Mork – Det Svarte Juv

Thomas Eriksen gegen den Rest der Welt

Artist: Mork

Herkunft: Halden, Norwegen

Album: Det Svarte Juv

Spiellänge: 50:34 Minuten

Genre: True Norwegian Black Metal, Black Metal

Release: 19.04.2019

Label: Peaceville Records

Link: https://www.facebook.com/MORKOFFICIAL/

Bandmitglieder:

Gesang und alle Instrumente – Thomas Eriksen

Tracklist:

  1. M¢rkeleggelse
  2. Da Himmelen Falt
  3. På Tvers Av Tidene
  4. Den Utst¢tte
  5. I Flammens Favn
  6. Skarpretterens ¥ks
  7. Den Kalde Blodsvei
  8. Siste Reis
  9. Karantene
  10. Det Svarte Juv

Der Norweger Thomas Eriksen schiebt seit anderthalb Jahrzehnten sein Ein-Mann-Projekt Mork an. Zusätzlich kennen ihn einige von Pale Kids, wo er seine Stimme und die Kunst an der Gitarre gibt. Nur in die Saiten schlägt er bei den Deathern von Befouled. Nach Eremittens Dal von vor zwei Jahren jagt er nun mit Det Svarte Juv das vierte Studioalbum aus den Kanonenläufen. Damit bleibt er Peaceville Record treu, denen er sich erst mit dem letzten Silberling angeschlossen hat. Die Handschrift bleibt gleich – True Norwegian Black Metal in der Old School Umsetzung dominiert den Sound auf dem schroffen wie kargen zehn Stücke andauernden Manifest. Die Erwartung ist mittlerweile deutlich gestiegen – das Projekt zählt als eins der hochwertigsten mit nur einem Künstler. Live können Mork ebenfalls bestehen und dafür hat Thomas mit Alex Bruun an der Gitarre, Daniel Minge hinter der Schießbude und Rob am Bass ein schlagfertiges Quartett geschaffen.

Hart aber nicht detaillos braucht Thomas Eriksen viele Tiefen in den Kompositionen. „Dampfwalze an und damit ist das Konzept in Stein gemeißelt“, gibt es bei dem Mann aus Skandinavien nicht. Zwar schlägt die Double Base bei M¢rkeleggelse gleich hohe Wellen, trotzdem versucht er direkt die Melodienfront zu stärken. Düster kann er die Geschwindigkeiten wechseln, ohne in zu progressive oder depressive Phasen zu verfallen. Die Riffs sitzen wie die kalte Klinge an der Kehle, während die rohen Growls ein bösartiges Ambiente errichten. Im Midtempo stapfen wir mutig durch die klirrende Nacht. Schwermütige Blicke erfassen den Mond, der nur selten hinter den Wolken hervorbricht, um ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen. Himmelen Falt unterstreicht dieses Gefühl eines Betonklotzes am Fußgelenk, während man paralysiert über das Geländer der Brücke auf den glatten See blickt und dann die Augen das letzte Mal schließt. Die Atmosphären sitzen schon mal, womit kann der Mastermind noch überzeugen? Ausgeprägte Refrains sind es nicht – auf die wird wiederum verzichtet, getreu dem Motto: Der Weg ist das Ziel. Angenockt taumelt der entkleidete Leib zwischen den großen Nadelbäumen gen schwedische Grenze. Denn nur drei Kilometer entfernt von Halden beginnt bereits die Provinz Västra Götalands Län. Musikalisch färbt diese Nähe zur anderen Black Metal Hochburg kein Stück ab. Die norwegische Handschrift dominiert das Schaffen von Herrn Eriksen. Neben den Growls ziehen hellere Schreie durch Stücke wie På Tvers Av Tidene. Die Schlagzeugattacken werden nur zu gerne wie ein Kriegsinstrument eingesetzt, bleiben mit dem Gesamtsound aber im Einklang. Viel Zeit zum Kopfnicken, während fast die ganze Zeit Midtempo Passage über Midtempo Passage die Gehörgänge freispült. Das ganz große Feuerwerk brennen I Flammens Favn oder Siste Reis nicht ab. Überzeugen kann das vierte Langeisen ohne fremde Einwirkung, auch wenn man noch mehr prägnante Highlights hätte einbauen können. Stimmig, mit einem klaren Konzept und feinen Aufbrüchen bleiben die 50 Minuten abwechslungsreich und jeder Black Metal Anhänger bestens unterhalten.

Fazit
Kein Überflieger, dafür solide Handwerkskunst, was dort in der glühenden Schmiede geformt und miteinander vereint wird. Das Old School Gesicht mit dem dichten Klang erschafft ein drückendes Monster, das hungrig durch die Ebene stapft auf die Suche nach euren Ohren.

Anspieltipps: Da Himmelen Falt und I Flammens Favn
René W.7.8
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7.8
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