Odium – As The World Turns Black

“Die Hesse komme mit RIFFS und viel MELODIE!“

Artist: Odium

Herkunft: Frankfurt am Main, Deutschland

Album: As The World Turns Black

Spiellänge: 43:31 Minuten

Genre: Melodic Thrash Metal

Release: 14.07.2017

Label: Black Sunset, MDD

Link: http://odium-metal.de/

Produktion: Gernhart Studio, Troisdorf von Martin Buchwalter (u.a. Tankard, SuidAkrA)

Bandmitglieder:

Gesang – Ralf Runkel
Gitarre – Rochus Pfaff
Gitarre – Dave Hübsch
Bassgitarre – Beli Smaka
Schlagzeug – Marcel Müller

Tracklist:

1. The End Of Everything
2. Point Of No Return
3. No Goodbye
4. Blind
5. Revolution
6. Frozen World
7. Time Is A Killer
8. As The World Turns Black
9. Inside The Incubus

Nach ihrem 2014 erschienen Werk The Science Of Dying versuchen die Frankfurter von Odium mit ihrer brandneuen Scheibe As The World Turns Black noch eine Schippe draufzulegen, um ihr bevorstehendes 25-jähriges Bandjubiläum schon mal richtig anzustimmen. Somit haben die Hessen sich im November letzten Jahres auf den Weg ins Gernhart Studio gemacht und dort gezeigt, dass sie trotz dem gereiften Alter noch lange nicht zum alten Eisen der Thrash-Szene gehören.

Das Album wird am 14.07.2017 über Black Sunset erscheinen und beinhaltet neun starke Melodic Thrash-Werke, bei denen die vier Jungs zusammen mit Beli am Bass beweisen, dass sich jahrelanges Touren, schreiben und wieder Touren (man kann nie genug touren…) auszahlt. Gleich zu Beginn der Scheibe stellen Odium mit The End Of Everything und Point Of No Return klar, dass sie genau wissen, wie man starke Riffs ummantelt von eingängigen Gesangsparts und viel Melodie zusammenstellt, die sich dann trotz der altbekannten Härte schnell zu einem Ohrwurm entwickeln können. Ihre Genrekollegen Kreator, Testament und der gute Dave Mustaine zusammen mit Megadeth haben der Welt des harten, versoffenen Thrashs bereits gezeigt, dass Melodie verbunden mit einer Priese des alten Rezepts von Omas „voll auf die Fresse – Kuchen“ trotz all den Klischees zur Musik passt wie die Faust aufs Auge.

Mit dem Anklang von No Goodbye dachte ich, jemand hätte die CD aus dem Player genommen und eine alte Paradise Lost-Scheibe eingelegt. Der Gesang und der düstere Klang am Anfang des Songs haben mich irgendwie sehr an deren Frontmann Nick Holmes zu Draconian Times erinnert. Dass mich ein Thrash Metal-Album aber jemals auf solche Gedanken bringen würde, hätte ich niemals zu denken geglaubt… Die Nummer vier der Scheibe Blind drückt von Beginn an mit einem coolen Bass-Intro aus den Boxen und ist für mich das Stück, was zeigt, dass die Hessen genau wissen, wie man eine perfekt in Szene gesetzte Hook einzubringen hat.

Bei dem sehr melodischen Revolution kommt dann auch endlich mein sehnlichst erwartetes Solo dahergehüpft. Auf einer Thrash-Scheibe sollte eigentlich genau das bei keinem Lied fehlen, oder? Die Frankfurter hingegen stricken das Ganze etwas anders, hier wird mehr auf Melodie gebaut, was in Kombination mit dem Rest auch perfekt zusammenpasst, die Lieder aber manchmal sehr schleppend macht. Genau das zeigen dann Frozen World und Inside The Incubus auch – packende Intros, Refrains zum Mitsingen aber trotzdem ziehen sie sich wie Kaugummi. Mit Time Is A Killer, dem vermeintlich schnellsten Song und dem darauffolgenden Namensvetter der Scheibe As The World Turns Black wurden zwei totale Gegensätze nacheinander gebracht – Wo Time Is A Killer mit Doublebase und dem im Refrain sehr oft erwähnten Kriegsschrei Time Is A Killer daherkommt, setzt das achte Stück fast schon balladenartige Grundsteine (jedenfalls für Thrash-Verhältnisse), was man gerade vom Titelstück des Long Players wahrscheinlich nicht erwartet hätte.

 

Fazit: Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass mich die Platte beim ersten Durchgang nicht wirklich gepackt hat. Erst nach mehrmaligem Hören wurde ich so langsam warm, was aber nicht daran lag, dass ich irgendein Lied für schlecht empfand, stattdessen lag mein Problem darin, dass eben kein Lied wirklich schlecht ist. Es ist einfach kein Stück auf der Scheibe, das nicht auf irgendeine Art gut ist … Zwar wirkt das Album gerade durch den nicht sehr facettenreichen Gesang von Sänger Ralf und die eher in die Länge gezogenen Songstrukturen wenig abwechslungsreich, aber eben doch einfach ehrlich. Man merkt sofort, dass das genau das ist, was die Band machen möchte und wo sie in den letzten fast 25 Jahren einfach sehr viel Erfahrung gesammelt haben, die sie hier sehr gut einzusetzen wissen. Wer also auf gut produzierten melodischen Thrash mit tighten Riffs und viel Melodie steht und für den nächsten Abend zusammen mit den Jungs (und natürlich Bier) noch keine Idee hat, was er in den CD-Spieler legen könnte, der kann bei dem neuen Werk von ODIUM eigentlich nichts falsch machen.

Anspieltipps: The End Of Everything, Revolution und As The World Turns Black
Julian N.
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