Night In Gales – Dawnlight Garden

Und im Garten der Dämmerung erschallt melodischer Death Metal

Artist: Night In Gales

Herkunft: Deutschland

Album: Dawnlight Garden

Spiellänge: 40:49 Minuten

Genre: Melodic Death Metal

Release: 24.07.2020

Label: Apostasy Records

Links: https://www.facebook.com/nightingalesmusic
https://night-in-gales.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Christian Müller
Gitarre – Frank Basten
Gitarre – Jens Basten
Bassgitarre – Tobias Bruchmann
Schlagzeug – Adriano Ricci

Tracklist: 

  1. Atrocity Kings
  2. Beyond The Light
  3. Dawnlight Garden
  4. Winterspawn
  5. Beasts Leave Tombs Again
  6. Kingdom
  7. The Spectre Dead
  8. A Spark In The Crimson Eclipse
  9. Through Dark Decades
  10. Choir Of Unlight
  11. The Bonebed

Da sind sie wieder, obwohl sie ja eigentlich gar nicht wirklich weg waren. Die Rede ist von der deutschen Kapelle Night In Gales, die bereits seit 1995 ihre musikalischen Ergüsse verbreitet. Nach dem fünften Album Five Scars im Jahre 2011 wurde es ziemlich ruhig um die Band. Der alte Sänger kam zurück, es konnte ein Deal mit Apostasy Records ergattert werden, und musikalisch ging es zurück zu den Wurzeln. 2018 dann Album Nummer sechs namens The Last Sunsets, welches gut eingeschlagen hat und nun kommt der Nachfolger, wieder via Apostasy Records. 

Kurzes, knackiges, bedrohliches und geräuschereiches Intro namens Atrocity Kings vorweg. Mit Beyond The Light geht der Spaß aber dann richtig los. Und ja, meine Hoffnungen waren berechtigt. Ich konnte in den letzten Jahren mit dem melodischen Death Metal nicht viel anfangen. Entweder wurde dieser sehr poppig und mit Cleangesang vorgetragen oder sehr progressiv und überwiegend melodisch. Ich bin mit Bands wie In Flames, Dark Tranquility, Gates Of Ishtar, Amorphis oder Sentenced aufgewachsen und liebe deren alte Alben. Und schon nach den ersten Sekunden von Beyond The Light ist klar, dass Night In Gales eben genau diese alte Schule fahren. Jawoll. Schnelle Uftata und geile Melodie, dazu der so etwas von auf den Punkt gebrachte Gesang von Christian. Die Growls sind genau für diese Art der Musik gemacht. Tempowechsel und wieder Fahrt aufnehmen. Feiner Refrainpart. Die Doublebasses rattern und alles ist gut. Hier wird eben Wert auf Melodie, Riffing und Death Metal gelegt. Genau so mag ich es. Genau so muss ein Album anfangen.

Und genau so geil geht es auch weiter. Album-Namensgeber Dawnlight Garden folgt als Nächstes, hier gibt es auch ein YouTube-Video zu. Mit einem völlig genialen Riff geht der Besuch im Garten los. Der Song wird dadurch langsam aufgebaut. Der Anfangspart ist zwar ziemlich lang, aber macht Laune. Ab ins Uptempo, und Blastbeateinsätze und Screaming Vocals hinzu. Ach, das ist doch das, was ein schwedischer Melodeath-Fan hören möchte. Der Wechsel in einen groovigen Midtempopart mit durchrasselnder Doublebass ist nur fett. Wieder ins Uptempo und der Gartenbesuch macht immer mehr Laune. Die Vocals sind wieder so genial. Die Doublebass finde ich nur geil. Die baut so viel Druck auf. Und dann die Melodie am Ende. Geiler Song!

Winterspawn ist da schon fast etwas zum Ausruhen. Das Tempo ist eher „langsam“, aber der Song überzeugt wieder einmal durch die melodischen Elemente und die geilen Vocals. Eine gute Abwechslung. Der Einsatz von Sprachsequenzen kommt sehr geil und dann wird das Tempo auch noch einmal erhöht. Ja, geht ab.

Mit Beasts Leave Tombs Again geht man ein wenig vom Melodeath weg, aber auch hier macht man eine sehr gute Figur. Ziemlich verspielt.

Kingdom geht auch wieder andere Wege, zumindest zu Beginn. Ist ja schon fast „poppig“. Okay, überspitzt, aber dann setzen die Gitarren ein, die Drums kommen dazu. Break. Vorspieler, und schon sind sie wieder im Melodeath-Rennen. Ja, genau so und nicht anders. Der Kopf geht automatisch rauf und runter. Dass wieder einmal eine fette Melodie verbraten wird, muss man ja nicht erwähnen. Auch der Einsatz von Cleanelementen und fast flüsterndem Gesang steht dem Song.

Und so geht der Spaß weiter, bis man mit The Bonebed einen würdigen Abschluss findet. Atmosphärisches Riffing, getragen von der geilen Drumarbeit. Die Doubelbassschübe sind wieder einmal erste Klasse. Ein rein instrumental vorgetragener Song. Hervorragend!

25 Jahre melodischer Death Metal schwedischer Natur. Ein würdiges Jubiläumsalbum!

Night In Gales – Dawnlight Garden
Fazit
Endlich mal wieder melodischer Death Metal, der den Namen auch verdient. Im Vergleich zum 2018er Album haben Night In Gales im Bereich der Härte noch eine Schippe drauf gelegt. Hier passt einfach alles zusammen. Geile Melodien, geiles Riffing, gutes Songwriting, tightes Drumming und Mördergrowls. Hinzu kommt, dass das Album von Dan Swäno gemixt und gemastert wurde. Das Artwork ist wieder von Costin Chioreanu (auch Arcturus, Katatonia etc.) erstellt worden und mit Apostasy Records hat man ein gutes Label im Rücken. Bleibt mir nur eins zu sagen - absolute Kaufpflicht!!!

Anspieltipps: Beyond The Light, Dawnlight Garden und Kingdom
Michael E.
9.3
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