Motorradtreffen des Motorradkeller Gruol am 31.08. und 01.09.2018 in Haigerloch-Gruol

Event: Motorradtreffen Gruol 2018

Bands: Big Balls, Grave Digger, Beast In Black, John Deva & The Rockets Of Love, Hardbone, Nitrogods, Powerage

Ort: 72401 Haigerloch-Gruol

Datum: 31.08. & 01.09.2018

Kosten: Freitag 25,- € AK   Samstag Eintritt frei

Genre: Hardrock, Bluesrock, Heavy Metal, Glam Rock

Besucher: ca. 1500

Veranstalter: Motorradkeller Gruol   http://www.motorradkeller-gruol.com

Links: http://www.motorradkeller-gruol.com   https://www.facebook.com/MotorradkellerGruol/?ref=br_rs

Setlisten:

  1. Hell Ain`t A Bad Place To Be
  2. Back In Black
  3. Riff Raff
  4. Hard As A Rock
  5. Highway To Hell
  6. Girls Got Rhythm
  7. Thunderstruck
  8. Whole Lotta Rosie
  9. High Voltage
  10. You Shook Me All Night Long
  11. Let There Be Rock
  12. Hells Bells
  13. T.N.T.

  1. Healed By Metal
  2. Lawbreaker
  3. Witch Hunter
  4. Killing Time
  5. Circle Of Witches
  6. The Dark Of The Sun
  7. Ballad Of A Hangman
  8. The Curse Of Jacques
  9. Season Of The Witch
  10. Lionheart
  11. Tattooed Rider
  12. Highland Farewell
  13. Excalibur
  14. Rebellion-The Clans Are Marching
  15. Wedding Day
  16. Heavy Metal Breakdown

  1. Intro (Judas Priest – Night Crawler) von Konserve
  2. Beast In Black
  3. Eternal Fire
  4. Blood Of A Lion
  5. Go To Hell
  6. Out On The Streets
  7. Lionheart
  8. Touch In The Night
  9. The Fifth Angel
  10. Born Again
  11. Ghost In The Rain
  12. Zodd The Immortal
  13. Crazy, Mad, Insane
  14. Out Of Control
  15. Blind And Frozen
  16. End Of The World

Am 31.08. und 01.09.2018 geht in Haigerloch-Gruol im Zollernalbkreis das mittlerweile legendäre Motorradtreffen des Motorradkeller Gruol in die nächste Runde. Neben dem üblichen Motorradtreffen mit Camping, Händlermeile, Food & Drinks, Benzingequatsche und Lagerfeuerromantik steht hier natürlich das große Festzelt mit sieben hart rockenden Bands im Mittelpunkt. In diesem Jahr sind am Freitag Big Balls, Grave Digger, Beast In Black und John Deva & The Rockets Of Love und am Samstag Hardbone, Nitrogods und Powerage am Start.

Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens sind wir spät dran und kommen erst gegen 19:30 Uhr auf dem Acker in Gruol an. Während der ganzen Fahrt hat es geregnet, und so ist schon auf den Wiesen, die als Parkplätze genutzt werden, Schlammschlacht angesagt. Aufgrund des schlechten Wetters ist auf dem Außengelände nicht allzu viel los, nur ein paar Leute stehen in kleinen Grüppchen herum. Auch im Festzelt ist noch nicht allzu viel los, nur die Theke ist dicht belagert und auch das Bier fließt, entsprechend dem Wetter,  in Strömen.

Die erste Band des Abends, Just Priest, eine Judas Priest-Coverband, hat kurzfristig abgesagt und Big Balls, eine AC/DC-Coverband aus Stuttgart, gehen stattdessen als Ersatz an den Start. Dadurch verzögert sich heute alles etwas, aber mir ist es recht, denn Just Priest habe ich schon des öfteren live gesehen, Big Balls dagegen noch nie. Die Band um Sänger und Frontmann Ollie From Hagen entert gegen 20:15 Uhr die Bühne und legt mit Hell Ain`t A Bad Place To Be gleich ordentlich los. Selten sieht man in den sogenannten Cover- oder Tribute-Bands bekanntere Musiker, doch bei den Stuttgartern ist alles etwas anders. An der Gitarre veredelt den rauen AC/DC-Sound niemand geringeres als Tom Naumann von Primal Fear, und auch hinter der Schießbude sitzt mit Markus Kullmann ein versierter Drummer, den man z.B. von den Western Metallern Dezderadoz oder auch von Alex BeyrodtVoodoo Circle her kennt. Seitdem die großen Idole aus Down Under sich rar machen, sprießen die AC/DC-Tribute-Bands wie Pilze aus dem Boden, und lange ist hier nicht alles Gold was glänzt. Big Balls können jedoch überzeugen und rocken wie die Sau, obwohl bisher nicht allzu viele Besucher vor der Bühne stehen. Die Band gibt trotzdem alles, und so strömt zu Songs wie z.B. Back In Black, Hard As A Rock, Highway To Hell und Thunderstruck schnell der Schweiß, nicht nur bei den Musikern. Große Show ist nicht angesagt, man konzentriert sich auf das wesentliche, Blues Rock aus Australien. Einzig Gitarrist Sebastian Jakic, stilecht in Schuluniform, macht uns den Angus Young Duck Walk. Mit Hells Bells und dem explosiven T.N.T. geht das Set zu Ende. Die Zugabe, Shot Down In Flames, steht zwar auf der Setlist, jedoch wird darauf verzichtet, wahrscheinlich weil es eh schon mit Verspätung losging.

