Moontowers // Eraserhead – Live am 02.02.2019 im Florinsmarkt, Koblenz

„Moontowers // Eraserhead – Live am 02.02.2019 im Florinsmarkt, Koblenz”

Künstler: Moontowers, Eraserhead

Ort: Florinsmarkt Koblenz, Burgstrasse 16, 56068 Koblenz

Datum: 02.02.2019

Genre: Doom Metal, Heavy Doom Metal, Death Metal

Besucher: 111

Kosten: 8 Euro VVK, 10 Euro AK

Veranstalter: Florinsmarkt / Bands

Link: https://www.facebook.com/events/922596307933296/

Setlisten:


1. Collection Of Scalps
2. Digital Absorption
3. On Death Row
4. Holdout
5. Blood Stains The Floor
6. Limburgian Decadence
7. Unintentional
8. Deathhammer


1. White Hand
2. The Cold And Mighty Ale
3. My Spell To Demon’s Eye)
4. Into The Otherworld
5. Farewell
6. Be Free Forevermore
7. Lake Of The Dead
8. Never Again
9. Strike’ Em Down
10. Moontowers Rise Again

Heute ist es endlich so weit. Die Koblenzer Allstar Band Moontowers gibt ihr erstes Konzert in heimischen Gefilden. Moontowers werden heute Abend im Florinsmarkt, dem altehrwürdigen Laden in der Altstadt von Koblenz, ordentlich einheizen und dem heimischen Publikum zeigen, wie es ist, wenn aus dem Deutschen Eck die Moontowers erwachsen. Supportet werden sie heute von Eraserhead, den Death Metalern aus Limburg / Gießen.

Vorher treffe ich mich noch mit meinen beiden Kumpels Joe und Andi, die diese Woche extra nach Dublin geflogen sind, um das ausgefallene Ozzy Konzert in der Temple Bar zu feiern. Pünktlich sind sie von ihrem Irland Trip wieder zurück und berichten mir standesgemäß im Irish Pub gegenüber vom Florinsmarkt. Im Irish Pub ist es, wie in der gesamten Altstadt heute, recht ruhig.

Einlass im Florinsmarkt ist heute um 19:30 Uhr. Um 19:50 Uhr gehen wir dann auch die paar Schritte rüber und begrüßen Jochen, den Pächter des Florinsmarkts an der Abendkasse vor der Tür. Alle sind guter Dinge. Es zeichnet sich wie bereits im Vorfeld nicht nur von mir erwartet, großes Interesse an dem heutigen Gig von Moontowers im Florinsmarkt ab.

Wir treten ein und es ist schon richtig gut gefüllt. Ich treffe bereits auf die vier Musiker von Moontowers: Dommermuth (Blueside), Kratz (Metal Inquisitor), Baulig (Secutor) und Kuschke von der Black Metal Legende Desaster. Wir begrüßen uns herzlich.

Auch die vier Jungs von Eraserhead: Phil, Chris, Nico und Jonas sehe ich bereits. Sie werden heute den Opener machen. Sie stehen noch alle sehr entspannt in der Ecke und nehmen Kaltgetränke zu sich.
Es wird noch etwas dauern, bis die Jungs mit ihrem Gig beginnen. Das ist auch gut so, denn jetzt heißt es erst einmal im Florinsmarkt herumgehen und die bekannten Gesichter begrüßen. Hier im Florinsmarkt ist heute la familia! Die Jungs von Moontowers haben ihren familiären Anhang auch dabei. Jeder kennt jeden und wir freuen uns alle aufeinander.

Jochen hat extra zum heutigen Abend ein Fass Moontowers Bier – The Cold And Mighty Ale besorgt. Also auch standesgemäßes Gesöff heute Abend. Das wird auch rege getrunken und wie soll es anders sein: Der Vorrat hält nicht allzu lange. Nach einigen MoontowersThe Cold And Mighty Ale muss ich dann später doch wieder auf die reguläre Marke wechseln. Aber was soll´s, es ist heute hier echt geil.

So, der Florinsmarkt ist jetzt rammelvoll. Großartige Bewegung unter den Fans ist jetzt nicht mehr. Ich denke, heute ist nahezu ausverkauft.

Die Jungs von Eraserhead gehen auf die Bühne und machen sich bereit. Intro und ab geht die Post. Da waren im Vorfeld doch einige der Fans skeptisch, ob das geht!? Eraserhead mit Death Metal vor Moontowers mit Heavy Doom! Sollten da noch einige Fans skeptisch sein, ist das auch kein Problem. Eraserhead, bereits 2008 aus David Lynch‘s gleichnamigen Film entsprungen, malträtieren sich in die Irrungen und Wirrungen der Hirne der Zuhörer. Faszinierend und zerstörerisch wie der Film selbst, nehmen sie das Publikum mit. Vielfach hört man in den Reihen vor der Bühne: Man, was für ein Brett! Und ja, die Jungs legen hier heute ein gewaltiges Brett hin. Es gibt Death Metal ohne Unterlass auf die Fresse. Nach einigen Besetzungswechseln haben die Jungs zum jetzigen Line-Up zusammengefunden. Sie orientieren sich stark an ihren amerikanischen und skandinavischen Vorbildern der 90er Jahre, drücken ihrer Musik jedoch einen eigenen Stempel auf. Unnachgiebige Härte, gepaart mit treibendem Groove und Melodie ist angesagt. Uns gefällt das total.

