Die US-Black-Metal-Innovatoren Nachtmystium veröffentlichen die nächste Vorab-Single A Slow Decay aus ihrem kommenden neunten Album Blight Privilege. Die Veröffentlichung des Albums ist für Allerheiligen, den 1. November 2024, geplant.
Seht euch das Video zu A Slow Decay hier an:
Mit dem balladesken Mid-Tempo-Song A Slow Decay verschieben Nachtmystium einmal mehr die Grenzen des Black Metals, indem sie Country-ähnliche Klänge hinzufügen.
Nachtmystium Kommentar: „The song A Slow Decay concerns itself with the disintegration of society that is going on all around us“, sinniert Mastermind Blake Judd. „It does not even matter which side you are on. We are all being played.“
Blight Privilege – Tracklist:
1. Survivors Remorse
2. Predator Phoenix
3. A Slow Decay
4. Conquistador
5. Blind Spot
6. The Arduous March
7. Blight Privilege
(Vollansicht im Time For Metal Release-Kalender hier)
Recording & Engineering: Blake Judd im Wüstenhaus, Barrego, CA (US)
Assistenz: Andrew Markuszewski
Schlagzeugtechnik & Recording: Jacopo Pettini im Virus Studio, Siena (IT)
Mixing & Mastering: Ken Sorceron bei Sorceron Sound, Seaside Coast, OR (US)
Artwork: Alex Trinkl, Irrwisch Artdesign
Layout: Alex Trinkl, Irrwisch Artdesign
Gastbeiträge:
Matt Thomas – Konsolen-Steel-Gitarre, zusätzliche Gitarrensolos
Ken Sorceron – Bassgitarre
Francesco Miatto – Schlagzeug
Andrew Marksuzewski – Texte (etwa die Hälfte)
Verfügbare Formate:
Blight Privilege ist erhältlich als 60-seitiges Hardcover-CD-Artbook, als Gatefold-LP in schwarzem Vinyl, als ltd. Gatefold-LP aus schwarzem und transparent-grünem Marmor-Vinyl und als Digipak-CD.
Nachtmystium sind zurück! Und nach allem, was gesagt und getan wurde, ist Mastermind Blake Judd alias Azentrius immer noch am Leben. Und nicht nur das: Judd hat sich aus dem Abgrund des extremsten Lebens, das man sich vorstellen kann, zu einem viel ruhigeren, aufmerksamen und gereiften Künstler und Menschen zurück gekämpft.
Seine Rückkehr wird nicht auf allgemeinen Beifall stoßen – auch nicht in der Black-Metal-Szene. Für jeden, der die turbulente Karriere von Blake Judd und seiner bahnbrechenden Band verfolgt, die die Grenzen ihres Genres in neue Bereiche verschoben hat, kommt dies kaum überraschend.
Mit ihrem neunten Studioalbum Blight Privilege legen Nachtmystium erneut ein Meisterwerk vor, das es sogar mit der Album-Trilogie aufnehmen kann, die viele als Höhepunkt der früheren Karriere der amerikanischen Black-Metal (USBM)-Bahnbrecher ansehen: Instinct: Decay (2006), Assassins: Black Meddle Pt. I (2008), und Addicts: Black Meddle Pt. II (2010). Wie ein infernalischer Scharfschütze trifft jeder Song auf Blight Privilege genau ins Schwarze. Alle düsteren Elemente, die man braucht und herbeisehnt, sind vorhanden: rauer, raspelnder Gesang, das heftige Brummen und Surren von Gitarren, die mit eiskaltem Feuer brennen, Momente ekstatischer und erhabener Schönheit in höllischen Klanglandschaften. Und doch gibt es da noch jene feinen Details, die der musikalisch versierte Judd stets geschickt im allgemeinen Klanggewitter versteckt hat, wie Post-Punk- und Wave-Elemente und nun sogar eine Messerspitze Outlaw-Country.
Blight Privilege knüpft an die glorreichen Zeiten von Nachtmystium an – nicht als nostalgische Reminiszenz, sondern als zukunftsorientierte Fortsetzung und nächste Evolutionsstufe. Wenn überhaupt, dann ist dieses neunte Album von einer Reife geprägt, die aus Erfahrung und Lernen resultiert. Judds oft teuflisch eingängige Melodien sind schärfer denn je und haben nichts von ihrem Biss verloren. Das mag daran liegen, dass es das erste Album der USBM-Speerspitze ist, das Judd in einem völlig nüchternen Zustand komponiert hat.

Blake Judd hat offen über seine Drogensucht gesprochen. Mit Addicts: Black Meddle Pt. II sprach der Künstler Klartext. Das Album erschien 2010, als Nachtmystium bereits einen künstlerischen Höhepunkt erreicht hatten. In der internationalen Metal-Presse ernteten die Amerikaner viel Lob. Das öffnete ihnen die Türen zu den einflussreichen und prestigeträchtigen Festivals wie dem Inferno in Oslo, Norwegen und dem Roadburn in Tilburg, Niederlande. Doch die Risse begannen sich zu zeigen. Die Band war oft von internen Problemen und Besetzungswechseln geplagt. Freundschaften, Geschäfte, Beziehungen zu den Fans, Vertrauen und Geld gingen ebenfalls den Bach runter. Menschen wurden verbrannt, Menschen wurden verletzt, und nur wenige machten sich Gedanken über ihre eigene Rolle im Umgang mit jemandem, der an einer Sucht leidet.
Blake Judd hat all das überlebt und ist immer wieder zurückgekommen. Jedem Niedergang und Rückfall begegnete er mit dem unbändigen Willen, sich wieder aus dem Loch herauszuziehen. Auf die Ankündigung, dass die Band tot sei, folgten Veröffentlichungen. Die EP Resilient (2018) ist die letzte davon. Nachdem Judd durch die Schmelztiegel der Nüchternheit und der Pandemie gegangen war, fügte er Nachtmystium ein Element hinzu, von dem er sich zuvor sorgfältig ferngehalten hatte: Politik.
Der Titel des Albums Blight Privilege ist eine bewusste und offensichtliche Anspielung auf das Konzept des „weißen Privilegs“. Wenn man aus dem ländlichen Amerika kommt, und in Judds Fall vor allem aus dem Mittleren Westen, klingt dieser Slogan anders als in den Großstädten. Wie der Künstler erklärt: „There are large sections of this country where impoverished whites are just as poor as impoverished black or brown or whatever color of skin you care to name. Poverty affects all people and all places in the same way. For many of these poor, the notion of ‚white privilege‘ causes people to hate one another, instead of the billionaire pigs that are orchestrating the multitude of crisis‘ at hand. The first half of the album is a somewhat unexpected reaction to the current affairs of the last five years. It’s a warning to get prepared to live a different life in a different world and the coming fight to determine what that world will look like. What it is not, is taking any side on the partisan spectrum.“ Die andere Hälfte des Albums hat damit nichts zu tun und beschreibt Judds Leben in den letzten zehn Jahren, in denen er von der Straße kam.
Mit Blight Privilege fordern Nachtmystium den Thron von USBM zurück. Dieses Album hat eindeutig die musikalische Kraft und lyrische Kühnheit, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Ob man es liebt oder hasst, Nachtmystium haben mit Blight Privilege einen großen Meilenstein gesetzt!
Nachtmystium – Besetzung:
Blake Judd – Gesang, Gitarren, Keyboards, alle Kompositionen, Texte
Blight Privilege hier vorbestellen: http://lnk.spkr.media/nachtmystium-blight


