Mono Inc. Raven Gin – Gin

Mit dem Raben Gin lassen sich die Songs der Monos noch besser genießen

Name: Mono Inc. Raven Gin

Herkunftsland: Glinde, Hamburg

Firma: Mono Inc. Gbr

Art des Getränks: Gin

Jahrgang: entfällt

Link: https://www.mono-inc.com/shop/

Abfüllmenge: 500 ml

Volumenprozent Alkohol: 47 %

Preis: 34,95 Euro

Online Shop: https://www.mono-inc.com/shop/de/mono-inc-raven-gin-500-ml

Heute hab ich das Vergnügen, den Mono Inc. Raven Gin zu verkosten. Seit Kurzem wird dieser 47%ige Gin im Shop der Monos neben einem Wodka als Signature Drink angeboten. Die eckige Flasche ziert ein schlichtes graues Etikett mit dem Schriftzug Mono Inc. Raven Gin, der Prozentzahl und dem Vertriebsort. Weitere Einzelheiten sind auf der 0,5 Liter Flasche nicht zu finden. Somit bleibt dem Genießer nur das Verköstigen, um sich die verarbeiteten Botanicals zu „ertrinken.“ Na klar wird man nicht gänzlich im Dunkeln stehen gelassen, so werden im Shop, neben dem Wachholder, auch Aromen von Zitrusfrüchten (Orange, Zitrone und Limette) genannt. Des Weitern sind Spuren von Zimt, Koriander und Anis mitverantwortlich für den Geschmack. Das werde ich nun mal testen. Die Flasche wird von einem Korken verschlossen, der durch eine schwarze Ummantelung gesichert ist. Das gefällt schon mal gut, denn Schraubverschlüsse gehen bei einem Gin ja mal so gar nicht. Der erste Riecheindruck lässt bereits die Zitrusaromen in die Nase steigen. Weitere Nuancen kann ich zunächst nicht feststellen. Es geht dann schnell an die Trinkprobe und ich werde ich das edle Getränk erst einmal pur verköstigen, bevor ich den Versuch mit einem Tonic wage.

Der erste vorsichtige Schluck bestätigt meine Vermutung. Das Zitrusartige überwiegt und die anderen Aromen kann ich im ersten Versuch noch nicht schmecken. Dafür macht sich aber ein angenehm weicher Abgang bemerkbar und der Gin schmeckt glücklicherweise nicht spritig. Das hat man oft, dass die Spirituose scharf und pur kaum bekömmlich ist. Also bedarf es eigentlich keiner Beimischung eines Verdünners, vielleicht ein Eiswürfel, um den Gin etwas runterzukühlen. Damit ich etwas länger an dem Getränk gut habe und vielleicht, um nicht gleich einen leichten Glimmer zu bekommen, werde ich es nun mal mit Verdünnung probieren. Welchen Tonic man nimmt, ist eine Glaubensfrage. Henrys, Fever Tree, Schweppes oder ein anderes, hängt etwas vom persönlichen Geschmack ab. Auch ob Mediterranean oder Indian oder womöglich mit Ginger Beer, das muss der Versuch hergeben. Ich entscheide mich für Fever Tree Mediterranean und glaube, der passt gut zu den Zitrusnoten. Nun entfaltet sich der Gin nochmals neu, auch ein ganz leichter Koriander ist zu schmecken, Anis und Zimt erschließen sich mir nicht, aber das ist auch voll ok so. Das mit dem Mediterranean Tonic ist eine gute Wahl. Abgeneigt bin ich dem etwas herberen Indian Tonic aber auch nicht. Fruchtig, mit vielen Aromen werde ich an einen lauen Sommerabend, irgendwo an der spanischen Küste, erinnert. Dezent schmeckt man den Wacholder heraus, der einem sagt, es ist ein Gin. Und ab hier wird es gefährlich. Das Zeug ist so süffig, dass man gar nicht merkt, wie sich die Flasche leert. Der moderate Preis lässt es aber zu, dass man sich dieses Tröpfchen das eine oder andere Mal gönnen kann. Empfehlung: Gin-Liebhaber sollten den unbedingt mal testen.

