Opeth – In Cauda Venenum (Englische Version)

Kein Heavy Metal

Artist: Opeth

Herkunft: Stockholm, Schweden

Album: In Cauda Venenum (English Version)

Spiellänge: 1:07:57 Minuten

Genre: Rock

Release: 27.09.2019

Label: Nuclear Blast

Link: http://www.opeth.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Mikael Åkerfeldt
Gitarre – Fredrik Åkesson
Gitarre – Mikael Åkerfeldt
Bassgitarre – Martin Mendez
Keyboard – Joakim Svalberg
Schlagzeug – Martin Axenrot

Tracklist:

  1. Garden Of Earthly Delights
  2. Dignity
  3. Heart In Hand
  4. Next Of Kin
  5. Lovelorn Crime
  6. Charlatan
  7. Universal Truth
  8. The Garroter
  9. Continuum
  10. All Things Will Pass

Ungewöhnlich schwach und uninteressant startet Opeths kommendes Album In Cauda Venenum, welches diesen Monat via Nuclear Blast erscheint. Man dudelt sich durch Dignity und das konfuse Heart In Hand, dabei man muss sich ernsthaft fragen, ob Åkerfeldt nicht zu tief in die schon eh grenzwertig guten Krautrock Dosen seiner 70er-Jahre Vorbilder geguckt hat. Next Of Kin will mich auch nicht begeistern, zu dissonant murkst man sich durch Karussell-Kommunionen und schräge Rummelmusik. Zwischendurch immer wieder akustische Gitarren der Marke „Hach, was waren die 70er toll“, danach wieder Kakophonie im Dixiklo. Lovelorn Crime ist tatsächlich mal ein hervorragender Song und lässt das Geplänkel der vergangenen halben Stunde weit zurück. Leider bleibt die Platte nicht auf dem Niveau (vergangener Opeth Gänsehautmomente) und man kloppt die zuvor gewonnene Brillanz mit dem rumpeligen Charlatan in die Tonne, in der ein massives Bassriff Åkerfeldts dünne Vocals in den Boden stampft. Im Hintergrund tutet eine Hammondorgel, einen Spielautomat imitierend. Es ist irgendwie bezeichnend, wenn ein Frontmann von sich aus sagt: „[…] auf diesem Album wollte ich eben keinerlei einfachen Heavy Metal“. Genau so sieht es leider aus, hier liegt uns des Masterminds ganz persönliche Version von interessanter Musik vor, und diese ist extrem weit von Opeth entfernt. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der überlange Song Universal Truth, der zuerst fertiggestellt wurde. Einen Film Noire würde man zu The Garroter drehen können, ist mir persönlich aber einfach zu weit von meinen Interessen gelegen, next. Continuum ist akzentuiertes Gezupfe, nervt erneut mit dissonanter Melodieführung und krautigen Orgelläufen. Warum Dissonantes immer wieder benutzt wird, ist mir völlig schleierhaft, die Songs werden dadurch niemals besser. All Things Will Pass könnte man beinahe als ironischen Titel für angenervte Hörer verstehen, denn nach etwas mehr als einer Stunde verstummt endlich das für mich schwächste Opeth Album, das kurioserweise vom Mutterlabel als der nächste Geniestreich angesehen wird. Da habe ich allerdings ganz starke Zweifel.

Opeth – In Cauda Venenum (Englische Version)
Fazit
Wenn man jemandem, der Opeth gar nicht kennt und auch garantiert danach niemals wieder hören will, die Band vorführen möchte, dann sollte man ihm vorliegendes Album präsentieren. Dachte man, dass Heritage schon ein durchgeknalltes Album war, so hat die Band hier ihr Magnus Opum im negativen Sinne fabriziert. Ich werde mir das Album genau noch einmal in der schwedischen Version anhören und dann nur noch den unten stehenden Song. Alles andere kann man sich einfach sparen. Für mein Empfinden sind Opeth in einer tiefen Schaffenskrise, die seit 2011 anhält. Lediglich Sorceress war ein cooles Album, die anderen Experimente ließen sich fix zu einem guten Album zusammenstreichen, um das sich Opeth wie ein glitschiger Aal mäandern. Oh wie schön war Watershed, sind wir mal ehrlich,

Anspieltipps: Lovelorn Crime
Dominik B.
3.5
Leserwertung3 Bewertungen
7.6
Pro
Contra
3.5
Punkte
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