In der Umbaupause füllt es sich langsam vor der Bühne, und als dann endlich das Licht ausgeht und der Reaper die Bühne betritt, gibt es kein Halten mehr. Der Grave Digger-Clan stürmt mit Healed By Metal auf die Bühne. Frontmann Chris Boltendahl, wie immer in Kutte mit Grave Digger-Backpatch, ist gut drauf und bekommt das Grinsen kaum aus dem Gesicht. Mister Ironfinger Axel Ritt hat wie immer die Haare schön und post an der Gitarre wie ein Weltmeister, stiehlt dem Boltendahl fast schon die Schau. Die Setlist deckt die mittlerweile 38jährige Bandgeschichte der Gladbecker Metal-Institution gut ab. Eine erste Überraschung ist sicherlich, dass das überragende Circle Of Witches aus 1996 mal wieder aus der Mottenkiste zu Tage gefördert wird. Dem Publikum gefällt es, denn es wird wild gebangt und lauthals mitgegröhlt. Dark Of The Sun lässt danach das Stimmungs-Barometer noch weiter steigen, bevor Ballad Of A Hangman Zeit zum Luft holen gibt. Schade, dass hier heute vieles nur vom Band kommt, doch dem Publikum ist es offenbar egal. Bassist Jens Becker hält sich gewohntermaßen etwas zurück, liefert gemeinsam mit Drummer Marcus Kniep jedoch den typischen Totengräber-Soundteppich, auf dem Chris und Axel sich austoben können. Immer wieder wechseln sich der Frontmann Boltendahl und Axel Ritt auf dem Laufsteg ab. Zu Excalibur dreht der Ironfinger dann richtig auf und spielt sein Solo liegend auf dem Laufsteg, während Reaper Boltendahl über ihm steht und ihn immer wieder zu neuen Höchstleistungen anstachelt. Die Fans rasten regelrecht aus und die Fäuste fliegen pausenlos in die Höhe. That`s Rock`n Roll ! Zu Rebellion erscheint dann wieder der Reaper auf der Bühne, bewaffnet mit dem Dudelsack, und führt die Totengräber in die Kämpfe zwischen Schottland und England. Damit geht das offizielle Set dann auch zu Ende, schade, dass es heute noch kein einziger neuer Song vom kommenden The Living Death-Album auf die Bühne geschafft hat. Der Zugabenblock in Form von Wedding Day und dem obligatorischen Heavy Metal Breakdown lässt nicht lange auf sich warten. Danach betritt der Reaper noch einmal die Bühne, und gemeinsam aalt man sich im nicht enden wollenden Beifall des nassgeschwitzten Publikums. Ob es gerechtfertigt ist, nachdem große Passagen aus der Konserve kamen, muss jeder für sich entscheiden.

Nach der Umbaupause kündigt Night Crawler von Judas Priest den Auftritt der Finnen Beast In Black an. Zum gleichnamigen Song Beast In Black, vom noch aktuellen Album Berserker, stürmt auch sodann die Saitenfraktion auf die Bühne und präsentiert sich wild posend am vorderen Bühnenrand, allen voran der ehemalige Battle Beast-Gitarrist Anton Kabanen. Der Beast In Black-Gründer ist sichtlich erfreut, wie sein neues Baby hier aufgenommen wird. Das Festzelt ist mittlerweile rappelvoll, als hätten alle nur auf den Auftritt der Finnen gewartet, um dann endlich aus ihren Löchern kriechen zu können. Die Stimmung ist noch besser, als zuvor noch bei Grave Digger, als dann Sänger Yannis Papadopoulos auf die Bühne gerannt kommt und seinen gewöhnungsbedürftigen, sehr weiblich angehauchten Stimmumfang unter Beweis stellt. Auch die nächsten drei Songs, Eternal Fire, Blood Of A Lion und Go To Hell, stammen alle vom Berserker-Album, bevor dann mit Out On The Streets der erste Battle Beast-Song präsentiert wird. So ganz kann der Anton aus Finnland dann doch noch nicht von seiner früheren Bestie loslassen, doch gerade live zeigt sich hier, dass die Berserker-Song wesentlich bissiger und auch etwas härter daherkommen, auch wenn sie nach wie vor nicht ohne Achtziger Jahre Synthies auskommen. Leider ist es auch hier wieder so, dass viele Passagen aus der Konserve kommen…, sorry, Jungs, aber live ist etwas anderes. Auch die nächsten drei Songs stammen aus der Battle Beast-Ära, Lionheart, Touch In The Night und The Fifth Angel. Sänger Yannis Papadopoulos kann optisch überzeugen und zieht die Besucher mit seiner Bühnenpräsenz auf seine Seite, warum er jedoch nach jedem Song von der Bühne verschwindet, bleibt wohl sein Geheimnis. Leider habe ich auch den Eindruck, die Battle Beast-Fronterin Noora Louhimo steht auf der Bühne, denn Noora und Yannis klingen oft zum verwechseln ähnlich, auch wenn das Stimmspektrum des Griechen wesentlich variabler ist. Die Songs sind nahezu alles Hits, Metal-Brecher im Accept-Fahrwasser, und doch gibt mir die Band nicht wirklich viel. Die anwesenden Fans sind jedoch begeistert, feiern die Finnen mit griechischer Frontspitze und machen ordentlich Party.

Ich für meinen Teil bin jedoch nicht unzufrieden, als mein Kollege, der morgen arbeiten muss, nach der Hälfte des Beast In Black-Gigs fahren will. So verpasse ich zwar den heutigen Rausschmeißer John Deva & The Rockets Of Love, aber man kann bekanntlich nicht alles haben. Auch den morgigen Samstag kann ich mir abschminken, da mein eigenes Auto noch in der Werkstatt steht und ich niemanden gefunden habe, der mich mitnimmt.

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