Necronomicon – The Final Chapter

Das letzte Kapitel des fiktiven Grimoire?

Artist: Necronomicon

Herkunft: Deutschland

Album: The Final Chapter

Spiellänge: 46:03 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 26.03.2021

Label: El Puerto Records

Links: http://necronomicon-online.de
https://www.facebook.com/necronomiconofficial

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre  – Freddy
Gitarre – Glen Shannon
Bassgitarre – Marco
Schlagzeug – Ric Charron

Tracklist:

  1. I Am The Violence
  2. Give Me Fire
  3. Pain
  4. Purgatory
  5. Burning The Fury
  6. Spilling Blood
  7. Selling Nightmares
  8. Justice
  9. The Devil’s Tears
  10. The Unnamed
  11. Me Against You
  12. Stormreaper

Ich muss zugeben, dass ich die Band Necronomicon natürlich kenne und auch schon einiges von ihr gehört, aber das Schaffen der Band nicht wirklich verfolgt habe, obwohl die Burschen nun ja auch schon seit 1984 dabei sind. Der Bandname ist natürlich nur geil, leider verwenden diesen auch noch viele andere, aber im Thrash Sektor sind sie wohl alleine damit unterwegs. Gitarrist und Sänger Freddy ist das letzte Original und der Basser Marco ist seit 2013 dabei. Einen kleinen Umbruch erlebte die Band im Jahre 2019, denn der kanadische Drummer Rik Charron (Dark Ministry, ex-Exciter) und der amerikanische Gitarrist Glenn Shannon (ex-Mind Assassin) kamen neu hinzu. Man wird international und nun muss das Album Nummer zehn unters Volk.

Zwölf neue Werke warten auf den geneigten Zuhörer und den Start macht I Am The Violence. Nach einer kurzen Soundspielerei zu Beginn geht es gleich fix zur Sache. Relativ schnell und druckvoll erschallt der Anfangspart. Die Backingvocals vom Basser Marco sind dunkel aggressiv und bilden einen gelungenen Gegenpol zu dem screamigen Gesang von Freddy. Dann ertönt auch schon der Refrainpart und man wird sofort verleitet mitzuträllern. I Am The Violence wird mehrfach wiederholt, bevor man dann ein gelungenes Solo aus dem Hut zaubert. Ja, darf man machen. Der Refrainpart wird natürlich auch noch einmal wiederholt. Die Gesangsstrophe wird ein wenig variiert und man nimmt das Tempo raus, die Gitarre geht straight vorweg, der Gesang folgt darauf und ein wildes Solo erfolgt, bevor man dann wieder den Refrainpart rausholt, der wirklich sehr gelungen ist. Die einfachen Riffs sind auch meistens die besten.

Bei Give Me Fire geht man ähnlich zur Sache, klingt ein wenig verspielter, legt aber auch Wert auf den Refrainpart. Einige technische Spielereien sind dabei, flüsternder Gesang wurde mit eingebaut und ein wildes Solo.

Pain legt aggressiv im Midtempo los und kommt sehr druckvoll um die Ecke. Die Gitarre erklingt sirenenhaft und Freddy singt im Rhythmus auf das Riff. Wieder Vorspieler und weiter geht es mit dem druckvollen, thrashigen Part und der Kombination Gitarrensirene/Gesang. Drummer Ric treibt den Rest der Truppe gut an. Und immer wieder grüßt das Murmeltier, welches in diesem Falle das Gitarrensolo ist. Danach wieder Vorspieler. Eine Klampfe spielt den Rhythmus, die andere ein Solo. Gute Kombination. Der Song selber überzeugt mich aber nicht so wie die beiden Songs davor.

Ob am Anfang der verrückte Abdul Alhazred höchstpersönlich die Worte spricht, weiß ich nicht, zumindest beginnt der Song Purgatory mit einer gesprochenen Sequenz. Nach 0:45 Minuten erfolgt ein sehr melodisches Riff, welches weiter verwendet wird und sofort hängen bleibt. Das kommt einem sehr vertraut vor, ist aber egal, denn es sitzt ohne Ende. Der Song selber ist recht melodisch und eher in ruhigerem Gewässer unterwegs. Aber den Kopf kann man sehr gut dazu nicken. Und das Riffing ist echt stark.

Burning The Fury klingt am Anfang wie ein Gitarrenpart von System Of A Down zu Toxic City Zeiten. Ist es natürlich nicht. Man wechselt in einen fast schon groovigen Part, setzt ein Solo drauf und los geht die thrashige Reise. Natürlich kann man auch hier mitsingen, allerdings ist der Refrainpart nicht so ausgeprägt wie bei den beiden ersten Songs. Nach einem Break kommt ein melodisches Solo und man nimmt dann wieder ordentlich Fahrt auf.

Spilling Blood fängt sehr besinnlich und ruhig an. Ein kleines Intro. Der Song baut sich dann so langsam auf, mit Vorspieler und melodischem Gitarrenspiel. Langsam und bedrohlich und geht dann ins Midtempo. Der Refrainpart ist schön düster und Freddy screamt darüber. In diesem Stück geht es auch eher ruhiger zu Werke, auch wenn die Doublebass zum Einsatz kommt und ein wenig Druck aufbaut. Hier wird Wert auf die Gitarrenarbeit gelegt und diese ist nicht von schlechten Eltern. Das Tempo wird wieder rausgenommen und ein atmosphärischer Part wird eingefügt. Besinnlich, schön zum mitgrölen. Feuerzeug raus und ab dafür. Hat etwas von Manowar Feeling bei Warriors Of The World, hehe, ist aber natürlich härter.

Aus dem fiktiven Grimoire wird 12-mal vorgelesen und ich denke mir, dass der gute Herr Lovecraft gefallen daran gefunden hätte. Alles haut mich jetzt nicht um, ein Song wie Selling Nightmare z.B. geht recht spurlos an mir vorbei. Ansonsten sind die vertrackten Tracks sehr wuchtig und hart, bieten eine gewisse Geschwindigkeit an und haben sehr viel Power und Energie. Die Burschen bedienen sowohl die Thrasher als auch die Power Metaller.

Die Sound ist echt fett, da hat der Herr Achim Köhler (Mix und Mastering) mal wieder sehr gute Arbeit geleistet.

Hoffen wir mal, dass es nicht tatsächlich das letzte Kapitel ist.

Ein Medley und einen ersten Eindruck könnt ihr hier bekommen

Necronomicon – The Final Chapter
Fazit
Die deutsche Institution Necronomicon ist zurück und schlägt ein weiteres Kapital der Bandgeschichte auf. Mit zwei neuen Musiker am Start agiert man nun international. Durch den neuen Gitarristen klingt man ein wenig anders, aber man erkennt zu jeder Zeit, dass das Material von Necronomicon stammt. Mit viel Power und Energie und einer fetten Produktion geht man zu Werke und bietet etwas für Thrasher und Power Metaller. Gutes Album, auch wenn mich nicht alles absolut umhaut.

Anspieltipps: I Am The Violence und Purgatory
Michael E.
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