Mastiff – Leave Me The Ashes Of The Earth

Halbstündiger Todesritt durch das zertrümmerte Kingston Upon Hull

Artist: Mastiff

Herkunft: Kingston Upon Hull, England

Album: Leave Me The Ashes Of The Earth

Spiellänge: 31:01 Minuten

Genre: Doom Metal, Sludge Metal, Death Metal, Hardcore

Release: 10.09.2021

Label: eOne Music

Link: https://www.facebook.com/mastiffhchc/

Bandmitglieder:

Gesang – Jim Hodge
Gitarre – James Andrew Lee
Gitarre – Phil Johnson
Bassgitarre – Dan Dolby
Schlagzeug – Michael Shepherd

Tracklist:

  1. The Hiss
  2. Fail
  3. Repulse
  4. Midnight Creeper
  5. Beige Sabbath
  6. Futile
  7. Endless
  8.  Scalped And Salted
  9. Lung Rust

Vor die Hunde gehen Mastiff aus Kingston Upon Hull sicherlich nicht und lassen ihre Wut nicht nur alle Engländer spüren. Gegründet wurden die Krachermacher vor acht Jahren und haben bislang zwei Studioalben und das Livealbum Bork veröffentlicht. Im September folgt der dritte Streich Leave Me The Ashes Of The Earth, der, das kann man hier schon sagen, wie ein Tornado übers Land ziehen wird. Kurze, dafür intensive Sequenzen werden tödlich angereicht, sodass man gar nicht weghören kann. Mit nur 31 Minuten hätte es ruhig mehr werden dürfen, auf der anderen Seite stimmt das Niveau der neun Nadelstiche, die alle tief bis ins Herz stechen. Beim Opener The Hiss ziehen Jim Hodge und seine Männer den Hörer zunächst noch auf eine falsche Fährte – der Sludge dominiert und man erwartet als nicht Bewanderter eine Doom Sause, die bitterböser durchs Land zieht und bis zum Ende keine Gefangenen nimmt.

Auf diesem Trip ziehen Mastiff die Jünger nicht bis zum Schlussakt Lung Rust durch den Dreck. Viel mehr rühren sie einen widerlichen Bastard aus Blackened Sludge mit einer knochenbrechenden Portion Grindcore an. Am Death Metal streifen sie nicht nur vorbei, sondern nutzen die walzenden Elemente, um diese mit den genannten Auswüchsen noch gnadenloser zu kombinieren. Wer dem Quintett in der Jugend mal den Lolli geklaut hat, sollte definitiv die Beine in die Hand nehmen. Spaß verstehen sowohl James Andrew Lee als auch Phil Johnson an den Gitarren nicht. Wer jetzt hofft, dass die anderen Mitstreiter liebevoller mit ihrer Umwelt umgehen, der hat sich geschnitten. Am Bass wabern die Salven von Dan Dolby aus den Boxen, während Michael Shepherd hinter der Schießbude egal zu welchem Tempo ein grimmiges Gesicht aufsetzt und druckvoll den Takt vorgibt. Überrascht, entsetzt und an die Wand gedrückt vom Trio Fail, Repulse und Midnight Creeper braucht man kurz, um die Fassung zurückzuerlangen. Der Opener hat eine andere Reise versprochen, als die Ruhe vor dem Sturm dann offenbarte. Für Freunde von kompromisslosem Exteme Metal kommen Mastiff gerade recht. Irgendwo zwischen Napalm Death, Crowbar und Blast Beats verhangenem Deathcore der alten Schule agiert Sänger Jim mit seinen Schlächtern. Der Druck wird stets hochgehalten. Spätestens mit Beige Sabbath bekommt der Hörer den Arsch derartig versohlt, dass er mehrere Tage gar Wochen nicht mehr sitzen kann! Im Blutrausch angekommen, zermürbt Futile die letzten Knochen zu feinem Staub. Der Groove zwischen den hasserfüllten Tiraden lässt den Kopf wie ein Hubschrauberrotor im Takt kreisen. Wild entschlossen und skrupellos ziehen die Engländer einen schnell in den Bann. Es geht nicht schneller, härter oder weiter Mastiff heulen nicht herum, sondern versuchen es zumindest. Pechschwarz mit dem Schalk im Nacken dreht die Nadel bereits zu den letzten Rillen ab. Endless kloppt die übrig gebliebenen Zähne aus der Fresse, Scalped And Salted peitscht auf den blanken, schwitzenden Körper was Lung Rust dann macht, grenzt gar an Körperverletzung. Zwei Schritte zurück in die Sludge Anfänge des Openers wird jede Prognose über Bord geworfen und endet in einem sieben Minuten andauernden Manifest, bei dem jedem Irren der Satan persönlich aus dem Kopf geschlagen wird.

Mastiff – Leave Me The Ashes Of The Earth
Fazit
Ohne das alte Material von Mastiff zu kennen, brummt nach wenigen Durchläufen der Schädel und die Frage kommt auf, wie müssen die Wahnsinnigen wohl auf ihren beiden ersten Silberlingen ausgerastet sein. Die Eskalation im Sludge Grindcore Modus hisst zumindest die Flagge im Jahr 2021 für Leave Me The Ashes Of The Earth. Stets auf der Flucht von krachenden Riffs und lärmenden Gitarren kostet selbst ein Durchlauf der Platte viel Kraft. Zwischen Genie und Wahnsinn liegen ganz klar die Männer von Mastiff, die nur Terror und Schmerz kennen. 

Anspieltipps: Fail und Lung Rust
René W.
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