  

Das volle Brett von Eraserhead beinhaltet natürlich einige Songs ihres ersten und bisher einzigen Albums Remnants Of Decadence (2016), wie zum Beispiel Collection Of Scalps, Digital Absorption und On Death Row. Dies sind zugleich auch die ersten drei Songs des heutigen Abends und auch des Albums. Noch mal: man was für ein Brett!

Es folgen zwei Songs von der letzten EP Holdout, bevor es wieder mit Limburgian Decadence und Unintentional vom letzten Album weitergeht. Wer denkt bei Limburgian Decadence nicht an den dekadenten ehemaligen Bischof Tebartz-Van Elst. Ja richtig, der liegt auch auf dem Plattencover von Remnants Of Decadence verrottend in seiner Badewanne. So sollte es auch in echt sein! Sehr geiles Cover. Die Platte nehme ich mir natürlich nachher noch mit. Die heutige Setlist endet mit Deathhammer, dem Klassiker von Asphyx.
Mit Deathhammer ist auch schon alles zum Gig der Jungs gesagt! Eraserhead waren heute Abend einfach der Deathhammer!

  

So jetzt zuerst mal wieder ein wenig runterkommen und den Deathhammer noch mal mit einem Moontowers – The Cold And Mighty Ale Bier zusammen wirken lassen. Breite Zustimmung zu dem Gig des Quartetts eben.
Moontowers sind nun an der Reihe. Schnell noch einen Becher labenden Moontowers – The Cold And Mighty Ale holen, bevor die Koblenzer Jungs anfangen. Da haben wir hier alle seit der Bandgründung drauf gewartet. Das erste Konzert des Quartetts zu Hause. Im BLA in Bonn hatten sie ja schon einen mächtigen Auftritt, aber vor heimischem Publikum ist es doch wieder was anderes. Ich glaube, so im Vorfeld sind die Jungs auch etwas nervös. Das ist aber schnell verflogen, ab auf die Bühne, sie klatschen sich ab und los geht es.

Gegenüber den Fans im Vorfeld habe ich zugleich auch schon einen kleinen Vorteil. Ich durfte mir anlässlich meines Interviews mit ihnen vor ein paar Monaten bereits ein komplettes Set im Proberaum anhören und kenne von daher die Songs bereits, die für die meisten hier doch neu sein dürften.
Die Jungs haben bisher ja nur die Demo The Arrival mit den Songs The Cold And Mighty Ale, Strike‘ Em Down und Farewell veröffentlich. Aber die hat ja letztes Jahr richtig Furore gemacht und ist im November letzten Jahres als Split mit der EP High On Voodoo der indischen Band Knight bei Diabolic Might Records auf Vinyl erschienen. Die liegt heute Abend natürlich auch am Merchstand.

  

Das ist jetzt natürlich ein ganz anderes Genre als Eraserhead zuvor. Moontowers wollen sich ja nicht so recht in ein Genre eingruppieren lassen. Daher habe ich irgendwann einmal Moontowers als eine (Heavy) Metal Band bezeichnet, die einen Speedy Doom drauf hat. Eine besondere, mitreißende Form des Heavy Dooms.
Und mitreißend ist der Gig von Moontowers heute Abend wahrlich. Nach dem Opener White Hand folgt bereits The Cold And Mighty Ale. Da muss ich aber schnell noch mal schauen, ob ich noch einen Becher vom The Cold And Mighty Ale bekomme. Malzig und lecker das Gesöff.

 

The Cold And Mighty Ale ist, wie unter anderem Farewell, ein sehr doomig angehauchter Metalkracher. Der zieht rein. Blueser Dommermuth haucht den Songs mit seiner kräftigen Stimme gewaltig Leben ein und bringt die Songs zu den Abgründen, die sich in der Welt vom Herrn Der Ringe textlich bewegen. Kuschke gibt den abgezockten Tony Iommi als Riffmonster („Am Anfang stand das Riff“). Baulig und Kratz sorgen für die drückende Schwere. Überhaupt, Kratz, die coole Socke, wirbelt doch mächtig im Hintergrund. Bei ihm ist auf der Bühne auch das meiste Licht angesammelt und ich kann von ihm dann doch ein paar coole Pics machen. Ansonsten sieht es heute Abend mit den Pics sehr schwierig aus. Die Musiker bewegen sich nur von hinten angestrahlt in einer Düsternis. Ja ok, das passt irgendwie zu den Songs, ist aber scheiße beim Bilderschießen. Aber was soll´s, wir haben alle Spaß auf der Bühne und vor der Bühne.

  

Zehn Songs umfasst die Setlist von Moontowers. Als vorletzter Song ist der letzte Song von The Arrival Strike’ Em Down dran. Das ist dann wieder eher ein dreckiger, Staub aufwirbelnder Heavy Metal Song. Die Setlist endet mit Moontowers Rise Again. Auch Moontowers abschließender Song sagt einfach alles: ja Moontowers werden sich erheben.

Fazit: Großartiger Metalabend im altehrwürdigen Florinsmarkt in Koblenz. Der hat so früh im Jahr schon einen der Höhepunkte des Jahres 2019 erlebt!

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