschied zwischen Vocals und Gitarre vs. Bass und Drums. Dafür harmonieren die Herren aber wirklich gut und es entwickelt sich ein runder Gig. Die Singles wie The Intruder oder der Rausschmeißer The Oceanhoarse werden mit einem Bass und einem Gitarrensolo in der Setlist garniert. Sänger Joonas moderiert die Soli vorab und verweist darauf, dass eine True Metal Band natürlich ein Gitarrensolo spielen muss. Zum finalen Track kommt auch das Oceanhoarse in Form eines Menschen mit einer großen Maske mit auf die Bühne.

Joonas singt quasi Arm in Arm mit dem Ozeanungetüm. 45 Minuten bieten die vier Finnen gute Heavy Metal Unterhaltung. Ich bin gespannt, wie der Weg der Band weitergeht. Wieder zeigt sich einmal mehr die enorme Qualität der finnischen Musiker. Technisch ist das einfach top. Da passen Sound und Handgriffe von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Umbaupause ist ca. 25 Minuten. Das Licht geht aus und Marko Hietala und Band kommen auf die Bühne. Das weitere Line-Up zum Bassisten und Sänger sind an der Gitarre Tuomas Wäinölä, Keyboards Vili Ollila und Schlagzeug Anssi Nykänen. Marko Hietala startet mit Star, Sand And Shadow aus seinem Solowerk. Da ich die CD selbst rezensiert habe (hier geht´s zum Review), ist meine Erwartung nicht hoch. Die poppigen Songs reichen sich die Hand. Den anwesenden Zuschauern gefällt der Soft Rock. Mir halt eher weniger.

Technisch ist es allerdings eine Demonstration. Hier agieren vier Perfektionisten. Ich kann mich eigentlich nur wiederholen bzgl. der Fähigkeiten der finnischen Musiker. Grandios. Es dauert etwas, bis der Metaltrack vom aktuellen Album performt wird. Runner Of The Railways sorgt erstmalig für etwas Bewegung in den dünn besetzten Reihen. Allerdings hat Marko Hietala einen besonderen Nachtisch zu dem Track. Es folgt ein rockiger Starman. Der David Bowie Klassiker sorgt für Mitsingeffekte und erstmals haben wir eine Atmosphäre für ein Rockkonzert. Mit Stones geht der Hauptteil dann zu Ende. Als Zugabe kommt dann eine ziemliche Überraschung. Marko kündigt War Pigs an. Ein absoluter Klassiker aus den 70ern von Black Sabbath. Nun fliegen auch Haare und die Pommesgabeln kommen zum Vorschein. Die Nightwish und Soft Rock Fraktion wird mit dem letzten Titel des Konzerts wieder eingefangen. Truth Shall Set You Free ist ja auch der Rausschmeißer auf dem Album. So wird die Band abgefeiert und nach gerade mal 70 Minuten Spielzeit ist das Konzert zu Ende.

Fazit: Technisch perfekt spielt Marko Hietala sein Album herunter. Wenn die Highlights zwei Cover sind, dann sagt das einiges aus. Aber das ist meine Sichtweise. Dem Publikum hat es gefallen. Wer Spaß an technisch hochwertigen Rock und Softrock Tracks hat, kommt hier auch voll auf seine Kosten. Es ist nur kein primäres Metalkonzert. Für mich war der Opener deutlich interessanter und spannender.

Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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