Klar, gehört in einen guten Longdrink auch Eis. Je nachdem, wie man das zelebriert, kann es auch mal sehr viel sein. Um die Verwässerung im Griff zu halten, kann ich dann noch Eiswürfel empfehlen, die nicht so schnell schmelzen oder die Alternative mit gekühlten Specksteinen, die zudem das Getränk im Glas noch edler aussehen lassen.

 

 

Um noch ein paar wertvolle Informationen zu dem Getränk zu bekommen, habe ich dem Martin Engler noch einige Fragen zum Gin gestellt und die hat er ausführlich und umfassend beantwortet.

Time For Metal / Kay:
Wer ist denn bei euch der Gin-Trinker? Ich tippe ja schon fast auf den Carl (Carl Fornia)

Mono Inc. / Martin:
Gute Intuition – aber Carl und ich sind beide Liebhaber und auch Katha und Manuel sind an besonderen Abenden einem guten Tropfen nicht abgeneigt.

Time For Metal / Kay:
Wer kam auf die Idee, einen Gin ins Portfolio aufzunehmen?

Mono Inc. / Martin:
Wir waren immer der Meinung, dass der Shop nur Dinge anbieten soll, die wir uns selbst auch kaufen würden. Nenne es Qualitätssicherung oder Kontrollwahn. Da wir sehr gern Gin genießen, war es also seit Jahren klar, dass wir auch eine Hausmarke haben wollen. Nur hat es eben bis jetzt gedauert, bis wir einen Produzenten gefunden hatten, mit dem wir verschiedene Dinge ausprobieren können und unser Gaumen schließlich sagte: „Der isses!“

Time For Metal / Kay:
Kam die Idee vielleicht mit der Platte Welcome To Hell, da ja Wacholder in der Zeit als Heilmittel galt?

Mono Inc. / Martin:
Aus Marketingsicht wäre es jetzt klasse zu sagen, dass du Recht hast. Aber die Wahrheit ist leider eine andere. Der Wunsch kam ca. 2015, also drei Jahre vor dem Album das erste Mal auf.

Time For Metal / Kay:
Das Etikett ist schon sehr einfach gestaltet, was keine Abwertung darstellen soll. Es geht aber nicht daraus hervor, wer das Produkt erzeugt. Oder betreiben Mono Inc. eine heimliche Destille im Keller? Martin liefert den Rohsprit, Carl die gezüchteten Wacholderbeeren, Katha die weiteren Zutaten und Manuel ist der Meister am Glaskolben, der alles ins rechte Verhältnis setzt – so vermute ich das. Richtig?

Mono Inc. / Martin:
Exakt! Also, äh, fast… Der Gin wird unweit unserer Heimat in Niedersachsen hergestellt und 1x im Monat, immer bei Vollmond, zieht Carl das Outfit des Pestdoktors an und holt den Stoff bei Nacht und Nebel mit einem knarzenden alten Kahn über die Elbe! Wenn kein Nebel ist, dauert es mit dem Nachschub eben ein bisschen länger.

Time For Metal / Kay:
Nun aber die Frage: Welche Destillerie zeichnet für den Gin verantwortlich, oder soll das ein Geheimnis bleiben?

Mono Inc. / Martin:
Wir wollen es, solange es geht, versuchen.

Time For Metal / Kay:
Ungewöhnlich ist auch der hohe Prozentgehalt. Oftmals hat der Gin ja zwischen 40 und 42 %. Klar gibt es auch andere, stärkere Sorten, aber die meisten sind auf nicht so hohe Prozentzahlen ausgelegt. Gibt’s für den hohen % Anteil einen Grund?

