Necronautical – Slain In The Spirit

Große Gesten und nur kleine Makel

Artist: Necronautical

Herkunft: England

Album: Slain In The Spirit

Spiellänge: 55:12 Minuten

Genre: Black Metal, Melodic Black Metal

Release: 20.08.2021

Label: Candlelight Records, Spinefarm Records

Link: https://www.facebook.com/Necronautical/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Keyboard, Schlagzeug – Naut
Gitarre – Carcarrion
Bassgitarre – Anchorite
Schlagzeug – Slugh

Tracklist:

  1. Ritual & Recursion
  2. Occult Ecstatic Indoctrination
  3. Slain In The Spirit
  4. Hypnagogia
  5. Pure Consciousness Event
  6. Necropsychonautics
  7. Contorting In Perpetuity
  8. Death Magick Triumphant
  9. Disciple

Das englische Black Metal Quartett um den Mastermind Naut hat sich Ende August mit dem vierten Langeisen Slain In The Spirit zurückgemeldet. Zwei Jahre nach dem letzten Kniefall mit Apotheosis sollen es nun neun neue Songs richten, die uns in die tödliche Gruft der britischen Insel zieht. Das Artwork verspricht nichts Gutes, in der Grotte prangt zentral der Totenschädel und die Messe kann mit euch beginnen. Über Candlelight Records und Spinefarm Records wurde das Geschoss produziert, das auf melodischen Black Metal setzt, aber auch weiß, wann man den Hebel umlegen muss, um diverse Köpfe zum Rollen zu bringen. Atmosphärisch, sperrig und im typisch englischen Nebel verhüllt, bringt Slain In The Spirit viele Aspekte mit, um in diesem Jahr für positives Feedback zu sorgen.

Bei Ritual & Recursion wird der Weg schnell deutlich für alle, die von Necronautical noch nie was gehört haben. Technisch agieren sie zwischen Cradle Of Filth, Graveworm und brachialem Black Metal aus skandinavischen Längenbreiten. Gesanglich mit ordentlich Hall versehen, macht Naut keine Experimente und geht deutlich sachlicher in die Tiefen, ohne z.B. nur ansatzweise in Regionen von Herrn Filth zu dringen. Die melodischen Auswüchse kommen gut aus den flinken Blastbeats heraus und vereinen dabei puren Hass und aufmüpfige epische Showeinlagen. Im Midtempo ziehen die vier Musiker ihre Fäden, nur um noch mehr Breite zu erzeugen. Neben den typischen Vocals gibt es noch den weiblichen Background-Chor, der interessant platziert immer wieder für Nadelstiche sorgt. Occult Ecstatic Indoctrination wirft die Engländer in das Pulverfass von Größen wie Dimmu Borgir, ohne den Blick auf eigene Merkmale zu verschließen. Die Produktion kann man als sauber bezeichnen, wenig Knistern, wenig Feuer – auf der anderen Seite bleiben klirrende Winternächte ebenfalls aus. Wüst, ohne in blinde Raserei zu verfallen, werden die Kompositionen zusammengestellt. Locker flockig geht man mit Slain In The Spirit durch die Tracklist. Alles passt stimmig zueinander, große Überraschungen in alle Richtungen bleiben aus und heben Necronautical auf ein sehr ansprechendes Niveau. Für meinen Geschmack dürften die Hintergrundgesänge noch verfeinert werden, das kann jedoch bei jedem Genreliebhaber anders in den Ohren klingeln.

Necronautical – Slain In The Spirit
Fazit
Super runde Platte, die Necronautical mit Slain In The Spirit abliefern. Naut hat alles im Griff, seine Männer ziehen mit und die Tracks haben alles, was man bei einem guten melodischen Black Metal Drama erleben möchte. Was jetzt nur noch fehlt, ist der letzte Kick, um die morschen Knochen noch deutlicher in Bewegung zu bringen. Die Keyboard-Elemente passen nicht immer und lassen im Gesamtbild Federn, anders sieht es da bei der Gitarrenarbeit aus, die nicht nur der Mastermind prägt, sondern auch Carcarrion. Die glorreichen Abläufe machen Lust auf mehr und holen den Hörer ohne Probleme ab. Wie schon erwähnt: Für ein richtig gutes Album fehlt nicht mehr viel und dürfte langfristig die letzte Hürde sein, die Necronautical noch nehmen müssen. Was die Jungs live können, wäre absolut spannend zu erfahren. Bringen sie die Emotionen des Silberlings auch auf die Bühne, könnte bereits Slain In The Spirit ein Feuerwerk abbrennen.

Anspieltipps: Occult Ecstatic Indoctrination und Slain In The Spirit
René W.
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