Mono Inc. / Martin:
Alkohol ist ja ein Geschmacksträger und durch einen höheren Alkoholgehalt zeichnet sich ein wertiger, gehaltvoller Gin außerdem deshalb aus, weil es dem Genießer ermöglicht, eine größere Bandbreite von geschmacklichen Variationen zu kreieren, ohne das Endergebnis gleich zu verwässern – was leider zu oft und zu leicht passiert durch die Hinzugabe von Eis, Fillern und Wasser.

Time For Metal / Kay:
Was ist die Grundlage für den Gin? Weizen oder Kartoffeln oder gar Wein? Alles kann ja für den Neutralalkohol genutzt werden.

Mono Inc. / Martin:
Die Grundlage unseres Gins ist ein Weizenfeindestillat, obwohl ich ansonsten versuche, mich komplett weizenfrei zu ernähren.

Time For Metal / Kay:
Zitrusaromen und Wacholder dominieren, Koriander, Anis und Zimt sind in Nuancen enthalten. Wer hat sich diese Mischung überlegt? Diverse Selbsttests? (Ich hab auch mal ’nen Gin kreiert, der war allerdings nicht genießbar.)

Mono Inc. / Martin:
Wir hatten da sehr erfahrene Berater von der Destillerie an unserer Seite. Die Zielsetzung bei der Entwicklung des Gins war, passend zu unserer Band, keinen „Mainstream“ Gin auf den Markt zu bringen, sondern geschmacklich klare Kante zu zeigen und eben ein bisschen anders zu sein. Damit haben wir ja Erfahrung. Die Entscheidung, die Zitrusaromen und den Wacholder im Vordergrund zu halten, basiert auf der Absicht, eher frische und sonnige Eindrücke beim Genuss zu vermitteln. Wir haben in Deutschland schließlich ohnehin ein ziemliches Sonnenscheindefizit.

Time For Metal / Kay:
Die Flasche ist klein, handlich, sieht aber doch edel aus. Sie liegt sehr angenehm in der Hand und auch der Verschluss mit Korken und der Versiegelung macht was her. Wer hat das Design entworfen?

Mono Inc. / Martin:
Unsere NoCut-Grafikschmiede hat ein paar Vorschläge entwickelt und wir haben das dann im Team finalisiert. Es war uns wichtig, dass das Design nicht überladen, sondern exquisit und zeitgleich „zeitlos schön“ ist.

Time For Metal / Kay:
In welcher Auflage gibt es den Gin?

Mono Inc. / Martin:
Die Erstausgabe von 60 Flaschen ist bereits ausverkauft, aber beim nächsten Vollmond…. 😀

Time For Metal / Kay:
Wird der Gin wieder aufgelegt, im Falle, dass unser Bericht einen Run auf die Spirituose bewirkt und die erste Charge ausverkauft sein sollte?

Mono Inc. / Martin:
Der Gin wird auf jeden Fall noch länger produziert werden, weil die Resonanzen der Genießer bislang extrem positiv ausfallen und auch unsere privaten Kellervorräte noch angehäuft werden müssen. Schließlich wird die Tournee 2022 sehr lang werden.

Vielen Dank an den Martin, der nicht nur Sachverstand, sondern auch Sinn für Humor beweist.

Mono Inc. Raven Gin – Gin
Fazit
Der Mono Inc. Gin kann durch seine feinen Zitrusaromen und den angenehmen Abgang überzeugen. Der Gin besticht durch seine klare Linie, weist keine plötzlichen Veränderungen im Geschmack auf und ist nicht mit Botanicals überladen. Die klare Farbe ist wie ein klares Rockstück, es braucht nicht mehr als Gitarre, (Wacholder), Bass und Drums (Basisalkohol) und Gesang (charakteristische Zusätze), um ein überaus gelungenes Produkt zu schaffen. Das einzige wirkliche Manko ist die geringe Menge in der Flasche, die, wie bei einer zu kurzen Platte, den Wunsch nach mehr wachsen lässt. Aber man kann es als Schätzchen hegen und pflegen und behutsam genießen.
Geschmack
9.5
Geruch
8.5
Abgang
9
Optik
9
Leser Bewertung0 Bewertungen
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9
Punkte
Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast

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